{"id":3392,"date":"2011-11-28T14:35:59","date_gmt":"2011-11-28T13:35:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3392"},"modified":"2011-11-28T14:35:59","modified_gmt":"2011-11-28T13:35:59","slug":"la-cenerentola-paris-palais-garnier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3392","title":{"rendered":"LA CENERENTOLA &#8211; Paris, Palais Garnier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Guioacchino Rossini, Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Jacopo Ferretti nach Charles Perrault: <em>Cendrillon<\/em>, U.A.: 25. Januar 1817 Rom, Teatro Valle<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Jean-Pierre Ponnelle, Verwirklichung der Inszenierung: Grischa Asagaroff, Beleuchtung: Michael Bauer<\/p>\n<p>Dirigent: Bruno Campanella, Chorleiter: Alessandro di Stefano, Chor und Orchester de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris<\/p>\n<p>Solisten:\u00a0 Javier Camarena (Don Ramiro), Riccardo Novaro (Dandini), Carlos Chausson (Don Magnifico), Jeanette Fischer (Clorinda), Anna Wall (Tisbe), Karine Deshayes (Angelina), Alex Esposito (Alidoro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Paris-Cenerentola.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3393\" title=\"Paris-Cenerentola\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Paris-Cenerentola.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Paris-Cenerentola.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Paris-Cenerentola-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prinz Ramiro kommt auf seiner Brautschau zu Don Magnificos zwei h\u00e4\u00dflichen und b\u00f6sen T\u00f6chtern und seiner guten und sch\u00f6nen Stieftochter, Angelina, die von Schwestern und Stiefvater als Magd mi\u00dfhandelt wird. Der Prinz hat vorsichtshalber mit seinem Kammerdiener Dandini die Identit\u00e4t gewechselt. Zwischen der vermeintlichen K\u00fcchenmagd und dem vermeintlichen Kammerdiener ist es Liebe auf den ersten Blick. Der Prinz l\u00e4dt die M\u00e4dchen zu einem Ball ein. Don Magnifico verbietet Angelina daran teilzunehmen. Sie erh\u00e4lt aber vom Philosophen Alidoro eine Einladung, sowie ein Ballkleid. Auf dem Ball rivalisieren die beiden h\u00e4\u00dflichen Schwestern auf groteske Weise um die Gunst des Prinzen. Man meldet die Ankunft einer sch\u00f6nen Unbekannten. Don Magnifico \u00e4rgert sich, da\u00df alle sie umwerben, und sie \u00fcberdies seiner Stieftochter \u00e4hnelt. Angelina lehnt den Heiratsantrag des vermeintlichen Prinzen ab, sie liebe seinen Kammerdiener. Als Ramiro um sie wirbt, gib sie ihm eins von zwei gleichen Armb\u00e4ndern. Wenn er sie damit f\u00e4nde und sie ihm dann immer noch gefalle, wolle sie ihn heiraten. Don Magnifico ist ersch\u00fcttert als Dandini ihm offenbart, da\u00df er nur Kammerdiener sei. Der Prinz findet Angelina und heiratet sie. Sie vergibt Vater und Schwestern und bittet auch beim Prinzen f\u00fcr sie: <em>La bont\u00e0 in trionfo!<\/em><\/p>\n<p>Auff\u00fchrung<\/p>\n<p>Als B\u00fchnenbild einfache schwarz-wei\u00df Kulissen, wie Architekturstiche des 18. Jahrhunderts, f\u00fcr das Haus Don Magnificos und f\u00fcr das Prinzenpalais, deren <em>trompe-l\u2019oeil<\/em> Fassaden man wie bei alten Puppenh\u00e4usern \u00f6ffnen kann. Die Kost\u00fcme der Solisten im Stil zwischen Roccoco und Biedermeier, besonders pr\u00e4chtig das schwarze, bestickte Ballkleid und das wei\u00dfe Hochzeitskleid Angelinas, der Chor der H\u00f6flinge in rotem Jagdgkost\u00fcm mit schwarzem Zylinder oder in besticketem Frack.<\/p>\n<p>Die Regie ist eine wundervoll phantasievolle Choreographie, die alle M\u00f6glichkeiten der Handlung und der Partitur ausn\u00fctzt, um\u00a0 ein regelrechtes Feuerwerk von Witz, Komik und \u00c4stetik zu schaffen, das wie eine kunstvoll konstruierte Spieluhr abl\u00e4uft. Der Ton jedes Instruments, jedes Tempo im Orchester, jede Stimme, Geste oder Mimik, jeder Schritt auf der B\u00fchne sind bis ins letzte ausgekl\u00fcgelt und aufeinander abgestimmt. Tanz, Possenspiel, aber auch Pantomine und Marionettenbewegungen hinterlassen dabei ihre Spuren. Bemerkenswert in dem Zusammenhang ist das Festessen im Finale des ersten Akts, sowie das Sextett <em>Questo \u00e8 un nodo avviluppato<\/em> <em>\u2013 Das ist ein verzwickter Knoten<\/em> (2. Akt).<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Bruno Campanella dirigiert das Orchester de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris mit t\u00e4nzerischem Schwung, aber prezise und subtil, damit keine einzige musikalische oder szenische Pointe verloren geht.<\/p>\n<p>Karine Deshayes beschert uns, in der hohen wie in der wunderbar tiefen Stimmlage, eine ber\u00fcckende Angelina, von der bewegenden, volksliedhaften Arie am Beginn der Oper <em>Una volta c\u2019era un Re <\/em>bis zur mitreissenden Schlu\u00dfszene <em>De la fortuna istabile. <\/em>Der zweite Star des Abends ist unbestritten Carlos Chausson. Sein kr\u00e4ftiger orgelnder <em>buffo<\/em> Ba\u00df und sein schauspielerisches Talent ergeben einen unwiderstehlich komischen Don Magnifico, wie in der Bravourarie <em>Giocato<\/em> <em>ho ambo e vincer\u00f2 l\u2019eletto <\/em>(2.Akt), oder im Duett <em>Scusi la mia premura<\/em> (2.Akt) mit Riccardo Novaros sch\u00f6nem Bariton. Javier Camarenas heller Tenor, wenn auch manchmal in der H\u00f6he etwas angestrengt und nicht immer ganz sicher in den Melismen, ist dennoch ein glaubw\u00fcrdiger Don Ramiro. Die beiden mi\u00dfg\u00fcnstigen Schwestern als Biedermeierkarikaturen, sind grotesk-komisch blendend interpretiert von Jannette Fischer und Anna Wall. Alex Esposito mit vollem tiefem Ba\u00df ist der Deus-ex-machina und drahtziehende Philosoph der Kom\u00f6die. Erw\u00e4hnenswert ist noch der ausgezeichnete M\u00e4nnerchor.<\/p>\n<p>Doch trotz der stimmlichen und schaupielerischen Talente der einzelnen Beteiligten, ist es letztlich das vollendete Zusammenspiel von Solisten, Chor und Orchester, durch die die Ensembleszenen begeistern.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Jean Pierre Ponnelles (1932-88) Regie-B\u00fchnenbild-Kost\u00fcme f\u00fcr Rossinis <em>Cenerentola<\/em> geh\u00f6ren zu jenen legend\u00e4ren gewordenen Opern-Inszenierungen der letzten 50 Jahre. Hier wurde die Version, die er 1980 f\u00fcr die Bayrische Staatsoper M\u00fcnchen schuf, von seinem langj\u00e4hrigen Mitarbeiter Grischa Asagaroff f\u00fcr Paris \u00fcbernommen. Sie bleibt eins jener begl\u00fcckenden, musikalischen Schauspiele, von dem man freudig l\u00e4chelnd nach Hause geht.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Agathe Poupeney<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Wall (Tisbe), Karine Deshayes (Angelina), Jeannette Fischer (Clorinda) et Carlos Chausson (Don Magnifico)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Guioacchino Rossini, Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Jacopo Ferretti nach Charles Perrault: Cendrillon, U.A.: 25. 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