{"id":3375,"date":"2011-11-21T15:46:27","date_gmt":"2011-11-21T14:46:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3375"},"modified":"2011-12-06T14:26:51","modified_gmt":"2011-12-06T13:26:51","slug":"grafin-mariza-chemnitz-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3375","title":{"rendered":"GR\u00c4FIN MARIZA &#8211; Chemnitz, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in 3 Akten, Libretto: Julius Brammer u. Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 28. Februar 1924, Wien<\/p>\n<p>Regie: John Dew, B\u00fchne: Thomas Gruber, Kost\u00fcme: Jos\u00e9 Manuel V\u00e1zquez<\/p>\n<p>Dirigent: Anja Bihlmaier, Robert-Schumann-Philharmonie, Opernchor Chemnitz<\/p>\n<p>Solisten: Johanna Stojkovic (Gr\u00e4fin Mariza), Andreas Schager (Tassilo), Susanne Thielemann (Lisa), Frank Ernst (Baron Zsup\u00e1n), Tiina Penttinen (Manja), Monika Straube (F\u00fcrstin Bozena), Matthias Winter (Populescu), Thomas M\u00e4thger (Penizek) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Chemnitz-Graefin-Mariza.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3376\" title=\"Chemnitz-Graefin-Mariza\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Chemnitz-Graefin-Mariza.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Chemnitz-Graefin-Mariza.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Chemnitz-Graefin-Mariza-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der verarmte Graf Tassilo verdingt sich unter falschem Namen als Verwalter auf dem Gut von Gr\u00e4fin Mariza, um seiner Schwester Lisa die zu ihrer Hochzeit ben\u00f6tigte Mitgift zu verdienen. Die Gr\u00e4fin zieht sich indessen auf ihr Anwesen zur\u00fcck unter dem Vorwand der Verlobung mit einem imagin\u00e4ren Baron Zsup\u00e1n. Unerwartet taucht wirklich ein Adeliger namens Zsup\u00e1n auf dem Gut der Gr\u00e4fin auf, der um die Hand Marizas wirbt. Tassilo und die Gr\u00e4fin kommen sich im Laufe der Zeit n\u00e4her, beg\u00fcnstigt durch den Umstand, da\u00df Baron Zsup\u00e1n bereits ein Auge auf Lisa geworfen hat. Als Mariza zuf\u00e4lligerweise ein Brief Tassilos in die H\u00e4nde f\u00e4llt, in welchem er seine wahre Identit\u00e4t offenbart, zeigt sie ihm zun\u00e4chst die kalte Schulter. Beide kommen letztendlich doch noch zusammen, nachdem Tassilos Tante seine G\u00fcter zur\u00fcckgekauft hat und ihn so als ebenb\u00fcrtigen Partner der Gr\u00e4fin ausweist.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das ganze Geschehen der in Koproduktion mit dem Staatstheater Darmstadt dargebotenen Inszenierung spielt sich im Ausschnitt eines durch hohe \u00d6ffnungen und klassizistische Vert\u00e4felungen angedeuteten Schlo\u00dfsaals ab. Ein auseinanderschiebbares, mehrfach gegliedertes Liegesofa l\u00e4\u00dft in den unterschiedlichen Akten dabei in \u00e4u\u00dferst geringem Ma\u00df eine Variation des B\u00fchnenbildes erkennen. Hinweise auf die l\u00e4ndliche, park\u00e4hnliche Umgebung des Schlo\u00dfgutes finden sich in der mit stilisierten B\u00e4umen bedruckten Leinwand hinter den Durchbr\u00fcchen und in piktogramm\u00e4hnlicher Darstellung von Schweinen auf der Borte oberhalb der T\u00fcr\u00f6ffnungen. Dem B\u00fchnenbild gem\u00e4\u00df agieren die Darsteller in Roben aus der Entstehungszeit der Operette sowie die Gr\u00e4fin, im 3. Akt, auch in ungarischer Fantasie-Tracht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine gesangstechnisch gute Leistung bot Tenor <strong>Andreas Schager<\/strong> (Tassilo). Sein <em>Gr\u00fc\u00df mir \u2026 die Frauen im sch\u00f6nen Wien<\/em> im ersten Akt leuchtet in walzerleichter, sauber intonierter Entr\u00fcckheit, wobei er auch die lang ausgehaltenen T\u00f6ne und die H\u00f6hen, ebenso wie im <em>Komm Zigan<\/em>, zum Gl\u00fchen bringt. Die Rolle der Gr\u00e4fin Mariza von <strong>Johanna Stojkovic<\/strong> bleibt hingegen im Gesang ohne Feuer. In der Mittellage fehlt es ihrem Sopran an dichter W\u00e4rme, in den oberen Bereichen paart sich ein m\u00fchsam erzwungener Druckaufbau dazu, der zu schrillen Dissonanzen unter schneller Erm\u00fcdung im Tonhalteverm\u00f6gen f\u00fchrt. Ihre Darstellung zeigt zudem, insbesondere im Zusammenwirken mit Tassilo, wie beim Duett <em>Einmal m\u00f6cht\u2018 ich wieder tanzen<\/em> stark distanzierte Unterk\u00fchltheit. Wesentlich lebendiger als Mariza und Tassilo formuliert hingegen <strong>Frank Ernst<\/strong> (Baron Zsup\u00e1n) seine Rolle aus. Als Wirbelwind mischt er darstellerisch das Geschehen auf und sein s\u00fcffisantes Lied <em>Komm mit nach Varasdin<\/em> ger\u00e4t zu einem gesanglich mitrei\u00dfenden Parforceritt. In den beiden Duetten mit Tassilo (<em>Schwesterlein, Schwesterlein<\/em>) sowie mit Baron Zsup\u00e1n ger\u00e4t der ausdruckslose Sopran von <strong>Susanne Thielemann<\/strong> (Lisa) gesanglich ebenso ins Hintertreffen, wie der Mezzosopran von <strong>Tiina Penttinen <\/strong>(Manja) bei ihren Partien mit unangenehm flattrigem Vibrato nicht \u00fcberzeugen kann.<\/p>\n<p><strong>Anja Bihlmaier<\/strong> l\u00e4\u00dft die <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> in breitem, bisweilen etwas zu schleppend aufgetragenem Leinwandklang erklingen. Der <strong>Chor<\/strong> ist gut abgestimmt, wirkt jedoch im Ansingen gegen das Orchester an einigen Passagen zu schrill.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die pastose orchestrale Darbietung der Walzer und Cs\u00e1rd\u00e1st\u00e4nze bei den Massenszenen steht im unverst\u00e4ndlichen Kontrast einer lediglich lustlos im Ringelreihen schreitenden Chormenge sowie zweier, auf dem musikalischen Liebesh\u00f6hepunkt-Walzerrausch, sich gelangweilt auf weit zueinander entfernten Liegesofas r\u00e4kelnden Hauptprotagonisten. Durch den satten Orchesterklang werden zudem die S\u00e4nger \u00fcber weite Strecken lautst\u00e4rketechnisch zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, so da\u00df ganze Passagen inhaltlich unverst\u00e4ndlich und, an besonders dynamischen Stellen, die S\u00e4nger zu unsch\u00f6n \u00fcberreiztem Gesang \u00a0mit dem Orchesterspiel animiert werden. Anstelle von scharfem ungarischem Paprika wird hier, insbesondere was die Inszenierung angeht, insgesamt unterk\u00fchlte, fade Kost geboten, die durch wenige s\u00e4ngerische Glanzpunkte keine bleibenden Akzente setzt.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Das Ensemble der Operette <em>Gr\u00e4fin Mariza<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in 3 Akten, Libretto: Julius Brammer u. Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 28. 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