{"id":3396,"date":"2011-11-28T14:39:32","date_gmt":"2011-11-28T13:39:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3396"},"modified":"2011-11-28T14:39:32","modified_gmt":"2011-11-28T13:39:32","slug":"manon-lescaut-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3396","title":{"rendered":"MANON LESCAUT &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Akten, Libretto: Ruggiero Leoncavallo, Marco Praga, Domenico Oliva, Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, Giulio Ricordi, Giuseppe Adami, UA: 1. Februar, 1893, Turin, Teatro Regio<\/p>\n<p>Regie: Yona Kim, B\u00fchne: Evi Wiedemann, Kost\u00fcme: Hugo Holger Schneider, Dramaturgie: Dominica Volkert<\/p>\n<p>Dirigent: Gerhard Markson, Orchester: Philharmonisches Orchester, Opernchor und Extrachor des Theater Freiburg, Choreinstudierung: Bernhard Moncado<\/p>\n<p>Solisten: Christina Vasileva (Manon Lescaut), Juan Orozco (Lescaut), Gaston Rivero (Des Grieux), Jin Seok Lee (Geronte), Christoph Waltle (Edmond), Susana Schnell (Musiker), Kyungmin Cha (Wirt), Volker Stief (Ballettmeister), Christoph Waltle (Lampenanz\u00fcnder), Marcelo de Souza-Felix (Sergeant), Lorenz Minth (Kapit\u00e4n)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Freiburg-Manon-Lescaut.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3397\" title=\"Freiburg-Manon-Lescaut\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Freiburg-Manon-Lescaut.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Freiburg-Manon-Lescaut.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Freiburg-Manon-Lescaut-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl der arme Student Des Grieux als auch der reiche Geronte begehren die junge und sch\u00f6ne Manon Lescaut. Diese l\u00e4\u00dft sich zun\u00e4chst mit Des Grieux ein. Als Des Grieux jedoch nach einer Weile das Geld ausgeht, wendet sie sich Geronte zu und lebt nun mit diesem zusammen in Luxus und Reichtum. Ihrem Bruder Lescaut gesteht sie jedoch, da\u00df sie die Leidenschaft von Des Grieux vermi\u00dft. Der erscheint bald darauf aufs Neue und erliegt Manon wiederum. Gemeinsam planen sie die Flucht, wobei sie aber von Geronte ertappt werden, weil Manon zuviel Zeit damit verbringt, Schmuck und Geld einzupacken. Des Grieux\u2018 Versuch, Manon aus dem Gef\u00e4ngnis zu befreien, scheitert. Manon in Liebe ergeben, folgt er ihr in die Verbannung nach Amerika, wo sie in seinen Armen in der W\u00fcste stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Yona Kims aktualisierende Sichtweise auf Puccinis erste Erfolgsoper bedient die Stereotypen des sogenannten \u201eRegietheaters\u201c: Bis auf seltene Violett-T\u00f6ne ist alles grau, silbern oder grausilbern, selbst der Vorhang. Die bis auf wenige Requisiten meist leere B\u00fchne ver\u00e4ndert sich \u00fcber alle vier Akte kaum. Das bunte Treiben im ersten Akt weist unter anderem eine Modenschau auf. Manon ist gekleidet wie eine Prostituierte, ihr Bruder Lescaut wie ein Zuh\u00e4lter. Allgegenw\u00e4rtig sind Dollarscheine, die entweder gez\u00e4hlt, zerkn\u00fcllt, in M\u00fcnder geschoben oder auf den Boden geworfen werden. So ist ab dem zweiten Akt der Boden mit Geldscheinen \u00fcbers\u00e4t. Manons Tanzunterricht besteht in Anlehnung an eine Szene aus David Lynchs Film <em>Lost Highway<\/em> darin, da\u00df ihr zwei M\u00e4nner jeweils eine Pistole an den Kopf halten. Am Ende schlie\u00dflich verl\u00e4\u00dft der drogens\u00fcchtige Des Grieux die sterbende Manon, die er nun wie eine Bettlerin behandelt und schlie\u00dft sich wieder der Gesellschaft an. Die Auff\u00fchrung endet wie sie begann, mit dem stummen Chor, der von der Rampe aus dem Publikum wie ein Spiegelbild entgegenstarrt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die musikalischen Ereignisse an diesem Premierenabend sind <strong>Christina Vasileva<\/strong> und das Philharmonische Orchester Freiburg unter <strong>Gerhard Markson.<\/strong> Vasilevas stimmliche Tragf\u00e4higkeit vereint sich gemeinsam mit ihrer glanzvollen H\u00f6he sowie ihrer schauspielerischen Qualit\u00e4t zu einem nahezu perfekten Portrait der Manon Lescaut. In den expressiven Ausbr\u00fcchen ihrer Partie bereitet ihr das mit Pr\u00e4zision, Flexibilit\u00e4t, kantabler W\u00e4rme und Italianit\u00e0 agierende Orchester eine schillernde Basis. In Sachen Pr\u00e4senz und Beweglichkeit h\u00e4lt <strong>Gaston Riveros<\/strong> Des Grieux mit Vasileva durchaus mit, jedoch wirkt sein Tenor in der H\u00f6he gelegentlich gepre\u00dft. Schauspielerisch bleibt er \u00e4hnlich unauff\u00e4llig wie <strong>Jin Seok Lees<\/strong> offizieller Geronte, dessen gro\u00dfer Ba\u00df nicht nach einem B\u00f6sewicht klingt, der aber eine angenehme baritonale F\u00e4rbung aufweist. <strong>Juan Orozco<\/strong> gibt als Lescaut eine gewohnt starke Vorstellung, wohingegen die kleineren Rollen, wie <strong>Christoph Waltles<\/strong> Edmondo, kaum auffallen, weil sie stimmlich wenig Individualit\u00e4t verstrahlen. Gewaltvoll und wuchtig klingt der auch schauspielerisch im Vordergrund stehende <strong>Opern-<\/strong> und <strong>Extrachor<\/strong> des Theater Freiburg, der im Tutti etwas kantig t\u00f6nt, gleichwohl eine unnachgiebige Pr\u00e4senz ausstrahlt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die zynische wie zeitgem\u00e4\u00dfe Inszenierung von Puccinis Oper traf beim Publikum nicht nur auf Zustimmung. Erwartungsgem\u00e4\u00df mischten sich in den begeisterten Schlu\u00dfapplaus daher einige Buhs f\u00fcr die Regie. Musikalisches konnte der Premierenabend beinahe uneingeschr\u00e4nkt begeistern.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christina Vasileva (Manon Lescaut)und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Akten, Libretto: Ruggiero Leoncavallo, Marco Praga, Domenico Oliva, Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, Giulio Ricordi, Giuseppe Adami, UA: 1. 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