{"id":3421,"date":"2011-12-04T22:44:32","date_gmt":"2011-12-04T21:44:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3421"},"modified":"2011-12-04T22:44:32","modified_gmt":"2011-12-04T21:44:32","slug":"hansel-und-gretel-cottbus-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3421","title":{"rendered":"H\u00c4NSEL UND GRETEL &#8211; Cottbus, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Wette nach dem M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm, UA: 23. Dezember 1893 Weimar, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Martin Sch\u00fcler, B\u00fchne: Hans-Holger Schmidt, Kost\u00fcm: Nicole Lorenz, Choreinstudierung: Christian M\u00f6bius<\/p>\n<p>Dirigent: Marc Niemann, Philharmonisches Orchester und Chor des Staatstheaters Cottbus, Kinder- und Jugendchor<\/p>\n<p>Solisten: Marlene Lichtenberg (H\u00e4nsel), Cornelia Zink (Gretel), Hardy Brachmann (Hexe), Andreas J\u00e4pel (Vater), Carola Fischer (Mutter), Gesine Forberger (Sandm\u00e4nnchen), Debra Stanley (Taum\u00e4nnchen) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Dezember 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Cottbus-Haensel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3422\" title=\"Cottbus-Haensel\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Cottbus-Haensel.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Cottbus-Haensel.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Cottbus-Haensel-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das St\u00fcck h\u00e4lt sich im Wesentlichen an das Grimm\u2019sche M\u00e4rchen. \u00c4nderungen zur M\u00e4rchenfassung ergeben sich dadurch, da\u00df die b\u00f6se Stiefmutter durch eine f\u00fcrsorgliche Mutter ersetzt worden ist, da\u00df im Wald 14 Schutzengel \u00fcber die Kinder wachen sowie durch eine zu Lebkuchen verwandelte Hexe im letzten Bild.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre wird neu angeschaffte Projektionstechnik verwendet, bei der in Google-Earth-Manier vom Weltraum bis zu einem Spielzeugladen-B\u00fchnenbild hereingezoomt wird. Projektionen verdichten sich ebenso u. a. auch bei den Waldszenen, wie\u00a0 etwa beim Sandm\u00e4nnchenauftritt sowie beim Hexenflug die B\u00fchnenbildatmosph\u00e4re. Die B\u00fchnenaufbauten und die Kost\u00fcme der Darsteller sind konsequent in historisierender Manier angelegt, wie die enge Besenbinderstube in einem Backsteinhaus-Armenviertel oder auch das Haus der Knusperhexe, das als Schrotholzhaus mit einigen Lebkuchenverzierungen wirklich so in einem tiefen Wald stehen k\u00f6nnte. Zu den Projektionen gesellen sich jede Menge Spezialeffekte, wie eine unter Funken zum Flug abhebende Hexe oder der eindrucksvoll explodierende Hexenofen<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Bravo geb\u00fchrt den S\u00e4ngern, die allesamt in mitrei\u00dfender Spielmanier die Auff\u00fchrung zum echten Highlight werden lassen. So l\u00e4\u00dft die erfrischend quirlig spielende <strong>Cornelia Zink<\/strong> (Gretel) ihren leuchtenden Sopran mit packender B\u00fchnenpr\u00e4senz erstrahlen. Unwiderstehlich eindringlich in den H\u00f6hen gelingen ihr die Angstszenen im Wald, und welcher H\u00e4nsel wollte bei ihrem geschmeidig strahlenden Morgengru\u00df im dritten Bild noch schlafen!? <strong>Marlene Lichtenberg<\/strong> macht als H\u00e4nsel die ideal besetzten Geschwisterpartien komplett. Eine tiefenscharfe Klangnuancierung in den H\u00f6hen sowie ein unwiderstehlich eindrucksvoller Ausdruck in der Mittellage lassen ihren Mezzosopran dunkel leuchten. Das Abendgebet beider <em>Abends will ich schlafen gehen<\/em> wird somit zur regelrechten Offenbarung. Ein strotzendes Kraftpaket herrlicher Mimik gibt <strong>Andreas J\u00e4pel<\/strong> als Vater. Sein erdig timbrierter, klarer Bariton gl\u00e4nzt im Auftrittslied <em>Rallalala, rallalala, heisa Mutter, ich bin da!<\/em> vor schmeichelnder W\u00e4rme und lupenreinem Duktus und seine Hexenerz\u00e4hlung im ersten Bild ist an diabolischer Strahlkraft kaum zu \u00fcberbieten. Der volle Mezzosopran von <strong>Carola Fischer<\/strong> (Mutter) \u00fcberzeugt dazu im ersten Bild vor allem in den gekonnten Stimmungswechseln einer nuancenreichen Farbs\u00e4ttigung in der Mittellage, so da\u00df ihr sowohl in der Zur\u00fccknahme eine ermattete Elegie als auch in voller Pr\u00e4senz die unb\u00e4ndige Freude der dargestellten Figur gelingt. Mit herrlich karikierendem Gesang, jedoch mit voller Leuchtkraft in den oberen Bereichen, f\u00fcgt sich Tenor <strong>Hardy Brachmann <\/strong>als Hexe in das Zusammenspiel ein. In unterschiedlichen Kost\u00fcmen gelingt ihm darstellerisch und gesanglich, nicht allein beim Hexenritt, der Balanceakt zwischen d\u00e4monischer D\u00fcsternis und humoresker Tolpatschigkeit. Abgerundet werden die gl\u00e4nzenden s\u00e4ngerischen Leistungen mit dem glei\u00dfend leuchtenden, luftig leichten Sopran von <strong>Debra Stanley<\/strong> (Taum\u00e4nnchen) sowie mit der jugendlich strahlenden Sopranstimme von <strong>Gesine Forberger<\/strong> (Sandm\u00e4nnchen).<\/p>\n<p><strong>Marc Niemann<\/strong> l\u00e4\u00dft das <strong>Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus<\/strong> dazu einen wunderbar breiten Klangteppich weben, der mit dynamischen Tempowechseln, einem satten Vibrato und leuchtenden Tutti mitrei\u00dft. Der Kinderchor \u00fcberzeugt dazu mit sauber abgestimmten Eins\u00e4tzen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Martin Sch\u00fcler bietet mit seiner Inszenierung, die teilweise opulent detailverliebte B\u00fchnenbilder mit gut durchdachten 3D-Projektionen verbindet, eine kongenial m\u00e4rchenhafte Umsetzung des Stoffes und setzt bleibende Augenkino-Akzente. Die \u00fcberdurchschnittlichen gesanglichen Leistungen der S\u00e4nger mit ihrer ansteckenden Spielfreude sowie auch des Orchesters lassen dazu ein musikalisches Gesamtkunstwerk erster G\u00fcte lebendig werden, das mit \u00fcberzeugendem Tiefgang und Humor in die Grimm-Humperdinck\u2018sche Traumwelt eintauchen l\u00e4\u00dft. Cottbus bietet in jeglicher Hinsicht einen werkgetreu verzaubernden Volltreffer f\u00fcr die ganze Familie zur Weihnachtszeit und so wurde auch die gebotene Glanzleistung aller Beteiligten mit wohlverdient langanhaltendem, frenetischem Jubel der Zuschauer gefeiert.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Dasa Bild zeigt: Marlene Lichtenberg (H\u00e4nsel), Cornelia Zink (Gretel), Hardy Brachmann (Hexe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Wette nach dem M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm, UA: 23. 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