{"id":339,"date":"2008-06-27T22:26:30","date_gmt":"2008-06-27T20:26:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=339"},"modified":"2008-06-27T22:26:30","modified_gmt":"2008-06-27T20:26:30","slug":"mainz-staatstheater-la-boheme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=339","title":{"rendered":"Mainz, Staatstheater &#8211; LA BOH\u00c8ME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Oper in vier Bildern; Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Roman Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me von Henri Murger; UA: 1. Februar 1896, Turin, Teatro Region,<br \/>\nRegie: Vera Nemirova, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Marie-Luise Strandt<br \/>\nDirigentin: Catherine R\u00fcckwardt, Orchester und Chor des Staatstheaters Mainz<br \/>\nSolisten: Abbie Furmansky (Mim\u00ec), Tatjana Charalgina (Musetta), Sergio Blazquez (Rodolfo), Richard Morrison (Marcello), Vadim Volkov (Schaunard), Hans-Otto Wei\u00df (Colline), Ion Grigorescu (Beno\u00eet), Ks. J\u00fcrgen Rust (Alcindoro), Patrick H\u00f6rner (Parpignol), Seok-Gill Choi (Sergeant), Hans-Helge Gerlik (Z\u00f6llner)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. Juni 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/mainz-la-boheme.jpg\" TITLE=\"mainz-la-boheme.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/mainz-la-boheme.jpg\" ALT=\"mainz-la-boheme.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Zeitlos ist die Geschichte von N\u00e4herin Mim\u00ec und dem Dichter Rodolfo, eine Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang. Sie leben in einfachen Verh\u00e4ltnissen, sie lernen sich am Heiligabend kennen und lieben, dann gibt er vor eifers\u00fcchtig zu sein und erkl\u00e4rt schlie\u00dflich den wahren Grund seiner Abkehr von Mim\u00ec: sie ist schwerkrank. Mim\u00ec und Rodolfo trennen sich, und schlie\u00dflich stirbt sie doch im Kreise von Rodolfo und seinen Freunden. Die zweite Liebesgeschichte ist gleichsam zeitlos: Das st\u00e4ndige sich Trennen und Wiederfinden, Streiten und Verzeihen von K\u00fcnstler Marcello und Zicke Musetta. Er ist eifers\u00fcchtig, sie will ihre Freiheit; an dauerhafte traute Zweisamkeit ist da nicht zu denken.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\n<strong>Vera Nemirova<\/strong> erkennt die Aktualit\u00e4t der Probleme beider Paare und versetzt sie in die heutige Zeit. K\u00fcnstler Marcello wird zum Fotografen, in dessen Atelier Scheinwerfer umherstehen. Die M\u00e4nner betrachten das weibliche Geschlecht vor allem als Objekt ihrer Kunst: Die Fotomodelle Marcellos sind unter anderem zwei jugendliche M\u00e4dchen, die vor der Kamera posieren, und selbst Mim\u00ecs gef\u00fchlvolles Mi chiamano Mim\u00ec dient Rodolfo lediglich als hastig mitgeschriebene Idee f\u00fcr sein n\u00e4chstes St\u00fcck. Statt Feuer f\u00fcr ihre Kerze h\u00e4tte Mim\u00ec ebenso gut nach einer Batterie f\u00fcr ihre Maglite-Taschenlampe fragen k\u00f6nnen, aber da bleibt die Regisseurin dem Libretto treu.<br \/>\nDas Quartier der Bohemiens ist eine gro\u00dfe Halle, die Werner Hutterli einem leer stehenden Caf\u00e9 nachempfunden hat. Dort sitzen sie, suchen nach Inspiration und treffen sich mit Gleichgesinnten. Hinter verschmierten Scheiben laufen immer wieder achtlos Fu\u00dfg\u00e4nger vorbei, vermummt um der herrschenden K\u00e4lte zu trotzen.<br \/>\nDer zweite Akt wird zu einem Rummel und Aufgebot an bunten L\u00e4mpchen und Weihnachtskitsch. Einkaufswagen mit Markenprodukten werden \u00fcber die B\u00fchne geschoben, und im Momus dominiert ein quietschgelbes Sofa das Inventar. Kellnerinnen in Engelskost\u00fcmen pr\u00e4sentieren in verschiedenen Posen immer wieder die Buchstaben Momus. Schlie\u00dflich zieht die Mainzer Ranzengarde durch den Zuschauerraum, und die Darsteller stellen sich wie beim Rosenmontagszug auf und winken der Kapelle von der B\u00fchne aus zu.<br \/>\nAuch der dritte Akt ist vielleicht etwas anders als erwartet. Den verschneiten Wintermorgen ersetzt Nemirova durch ein Freudenhaus, in dessen Schaufenstern sich Prostituierte winden. Zwei zwielichtige Gestalten gew\u00e4hren Mim\u00ec Zutritt zum Haus, sie beauftragt schlie\u00dflich eine Dame vom Gewerbe dazu, den gesuchten Marcello zu holen.<br \/>\nIm letzten Akt fallen die modernen Kunstwerke ins Auge, die die Bohemiens ausstellen. Interessanterweise gibt es im B\u00fchnenbild von Werner Hutterli kein Bett, auf dem Mim\u00ec sich ausruhen k\u00f6nnte, und im Kost\u00fcmbild von Marie-Luise Strandt keinen tats\u00e4chlichen Muff, der der Todkranken die H\u00e4nde w\u00e4rmt. Statt dessen mu\u00df Musettas wei\u00dfer Pelzmantel daf\u00fcr herhalten.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nWas das Ensemble betrifft, so war  <em>La Boh\u00e8me <\/em>in Mainz sicherlich eine mehr als zufrieden stellende Vorstellung. <strong>Abbie Furmansk<\/strong>y (Mim\u00ec) sang mit voller Stimme, und \u00fcberzeugte auf ganzer Linie. <strong>Sergio Blazquez <\/strong>(Rodolfo) spielte sympathisch und gleichsam unnahbar den Liebhaber Rodolfo mit angenehm warmer Klangfarbe. <strong>Tatjana Charalgina<\/strong> (Musetta) inszenierte und sang absolut glaubw\u00fcrdig die arrogante, z\u00fcgellose Zicke im kurzen pinkfarbenen Kleidchen, Sonnenbrille, St\u00f6ckelschuhen und Pelz, die die M\u00e4nner um sich herum voll im Griff hatte. <strong>Richard Morrison<\/strong> (Marcello) sang eindrucksvoll, und spielte ebenso wie <strong>Vadim Volkov<\/strong> (Schaunard) und <strong>Hans-Otto Wei\u00df<\/strong> (Colline), die mit Volumen \u00fcberzeugten, vor allem die jugendliche Leichtigkeit der unbek\u00fcmmerten Junggesellen auf der B\u00fchne.<br \/>\n<strong>Catherine R\u00fcckwardt<\/strong> leitete ein pr\u00e4zises und dynamisches Orchester, das die romantische Musik Puccinis \u00fcberzeugend und gef\u00fchlvoll meisterte. An manchen Stellen waren die Instrumentalisten lediglich ein wenig zu laut, wodurch hier und da der Gesang im Orchesterklang etwas unterging. Der <strong>Chor<\/strong> \u00fcberzeugte, und das Zusammenspiel zwischen den Gruppen funktionierte sonst reibungslos.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Zuschauer begr\u00fc\u00dften die Inszenierung Nemirovas in der heutigen Zeit ebenso wie B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme und waren mit Orchester und Musikern gleicherma\u00dfen zufrieden. Ein gelungener Abend.<\/p>\n<p>Julia Korst<br \/>\nBild: Martina Pipprich<br \/>\nDas Bild zeigt:  Scheinwerfer und trocknende Fotos: Mim\u00ec (Abbie Furmansky) und Rodolfo (Sergio Blazquez) flirten im Heim der Bohemiens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Oper in vier Bildern; Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Roman Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me von Henri Murger; UA: 1. 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