{"id":3408,"date":"2011-11-29T11:58:10","date_gmt":"2011-11-29T10:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3408"},"modified":"2011-11-30T12:09:29","modified_gmt":"2011-11-30T11:09:29","slug":"falstaff-wuppertal-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3408","title":{"rendered":"FALSTAFF &#8211; Wuppertal, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Lyrische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito, UA: 9. Februar 1893, Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Johannes Weigand, B\u00fchne: Moritz Nische, Kost\u00fcme: Judith Fischer, Dramaturgie: Ulrike Olbrich<\/p>\n<p>Dirigent: Hilary Griffiths, Sinfonieorchester und Opernchor Wuppertaler, Choreinstudierung: Jens Bingert<\/p>\n<p>Solisten: Kiril Manolov (Falstaff), Thomas Laske (Ford), Banu B\u00f6ke (Alice Ford), Dorothea Brandt (Nannetta), Christian Sturm (Fenton), Stephan Boving (Dr. Cajus), Ralf Rachbauer (Bardolfo), Thomas Schobert (Pistola), Diane Pilcher (Mrs. Quickly), Joslyn Rechter (Meg Page)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Wuppertal-Falstaff.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3409\" title=\"Wuppertal-Falstaff\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Wuppertal-Falstaff.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"205\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Wuppertal-Falstaff.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Wuppertal-Falstaff-300x175.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ritter John Falstaff genie\u00dft ausschweifend sein Leben am Rande der Legalit\u00e4t. Die Beschwerden von Dr. Cajus, da\u00df Falstaffs Diener ihn ausgeraubt h\u00e4tten, tut er ganz einfach ab. Erst als die Wirtin ihm eine Rechnung pr\u00e4sentiert, mu\u00df er erkennen, da\u00df er kein Geld mehr hat. Um an Geld zu kommen, schickt er zwei im Wortlaut identische Liebesbriefe an Alice Ford und Meg Page. Die beiden Frauen stellen jedoch fest, da\u00df sich ihre Briefe gleichen und beschlie\u00dfen, Falstaff eine Falle zu stellen. So geht Alice scheinbar auf seine Avancen ein, doch w\u00e4hrend ihres Stelldicheins erscheint pl\u00f6tzlich ihr Mann. Falstaff mu\u00df sich in einem W\u00e4schekorb verstecken, der in den Flu\u00df ausgeleert wird. Zu allem \u00dcberflu\u00df erwischt Ford bei seiner Suche nach Falstaff auch noch seine Tochter Nannetta in trauter Zweisamkeit mit Fenton anstatt mit dem von ihm prolongierten Dr. Cajus.<\/p>\n<p>Selbstbewusst nimmt Falstaff auch die Gelegenheit zu einem weiteren Rendezvous an: Dieses Mal erwartet ihn die gesamte Gesellschaft verkleidet im Wald, wo sie ihn kr\u00e4ftig verpr\u00fcgeln.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne stellt die schicke Strandpromenade eines teuren Hotels dar. Links die Tische des Caf\u00e9s, wo Falstaff es sich gutgehen l\u00e4\u00dft. Rechts wird die B\u00fchne von zwei Umkleidekabinen begrenzt. Etwas in den Hintergrund versetzt, werden die beiden \u00e4u\u00dferen Enden mit der Strandpromenade verbunden: Sonnenschirme und Liegest\u00fchle sorgen f\u00fcr das passende Flair, ein Steg ragt nach hinten in das Wasser hinein, es dominieren Wei\u00df und helle Farben.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme sind entsprechend an die Umgebung angepa\u00dft: So tragen die Diener von Falstaff Matrosenanz\u00fcge, Ford und Fenton betreten die B\u00fchne zun\u00e4chst im Tennis-Outfit. Bei der Verkleidung im dritten Akt werden surrealistische Kost\u00fcme pr\u00e4sentiert. Deutlich dunklere Beleuchtung bilden einen starken Kontrast zum er\u00f6ffnenden B\u00fchnenbild.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kiril Manolov<\/strong> verk\u00f6rpert den beleibten Ritter Falstaff und ist von der ersten Minute an voll pr\u00e4sent: Das dunkle Timbre seiner Stimme verhindert nicht, da\u00df er bei schnellen Passagen schwerf\u00e4llig wirkt. Bei seiner Beschuldigung der Diener als Diebe \u00fcberzeugt er zudem mit gro\u00dfem Stimmumfang, der jedoch kontrolliert gef\u00fchrt wird. Sein Klagemonolog zu Beginn des dritten Aktes zeigt zudem die F\u00e4higkeit, auch lyrische Passagen ansprechend zu gestalten. Zudem zeigt er eine enorme F\u00e4higkeit als Schauspieler. Diese ist auch <strong>Stephan Boving<\/strong> (Dr. Cajus) zu eigen. Zeigt sein erster Auftritt zu Beginn des St\u00fcckes vor allem einen lyrischen Tenor, so f\u00e4llt auf, da\u00df er vor allem in den \u00fcppigen Finalszenen trotzdem nicht untergeht, da er durch Fokussierung auch sehr markant auftreten kann, ohne in Gebr\u00fcll zu verfallen. W\u00e4hrend der Briefszene widerf\u00e4hrt <strong>Dorothea Brandt<\/strong> (Nannetta) genau dieses Schicksal. Die gro\u00dfen kantablen B\u00f6gen, die sie jedoch an anderen Stellen entfaltet, wiegen das mehr als auf. Bezeichnend ist dabei vor allem, wie sie diese Melodien ohne \u00fcberfl\u00fcssigen Schmalz oder breiten Pathos erklingen l\u00e4\u00dft. Einmal mehr f\u00e4llt auch ihre F\u00e4higkeit zum nahtlosen \u00dcbergang zwischen weit auseinander liegenden Lautst\u00e4rkeregistern auf. Diese stimmlichen F\u00e4higkeiten lassen sich in \u00e4hnlicher Manier auf <strong>Christian Sturm<\/strong> (Fenton) projizieren. Vor allem seine Klage im dritten Akt \u00fcberzeugt mit klarer Stimmf\u00fchrung, das juvenile Liebespaar grenzt sich so von den anderen Protagonisten der Oper auf eine eigene Art und Weise ab. Bei <strong>Banu B\u00f6ke<\/strong> (Alice Ford) gef\u00e4llt vor allem die intelligente Gestaltung ihrer musikalischen Linien. Zudem gelingen ihr \u00c4hnliches mit <strong>Joslyn Rechter<\/strong> (Meg Page), obwohl diese \u00fcber einen deutlich weicheren Stimmansatz verf\u00fcgt. Das <strong>Sinfonieorchester Wuppertal <\/strong>unter der Leitung von <strong>Hilary Griffiths <\/strong>begleitet die S\u00e4nger abwechslungsreich: W\u00e4hrend im zweiten Akt die Tendenz zur gro\u00dfen Linie herrscht, wird diese gerade zu Beginn der Oper vermieden.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine gute Leistung von allen Beteiligten w\u00fcrdigt das Publikum mit entsprechendem Applaus. Die Bravorufe f\u00fcr Kiril Manolov und die Regie waren durchaus berechtigt, ein sehr unterhaltsamer Abend.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Uwe Stratmann<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alice Ford (Banu B\u00f6ke), Nannetta (Dorothea Brandt) und verkleidete Feen (Damenchor der Wuppertaler B\u00fchnen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Lyrische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito, UA: 9. 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