{"id":3400,"date":"2011-11-28T14:42:12","date_gmt":"2011-11-28T13:42:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3400"},"modified":"2011-11-28T14:42:12","modified_gmt":"2011-11-28T13:42:12","slug":"eugen-onegin-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3400","title":{"rendered":"EUGEN ONEGIN &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter I. Tschaikowski (1840-1893), Lyrische Szenen in drei Akten, Libretto: Peter I. Tschaikowski und Konstantin S. Schilowski nach dem Versepos von Alexander S. Puschkin, UA: 1879, Moskau, Maly-Theater<\/p>\n<p>Regie: Christina Hennigs (szenisches Arrangement), Kost\u00fcme: Christine Becke, Dramaturgie: Katja Pfeifer, Licht: Susanne G\u00fcnther<\/p>\n<p>Dirigent: Karl Prokopetz, Philharmonisches Orchester, Opernchor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Anna T\u00f6ller<\/p>\n<p>Solisten: Doris H\u00e4drich (Larina), Anette Gerhardt (Tatjana), Frauke Willimczik (Olga), Christina Winkel (Filipjewna), Chul-Ho Jang (Eugen Onegin), Bragi Bergth\u00f3rsson (Wladimir Lenski), Bernhard Leube (F\u00fcrst Gremin), Noriyuki Sawabu (Triquet), Volkmar Assmus (ein Hauptmann)<\/p>\n<p>Auff\u00fchrung: 26. November 2011 (Premiere, halbszenische Auff\u00fchrung, in deutsch Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Greifswald-Onegin.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3401\" title=\"Greifswald-Onegin\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Greifswald-Onegin.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Greifswald-Onegin.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Greifswald-Onegin-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Mit seinem Freund Wladimir Lenski besucht Eugen Onegin, ein Petersburger Lebemann, die Gutsbesitzerin Larina mit ihren beiden T\u00f6chtern Tatjana und Olga auf dem Land. Lenski liebt die lebenslustige Olga. In einem Brief gesteht die sensible Tatjana Onegin ihre Liebe, der sie jedoch zur\u00fcckweist. Im darauffolgenden Winter veranstaltet die Larina einen Ball, bei dem Onegin sich langweilt. Um Lenski zu \u00e4rgern, tanzt er unentwegt mit Olga. Lenski ist tief gekr\u00e4nkt und fordert Onegin zum Duell. Lenski wird von Onegin get\u00f6tet. Getrieben von Schuldgef\u00fchlen zieht Onegin jahrelang in der Welt umher, bis er schlie\u00dflich nach St. Petersburg zur\u00fcckkehrt. Auf einem Ball trifft er Tatjana wieder, die inzwischen mit dem betagten F\u00fcrsten Gremin verheiratet ist. Onegin verliebt sich nun in Tatjana, doch sie weist ihn ab. Er bleibt verzweifelt zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im Programmheft wird die Auff\u00fchrung als <em>halbszensich<\/em> bezeichnet. Dahinter verbirgt sich eine Idee, die es dem Theater trotz Finanznot erm\u00f6glichen soll, gro\u00dfe Opern aufzuf\u00fchren: Man verzichtet auf das B\u00fchnenbild und platziert stattdessen das Orchester auf der gestuft ansteigenden B\u00fchne. Vor und hinter dem Orchester und auf einem freien Gang in dessen Mitte f\u00fchren die S\u00e4nger die Oper szenisch auf, mit wenigen Requisiten und mit stilistisch nicht eindeutig bestimmbaren dezenten Kost\u00fcmen. Verschiedene Tageszeiten und Stimmungen werden durch einen farbig ausgeleuchteten Hintergrund angedeutet. Der Vorhang bleibt w\u00e4hrend der gesamten Vorstellung ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die besondere Auff\u00fchrungssituation forderte von S\u00e4ngern und Orchester H\u00f6chstleistungen. In dem kleinen Saal wurde jede Regung und jeder Ton unmittelbar auf die Zuh\u00f6rer \u00fcbertragen. Mit klarem, gut artikuliertem Sopran und \u00e4u\u00dferst ausdruckstarkem Agieren zog <strong>Anette Gerhardt<\/strong> (Tatjana) das Publikum in ihren Bann. Die Gef\u00fchlsschwankungen des sensiblen Charakters zeigte sie auf glaubhafte Weise. Lediglich in gro\u00dfer Lautst\u00e4rke neigte sie zu etwas \u00fcbertriebenem Vibrato. \u00c4hnlich ehrlich wirkte die Rollendarstellung von <strong>Bragi Bergth\u00f3rsson<\/strong> (Wladimir Lenski), dessen lyrische Tenorstimme in mittlerer Lautst\u00e4rke angenehm weich und im Forte hell und durchschlagend klang. Gewisse Beiger\u00e4usche w\u00e4hrend mancher Pianopassagen lie\u00dfen eine geringf\u00fcgige Erk\u00e4ltung vermuten. Auch <strong>Frauke Willimczik<\/strong> (Olga) \u00fcberzeugte \u2013 trotz der schwierigen tiefen Lage trug ihre klare Stimme ausgezeichnet und brachte viel Lebensfreude zum Ausdruck. Alle drei sahen au\u00dferdem auf der B\u00fchne ausgesprochen sch\u00f6n aus. Daneben wirkte der steife <strong>Chul-Ho Jang<\/strong> (Eugen Onegin) geradezu gef\u00fchlskalt. Klanglich war er der Rolle mit seiner sehr guten Projektion absolut gewachsen, doch er hatte am meisten mit dem sperrigen deutschen Text zu k\u00e4mpfen. Die reife Altstimme von <strong>Doris H\u00e4drich<\/strong> (Larina) pa\u00dfte hervorragend zu ihrer Rolle, selbiges gilt f\u00fcr <strong>Christina Winkel<\/strong> (Filipjewna). Der vollt\u00f6nende Ba\u00df von <strong>Bernhard Leube <\/strong>(F\u00fcrst Gremin) brachte im dritten Akt noch eine angenehme Erweiterung des Klangraumes. Der Chor, der f\u00fcr seine Auftritte auch den Zuschauerraum nutzte, trug entscheidend zum guten schauspielerischen Gesamteindruck bei.<\/p>\n<p>Das Orchester lief zu H\u00f6chstform auf. Probleme mit der Intonation, die bei anderen Opernauff\u00fchrungen geh\u00e4uft auftraten, gab es an diesem Abend keine. Die Balance zwischen Streichern und Bl\u00e4sern funktionierte gut, obwohl die Bl\u00e4ser im akustisch ung\u00fcnstigeren hinteren Teil der B\u00fchne sa\u00dfen. Besonders der Streicherklang wirkte wesentlich unmittelbarer und direkter als sonst.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Idee der szenischen Auff\u00fchrung ohne B\u00fchnenbild \u2013 diese Bezeichnung scheint passender als der Ausdruck <em>halbszenisch<\/em> \u2013 mit dem Orchester auf der B\u00fchne funktionierte im Greifswalder Theater ausgezeichnet. Es war ein besonderes Erlebnis, der Arbeit von Karl Prokopetz direkt zusehen zu k\u00f6nnen. Eine eigenartige Stimmung, fast etwas surreal, entstand durch die st\u00e4ndige Anwesenheit des Orchesters. Aber sie tat dem Opernerlebnis keinen Abbruch, im Gegenteil: Man f\u00fchlte sich durch die gro\u00dfe Intimit\u00e4t und Unmittelbarkeit beinahe in die Handlung integriert. Einzig die deutsche \u00dcbersetzung, die sich geradezu gegen die Musik zu str\u00e4uben schien, hatte negative Auswirkungen und machte den S\u00e4ngern die Arbeit schwer. Das Publikum dankte dem Ensemble mit langanhaltendem Applaus f\u00fcr eine gelungene Vorstellung.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Vincent Leifer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt (von links nach rechts): Chor, Frauke Willimczik (Olga), Anette Gerhardt (Tatjana), Bragi Bergth\u00f3rsson (Wladimir Lenski), Chul-Ho Jang (Eugen Onegin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter I. Tschaikowski (1840-1893), Lyrische Szenen in drei Akten, Libretto: Peter I. Tschaikowski und Konstantin S. Schilowski nach dem Versepos von Alexander S. 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