{"id":3363,"date":"2011-11-05T11:10:24","date_gmt":"2011-11-05T10:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3363"},"modified":"2011-11-18T11:24:17","modified_gmt":"2011-11-18T10:24:17","slug":"das-rheingold-ludwigshafen-theater-im-pfalzbau-halle-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3363","title":{"rendered":"DAS RHEINGOLD &#8211; Halle, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen , Libretto: R. Wagner, UA: 22. September 1869, M\u00fcnchen, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Hansg\u00fcnther Heyme<\/p>\n<p>Dirigent: Andreas Henning, Staatskapelle Halle<\/p>\n<p>Solisten: Gerard Kim (Wotan), Ulrike Schneider (Fricka), Anke Berndt (Freia), Asgeir Pall Agustsson (Donner), Nils Giesecke (Froh), Brenden Gunnell (Loge), Gerd Vogel (Alberich), Ralph Ertel (Mime), Alexander Vassiliev (Fasolt), Christoph Stegemann (Fafner), Julia Faylenbogen (Erda), Ines Lex (Woglinde), Melanie Hirsch (Wellgunde), Sandra Maxheimer (Flo\u00dfhilde)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. November 2011 (B-Premiere Halle)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Halle-Rheingold.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3364\" title=\"Halle-Rheingold\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Halle-Rheingold.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Halle-Rheingold.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Halle-Rheingold-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Alberich wirbt um die drei Rheint\u00f6chter, die ihn aber nur verspotten. Daraufhin entsagt er der Liebe und stiehlt ihnen das Rheingold. Aus diesem Gold l\u00e4\u00dft er einen machtvollen Ring schmieden, mit dessen Kraft er sich die Nibelungen untert\u00e4nig macht. Die Riesen Fafner und Fasolt haben f\u00fcr den Gott Wotan die Burg Walhall erbaut, und fordern nun von ihm als ihren Lohn die G\u00f6ttin Freia. Doch Wotan will Freia nicht herausgeben, und der intrigante Gott Loge \u00fcberzeugt ihn davon, als Ersatz Alberich den Ring und das Rheingold wieder zu entrei\u00dfen. Alberich verflucht den Ring, den Wotan den Riesen reicht, um Freia zu l\u00f6sen. Fafner erschl\u00e4gt seinen Bruder, die G\u00f6tter aber ziehen in die Burg Walhall ein.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Koproduktionen sind zur Zeit weit verbreitet, problematisch ist dabei, da\u00df sich Einschr\u00e4nkungen ergeben k\u00f6nnen, wenn z.B. auf B\u00fchnentechnik verzichtet werden mu\u00df. F\u00fcr <strong>Hangsg\u00fcnther Heyme<\/strong> ist das kein Problem sondern eine Chance, er setzt auf ein Einheitsb\u00fchnenbild, gro\u00dfformatige Videoprojektionen und einen Flickenteppich als Zwischenvorhang. Dieser Vorhang erm\u00f6glicht \u00fcberraschende Blickwinkel und Auftrittsm\u00f6glichkeiten und besteht aus vielen Bildern und Assoziationen zum Thema Macht des Rings und der Schrift <em>Vor-Schein auf der Fernsichtreichen H\u00f6he der Zeit<\/em>. Den Hintergrund bildet eine gro\u00dfe Schachtelwand. Diese sind durchnumeriert und nehmen die Hinterlassenschaften der gefallenen Helden auf. In diesem Fall entsorgen die Walk\u00fcren als Boten des Todes die Reste von Fasolt. Vorne quer zur Rampe befindet sich ein Graben. Dies ist der Tummelplatz der Rheint\u00f6chter bis Alberich das Gold in einer Art Netz aus den Fluten des Rheins zieht, sp\u00e4ter z\u00fcndet hier Loge seinen Feuerzauber. Das \u00a0Sammelsurium der Kost\u00fcme l\u00e4\u00dft sich nicht recht einordnen: Die G\u00f6tter tragen helle Sommeranz\u00fcge und die G\u00f6ttinnen haben ein hellenistisches Aussehen wieder entdeckt. Loge tr\u00e4gt feinen dunklen Zwirn, Alberich hingegen abgewetzte Lederkleidung und Mime gestreifte Str\u00e4flingskleidung.\u00a0 Dagegen wirken die Riesen wie Zimmermann-Wandergesellen und die Rheint\u00f6chter einfach bunt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine der Vorz\u00fcge dieser Vorstellung ist ohne Zweifel das Duell zwischen Alberich und Wotan auf hohem s\u00e4ngerischem Niveau. <strong>Gerard Kim<\/strong> als Wotan hat eine gut fundierte Tiefe, kann aber auch gleich zu Anfang mit den h\u00f6her gelegenen Phrasen wie <em>Vollendet das ewige Werk<\/em> gl\u00e4nzen. Besonders zu loben die genaue Artikulation, hier findet Sprache und Gesangslinie zu einer eigenen Interpretation zusammen. Aufmerksamkeit zieht auch <strong>Gerd Vogel<\/strong> als Alberich auf sich, denn bei ihm dominiert die Gesangslinie. Er macht deutlich, da\u00df man diese Rolle auch singen kann und nicht als blo\u00dfe Sprechrolle gestalten mu\u00df! <strong>Ralph Ertel<\/strong> ist ein lyrischer Tenor, der aus der baritonalen Lage heraus glanzvoll aussingen kann \u2013 jammern kann er als Mime auch \u00fcberzeugend. <strong>Brenden Gunnell <\/strong>ist kurzfristig f\u00fcr Paul McNamara eingesprungen,<strong> <\/strong>kann aber seine Charakterstudie der Verlogenheit Loges sehr beweglich gestalten, wobei er in den H\u00f6hen manchmal nasal klingt. Solide sind die kleineren G\u00f6tter besetzt, wobei besonders <strong>Nils Giesecke<\/strong> (Froh) als zwar etwas wackliger, aber guter lyrischer Tenor besticht. <strong>Julia Faylenbogen<\/strong> als Erda singt zwar sehr lyrisch aus, es fehlen aber die Farben, um das mystische dieser Rolle glaubhaft zu machen. Besonders anzumerken ist, da\u00df die drei Rheint\u00f6chter <strong>Ines Lex<\/strong>, <strong>Melanie Hirsch<\/strong> und <strong>Sandra Maxheimer<\/strong> sehr miteinander harmonieren und ein einheitliches Bild abgeben. Der musikalische Vater des Erfolges ist <strong>Karl-Heinz Steffens<\/strong>, an diesem Abend vertritt ihn Andreas Henning. Seine Einstudierung verfolgt zum einen die klare Ausziselierung der Leitmotive ohne da\u00df die monumentale Wucht dieses Werkes zu kurz kommt: Gerade die <em>Zwischenmusiken<\/em> oder der <em>Einzug nach Walhall<\/em> werden als Symphonische Dichtungen zelebriert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nach spannungsgeladen zwei Stunden bricht sich die Euphorie Bahn: Enthusiastisch wird der Einstieg in den Ring des Nibelungen in Halle gefeiert. Das ist zum einen der musikalischen Seite zu danken: Ein bestens eingestelltes Orchester (aus Platzmangel stehen die Harfen auf dem Rang!) trifft auf motivierte S\u00e4nger, die die Akustik eines mittleren Hauses zu f\u00fcllen verstehen. Die Inszenierung von Hansg\u00fcnther Heyme macht deutlich wie faszinierend Regietheater sein kann, wenn es eine durchdachte Personenf\u00fchrung auf die B\u00fchne stellt. Dieser Ring verdient mehr als Beachtung!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Riesen ringen um das Gold, Freia aber ist erl\u00f6st.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen , Libretto: R. Wagner, UA: 22. 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