{"id":341,"date":"2008-06-27T22:33:42","date_gmt":"2008-06-27T20:33:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=341"},"modified":"2008-08-19T17:50:11","modified_gmt":"2008-08-19T15:50:11","slug":"london-covent-garden-royal-opera-house-don-carlo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=341","title":{"rendered":"London, Covent Garden &#8211; Royal Opera House &#8211; DON CARLOS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi eine Opera in f\u00fcnf Akten, Libretto: Joseph M\u00e9ry and Camille du Locle nach dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller; Urauff\u00fchrung: 11. M\u00e4rz 1867, Paris. Hier Version Modena (1886)<br \/>\nRegie: Nicholas Hytner, B\u00fchnenbild: Bob Crowley, Licht: Mark Henderson<br \/>\nDirigent: Antonio Pappano, Orchester und Chor des Royal Opera House, Chorleitung: Renato Belsadonna<br \/>\nSolisten: Rolando Villaz\u00f3n (Don Carlos), Marina Poplavskaya (Elisabetta di Valois), Simon Keenlyside (Rodrigo), Ferruccio Furlanetto (Philip II), Sonia Ganassi (Prinzessin Eboli), Pumeza Matshikiza (Tebaldo), Nikola Mati\u0161ic (Conte di Lerma), Eric Halfvarson (Gro\u00dfinquisitor), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. Juni 2008 (Premiere: 6.6.2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/london-don-carlo.jpg\" TITLE=\"london-don-carlo.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/london-don-carlo.jpg\" ALT=\"london-don-carlo.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Frankreich, 1559. Der spanische K\u00f6nig Phillip II. hat seinen Sohn Don Carlos mit Elisabeth von Valois verlobt, um den Frieden mit Frankreich zu konsolidieren. Auf einem Jagdausflug im Wald von Fontainebleau verlieben sich die beiden bei ihrer ersten Begegnung, obwohl sie einander zun\u00e4chst nicht kannten. Doch Phillip l\u00f6st die Verlobung, da er selbst  Elisabeth zur Frau nehmen will.<br \/>\nDon Carlos geht daraufhin ins Kloster St Yuste, wo seines Gro\u00dfvaters, Karl V., begraben ist und versucht, dort seine Liebe zu vergessen. Sein Jugendfreund Rodrigo kommt zu ihm und erz\u00e4hlt ihm vom Widerstand des Volks von Flandern gegen die brutale spanische Besatzung. Er will erreichen, da\u00df Don Carlos nach Flandern als Gesandter entsendet wird. Rodrigo arrangiert ein Gespr\u00e4ch mit Elisabeth. Beide gestehen sich ihre verlorene Liebe, werden aber von der Ankunft Phillip II \u00fcberrascht, der seine Frau Elisabeth ohne ihre Begleiterin findet. Phillip begegnet Rodrigos, der ihn um Gnade f\u00fcr das gepeinigte Flandern bittet. Phillip findet dies mutig, sucht Rodrigos Freundschaft und erteilt ihm k\u00f6nigliche Vollmachten.<br \/>\nAuf einem Maskenball am spanischen Hof begegnet Don Carlos der in ihn verliebten Prinzessin Eboli. Er verwechselt sie zun\u00e4chst mit Elisabeth und gesteht ihr seine Liebe. Dann erkennt er jedoch die Verwechslung. Die gedem\u00fctigte Eboli wird zur gef\u00e4hrlichen Mitwisserin der Liebe Carlo zu Elisabeth.<br \/>\nBei einer \u00f6ffentlichen Ketzerverbrennung (Autodaf\u00e9) tritt Don Carlos mit einer Schar von niederl\u00e4ndischen Abgesandten Phillip II. entgegen und bittet um eine Entsendung nach Flandern. Als dieser ablehnt, zieht Don Carlos den Degen gegen seinen Vater, wird jedoch von Rodrigo entwaffnet und gefangen genommen.<br \/>\nIn seinem Palast wird Phillip II. von Eifersucht und Einsamkeit gequ\u00e4lt. Er l\u00e4\u00dft sich vom herbeigerufenen Gro\u00dfinquisitor die Absolution f\u00fcr eine geplante Todesstrafe seines Sohnes geben, mu\u00df aber daf\u00fcr Rodrigo opfern, den die Inquisition schon seit langem verfolgt. Rodrigo besucht Don Carlos im Gef\u00e4ngnis. W\u00e4hrend des Abschiedes wird Rodrigo erschossen. Sterbend erkl\u00e4rt er Don Carlos, er solle Elisabeth im Kloster von St Yuste treffen. Don Carlos ist entschlossen, nach Flandern zu gehen. Er trifft Elisabeth ein letztes Mal in St Yuste, aber der Abschied wird durch das Eintreffen von Phillip II. und der Inquisition unterbrochen. Die Inquisition will Don Carlo t\u00f6ten. Da erscheint sein Gro\u00dfvater Karl V. und erkl\u00e4rt da\u00df menschliches Leiden erst im Himmel beendet werden kann.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie neue Inszenierung von <strong>Nicholas Hytner<\/strong> wirkt schlicht und zeichnet gro\u00dfe Linien. Das eher modern gehaltene B\u00fchnenbild wird dominiert von Formen und Farben und beeindruckt durch Ausdruck und Funktionalit\u00e4t. Die schwarze Grabkammer Karl V. mit gro\u00dfen halbrunden S\u00e4ulen und einer von wei\u00dfen Quadern durchsetzten, schwarzen Wand erscheint der Verzweiflung Don Carlos ad\u00e4quat und wurde kontrastiert vom in freundlich-orange gehaltenen Klostervorraum mit einem von roten Quadern ausgesparten Kreuz in der n\u00e4chsten Szene, wo das hoffnungsfrohe Wiedersehen von Elisabeth und Don Carlos stattfindet. Die Ketzer im dritten Akt wurden innerhalb eines leidenden Christusportraits verbrannt. Schlichte und klassische Kost\u00fcme unterst\u00fctzen diese Farbformensymbolik und wirkten nicht selten elegant, wie beispielsweise der schwarzgekleidete Chor mit roten F\u00e4chern und Mohnblumen im zweiten Akt illustrierte.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nMusikalisch war dieser Abend ein wirklicher Genu\u00df. Der Musikdirektor des Royal Opera Houses <strong>Antonio Pappano<\/strong> dirigierte ein pr\u00e4zises und emphatisches Orchester. Die illustre Schar aus weltbekannten S\u00e4ngern erinnerte mehr als sonst an einen Erstligaverein mit aus aller Welt eingekaufter Fu\u00dfballspieler mit all ihren Eigenarten. <strong>Rolando Villaz\u00f3n<\/strong> (Don Carlos) sang seinen gewohnten klaren Tenor etwas unenthusiastisch, die angek\u00fcndigte \u201eallergische Reaktion\u201c war jedoch stimmlich nicht auszumachen. <strong>Simon Keenlyside<\/strong> sang und spielte einen souver\u00e4nen Rodrigo und <strong>Marina Poplavskaya<\/strong> (Elisabetta di Valois) \u00fcberraschte mit einem wundersch\u00f6nen Sopran, insbesondere im Duett mit Villaz\u00f3n, vielleicht angeregt von dessen mexikanischen Charme. <strong>Ferruccio Furlanetto<\/strong> sang einen majest\u00e4tischen Phillip II. und <strong>Eric Halfvarson<\/strong> einen furchteinfl\u00f6\u00dfenden Gro\u00dfinquisitor. <strong>Sonia Ganassi<\/strong> (Prinzessin Eboli) hingegen wirkte etwas spitz und schrill und wurde sich selbst und dem Niveau des Abends nicht wirklich gerecht.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nZusammenfassend war dieser Abend ein gro\u00dfes und seltenes Ereignis einer gelungenen Neuinszenierung dieser traditionsreichen gro\u00dfen Oper Verdis und wurde als daher auch vom Publikum entsprechend gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner<br \/>\nBild: Catherine Ashmore: Autodaf\u00e9-Szene, dritter Akt, Im Vordergrund re die Ketzer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi eine Opera in f\u00fcnf Akten, Libretto: Joseph M\u00e9ry and Camille du Locle nach dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller; Urauff\u00fchrung: 11. 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