{"id":3416,"date":"2011-11-26T11:14:06","date_gmt":"2011-11-26T10:14:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3416"},"modified":"2011-12-02T11:17:25","modified_gmt":"2011-12-02T10:17:25","slug":"la-boheme-dessau-anhaltisches-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3416","title":{"rendered":"LA BOHEME &#8211; Dessau, Anhaltisches Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Szenen in vier Bildern, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. Februar 1896 Turin, Teatro Regio<\/p>\n<p>Regie: Roman Hovenbitzer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme:: Tilo Steffens<\/p>\n<p>Dirigent: Antony Hermus, Anhaltische Philharmonie, Opernchor und Kinderchor Dessau, Choreinstudierung: Helmut Sonne und Dorislava Kuntscheva<\/p>\n<p>Solisten: Angelina Ruzzafante (Mim\u00ec), Cornelia Marschall (Musetta), Artjom Korotkov (Rodolfo), Ulf Paulsen (Marcello), Andrew Ashwin (Schaunard), Kyung-Il Ko (Colline), Cezary Rotkiewicz (Der Tod\/Benoit\/Alcindoro\/Z\u00f6llner\/Sergeant) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. November 2011 (Premiere 12.11.2011)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Dessau-Boheme.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3417\" title=\"Dessau-Boheme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Dessau-Boheme.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Dessau-Boheme.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Dessau-Boheme-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline sind bettelarme K\u00fcnstler und unzertrennliche Freunde. Sie leben unbeschwert von der Hand in den Mund in einer Mansarde \u00fcber den D\u00e4chern des Pariser K\u00fcnstlerviertels Quartier Latin. Rodolfo begegnet Mim\u00ec und verliebt sich in sie. Marcello erobert seine ehemalige Geliebte Musette zur\u00fcck. Den Weihnachtsabend verbringt man im Caf\u00e9 Momus. Nach der Trennung von Rodolfo verschlimmert sich Mim\u00ecs Krankheit. Sie kehrt zu ihm zur\u00fcck und stirbt im Kreis ihrer Freunde.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Man erblickt einen Parkettboden, der sich spinnennetzartig um die B\u00fchnenmitte herum entwickelt. Eine Zeltplane als Raumteiler und Stellw\u00e4nde im hinteren Halbrund begrenzen in den ersten Bildern die Spielfl\u00e4che. Ein Tisch, ein paar St\u00fchle und ein Piano bilden das Inventar. Im zweiten Bild tauchen zwei Bistro-Tischchen mit St\u00fchlen auf, im dritten Bild steht links die Leinwand und rechts eine Rampe zu einem Saal. Das vierte Bild ist mit dem ersten identisch, nur fehlen die Stellw\u00e4nde, damit eine schwarze, rauchende Trauergemeinde den Blick auf die sterbende Mim\u00ec hat. Der Tod mit bleichem Gesicht und schwarzem Zylinder ist allgegenw\u00e4rtig, die Rollen des Benoit, des Alcindoro, des Z\u00f6llners und des Sergeant sind in dieser Rolle zusammengefa\u00dft. Au\u00dferdem spielt eine T\u00e4nzerin namens Poesie mit, sie ist genauso gekleidet wie Mim\u00ec. Diese tr\u00e4gt von Anfang bis Ende ein gelbes Kleid, Musetta wechselt vom wei\u00dfen Kleid, zum offenherzigen kleinen Schwarzen mit pinkfarbenen Schuhen, um im letzten Bild zum schwarzen Todesengel mit Schwingen zu werden. Die Weihnachtsgesellschaft tr\u00e4gt wei\u00dfe Festtagskleidung mit bunten Luftballons, die Geschenkkartons sind leer.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Antony Hermus<\/strong> dr\u00fcckt von Anfang an auf das Tempo, wohl um die s\u00fc\u00dflichen Momente platt zu walzen. So wirkt die Musik eher unsentimental und ist geradliniger. Dennoch gelingt es ihm, die charismatischen Farben, sprich die italienischen Manierismen, in den Klangteppich einzuweben. Auch das Orchester ist bestens auf diese Raumklangwirkung eingestellt. Unbestrittene Hauptdarstellerin ist <strong>Angelina Ruzzafante<\/strong> als Mim\u00ec. Ihr schwerer Koloratursopran hat keine Probleme mit dieser Partie, beispielhaft ihr immer leiser werdendes Piano im Dahinsterben. <strong>Artjom Korotkov<\/strong> als ihr Liebhaber Rodolfo kann in Sachen Durchschlagskraft nicht mithalten, wirkt gerade im ersten Bild immer leiser als Mim\u00ec, sein \u00a0\u00a0Klangbild h\u00f6rt sich fragil und zerbrechlich an. <strong>Ulf Paulsen<\/strong> kann wieder mit dem hervorragenden Zusammenspiel zwischen Gesang und Ausstrahlung f\u00fcr sich einnehmen. Hinsichtlich Ausdruckskraft, stimmlicher Gestaltung und Reichweite in den oberen und tiefen Registern gelingt dem Hausbariton eine wahre Charakterstudie des Marcello. <strong>Kyung-Il Ko<\/strong> kann mit seinem Ba\u00df besonders in den tiefen Stellen der Mantel-Arie des Colline gl\u00e4nzen, w\u00e4hrend <strong>Andrew Ashwin<\/strong> als Schaunard unauff\u00e4llig bla\u00df bleibt. <strong>Cornelia Marschall<\/strong> gestaltet die Rolle der Musetta eindrucksvol. Lebenslust und Begierden werden glaubhaft stimmlich dargestellt und damit die Rolle der Musetta als charakterliche Gegenspielerin der Mim\u00ec aufgewertet. Eine gro\u00dfartige Leistung vollbringen wieder einmal der <strong>Chor <\/strong>und ganz besonders der <strong>Kinderchor<\/strong>. Dank gutem Zusammenspiel mit dem Orchester und Solisten, sowie der daraus entstehenden Klangwirkung (letzteres besonders beim Kinderchor!) entsteht wieder einmal ein gro\u00dfartiges, emotional aufw\u00fchlendes Musikerlebnis.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Vorhang zu und viele Fragen bleiben offen. Die sehr verr\u00e4tselte Inszenierung sorgte f\u00fcr vielerlei Fragen des Publikums w\u00e4hrend der Premierenfeier. Soll es ein surrealer Traum der Mim\u00ec sein? Ist die Verdoppelung der Mim\u00ec durch eine T\u00e4nzerin namens Poesie der Wunschtraum des Poeten Rodolfo, der in Mim\u00ec ein Idealbild sieht? \u00dcber die musikalische Seite dieser Produktion lie\u00df das Publikum indes keinen Zweifel: Solisten, Chor (besonders der Kinderchor!), Orchester und Dirigent wurden f\u00fcr eine Spitzenleistung umjubelt gefeiert.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: W\u00e4hrend Mimi stirbt f\u00e4hrt ihr Double Poesie in den Himmel, die Trauergesellschaft sieht zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Szenen in vier Bildern, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. 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