{"id":3387,"date":"2011-11-28T11:43:54","date_gmt":"2011-11-28T10:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3387"},"modified":"2011-11-28T13:10:56","modified_gmt":"2011-11-28T12:10:56","slug":"ariadne-auf-naxos-koln-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3387","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS &#8211; K\u00f6ln, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzuge nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 25. Oktober 1912, Stuttgart, Hoftheater, Kleines Haus<\/p>\n<p>Regie: Uwe Eric Laufenberg, B\u00fchne: Tobias Hoheisel, Kost\u00fcme: Jessica Karge, Dramaturgie: Hans Nadolny<\/p>\n<p>Dirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Harald Kuhlmann (Haushofmeister), Johannes Martin Kr\u00e4nzle (Musiklehrer), Regina Richter (Komponist), Marco Jentzsch (Tenor\/Bacchus), Stefan Kohnke (Offizier), Martin Koch (Tanzmeister), S\u00e9vag Serge Tachdjian (Per\u00fcckenmacher), Yong Doo Park (Lakai), Daniela Fally (Zerbinetta), Barbara Haveman (Primadonna\/Ariadne), Darsteller der Commedia dell\u2019Arte: Miljenko Turk (Harlekin), Gustavo Quaresma Ramos (Scaramuccio), Matias Tosi (Brighella), Jeongki Cho (Truffaldin), Gloria Rehm (Najade), Adriana Bastidas Gamboa (Dryade), Ji-Hyun An (Echo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Koeln-Ariadne.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3388\" title=\"Koeln-Ariadne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Koeln-Ariadne.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"215\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Koeln-Ariadne.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Koeln-Ariadne-300x184.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In einem Vorspiel wird berichtet, da\u00df ein reicher Wiener eine Oper und eine Kom\u00f6die in seinem Haus auff\u00fchren will. Komponist und Musiklehrer sind erbost \u00fcber die Anordnung des Hausherrn, Oper und Kom\u00f6die gleichzeitig aufzuf\u00fchren, damit das anschlie\u00dfende Feuerwerk p\u00fcnktlich um 9 Uhr beginnen k\u00f6nne. Wahrer Grund dieser Kombination war aber, da\u00df die \u00f6de Insel, auf der die Oper spielt, durch die lustigen Kom\u00f6dianten belebt werden sollte.<\/p>\n<p>Die Oper zeigt die von ihrem Geliebten Theseus verlassene Ariadne auf der Insel Naxos. Ariadne sucht nur noch den Tod. Zerbinetta und ihre Truppe beobachtet sie in ihrem Schmerz. Schlie\u00dflich gewinnt sie durch Bacchus ihre Lebensfreude zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Ungehindert vom B\u00fchnenvorhang sieht man einen hohen Raum mit strukturierten, spiegelnden W\u00e4nden. An den seitlichen W\u00e4nden je zwei braune Holzt\u00fcren Die R\u00fcckwand hat im Zentrum einen bis zur Decke reichenden Spiegel. Zu beiden Seiten hellbraune Vorh\u00e4nge. Von links kommt eine Treppe in den Saal herunter, nach rechts ist der Saal offen. Erhellt wird der vornehme Raum durch zahlreiche an Schn\u00fcren aufgereihte Kristall-Lampen. Der Boden ist durch gro\u00dfr\u00e4umige, geometrische Muster gegliedert. Darauf steht in der Mitte ein schwarzer Fl\u00fcgel. Zur Oper <em>Ariadne auf Naxos<\/em> werden die beiden bodenlangen Vorh\u00e4nge an der R\u00fcckwand ge\u00f6ffnet und geben den Blick frei aufs offene Meer.<\/p>\n<p>Die Herrn tragen Anz\u00fcge, Ariadne ein fu\u00dflanges schwarzes Kleid, die Kom\u00f6dianten, die die Figuren der Commedia dell\u2019Arte darstellen, die entsprechenden Kost\u00fcme.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Die sowohl feingliedrige, doch auch zuweilen recht robuste Musik wird unter der Stabf\u00fchrung von Markus Stenz durchsichtig gestaltet. \u00dcberraschend genau artikulierend erweist sich <strong>Johannes Martin Kr\u00e4nzle<\/strong> als Musiklehrer. Das Gegenteil an Verst\u00e4ndlichkeit bietet dann <strong>Regina Richter<\/strong>, die mit ihrem bl\u00fchenden, intonationssicheren Sopran einen temperamentvollen Komponisten abgibt, dem man den \u00c4rger dar\u00fcber, da\u00df er \u201eseine\u201c <em>Ariadne<\/em>-Oper mit einer oberfl\u00e4chlichen Opera buffa kombinieren soll, gerne abnimmt. <strong>Barbara Haveman<\/strong> stellt die tief entt\u00e4uschte Adriana mit volumin\u00f6sem Sopran eindrucksvoll dar, doch Intonationsungenauigkeiten mindern ab und zu den Genu\u00df. Ihr Partner <strong>Marco Jentzsch<\/strong> gewinnt als Bacchus sehr, aber seine Tongebung erscheint oft guttural. Zauberhaft erlebt man die \u201eNymphen\u201c <strong>Rehm <\/strong>(Najade), Gamboa (Dryade), <strong>Ji-Hyun An<\/strong> (Echo), die Ariadne begleiten. Ihr mit sublimer Musik angelegtes Terzett <em>T\u00f6ne, t\u00f6ne, s\u00fc\u00dfe Stimme<\/em> zum Opernende bechert den Liebenden Bacchus\/Ariadne eine geradezu ber\u00fcckend pastorale Stimmung.<\/p>\n<p>Die <strong>Darsteller der Commedia dell\u2019Arte<\/strong> sind stimmlich ausgewogen, bringen das rechte Ma\u00df an Fr\u00f6hlichkeit der trauernden Ariadne. Ihre Mitstreiterin <strong>Daniela Fally<\/strong> (Zerbinetta) \u00fcberh\u00f6ht geradezu das Quartett. Schon wenn sie dem w\u00fctenden Komponisten gegen\u00fcbertritt, ist ihre deutliche Artikulation auffallend. Ihren Part hat Strauss \u00fcber die Ma\u00dfen breit angelegt: nachdem Ariadne ihre Trauer und Todessehnsucht in einer fast uferlosen Klage ausgedr\u00fcckt, zeigt Zerbinetta das kraftstrotzende Leben. Die Partie ist mit aberwitzigen Koloraturen und Trillerketten ausstaffiert. Sie wird von vielen daher als die schwierigste Koloraturarie des Operngesangs angesehen. Dar\u00fcber hinaus mu\u00df die S\u00e4ngerin stets leicht und heiter vortragen. So h\u00e4ngt vielleicht der meiste Erfolg dieser Oper von der Darstellerin der Zerbinetta ab. Und das ist, ohne jeden Zweifel, an diesem Abend Daniela Fally gelungen. Die \u00dcberleitung vom Rezitativ zum Rondo gestaltet sie mit ihrer Kehlfertigkeit in den ansteigenden Trillerketten und den Bewegungen mit gr\u00f6\u00dfter Anmut. Ihre Stimme forciert sie nie, auch nicht bei den Spitzent\u00f6nen der E\u2019s und zuletzt des Fis in dreigestrichener Lage. Die Gesangslinie wird mit ungemein sicherer Atemtechnik gestaltet, wohinzu eine gro\u00dfe Ruhe und Leichtigkeit kommt, besonders auffallend beim langangehaltenen, dreigestrichenen D am Schlu\u00df des Rondo, das schlie\u00dflich in einen ebenso ausgedehnten Triller \u00fcbergeht. Frenetischer Applaus, der erst \u00fcbrigens an diesem Abend, \u00fcbersch\u00fcttet diese au\u00dfergew\u00f6hnliche S\u00e4ngerin!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum dankt den Mitwirkenden, eingeschlossen diesmal sogar das Regieteam, f\u00fcr einen \u00fcberw\u00e4ltigenden Opernabend mit nicht endend wollendem Applaus.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Forster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Daniela Fally (Zerbinetta) und Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzuge nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 25. 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