{"id":335,"date":"2008-06-27T21:59:48","date_gmt":"2008-06-27T19:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=335"},"modified":"2010-05-11T08:46:57","modified_gmt":"2010-05-11T07:46:57","slug":"staatstheater-am-gartnerplatz-fra-diavolo-oder-das-gasthaus-in-terracina","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=335","title":{"rendered":"Staatstheater am G\u00e4rtnerplatz &#8211; FRA DIAVOLO, ODER DAS GASTHAUS IN TERRACINA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von D.F.E. Auber (1782-1871); Opera comique in drei Akten; Dichtung von Eugene Scribe; Urauff\u00fchrung: 28. Januar 1830,  Paris.<br \/>\nRegie: Ulrich Peters, B\u00fchnenbild: Herbert Buckmiller, Kost\u00fcme: G\u00f6tz Lanzelot Fischer<br \/>\nDirigent: Thomas Kalb, Orchester, Chor und Extrachor des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz<br \/>\nSolisten: Tilmann Unger (Fra Diavolo), Daniel Fiolka (Lord Kookburn), Rita Kapfhammer\u00a0(Pamela), Peter Sonn (Lorenzo), Christian H\u00fcbner (Matteo), Christina Gerstberger (Zerline), Mario Podrecnik (Beppo), Johannes Wiedecke (Giacomo), Fritz Graas (Francesco).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Mai 2008 (Premiere: 10. Mai 2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"24508-munchen-fra-diavolo.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/24508-munchen-fra-diavolo.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/24508-munchen-fra-diavolo.jpg\" alt=\"24508-munchen-fra-diavolo.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Lord Kookburn, auf Hochzeitsreise mit seiner Frau Pamela, wird von Banditen \u00fcberfallen und ausgepl\u00fcndert. Sie fl\u00fcchten in das Gasthaus von Terracina, wo sie auf eine Freiwilligengruppe treffen, die unter der F\u00fchrung des Offiziers Lorenzo die Jagd auf die Banditen aufnehmen. Zur\u00fcck bleibt Zerline, die den mittellosen Lorenzo liebt, vom Vater Matteo aber mit dem reichen Francesco verheiratet werden soll. Da erscheint ein Marquis von San Marco, der niemand anderes als der R\u00e4uberhauptmann Fra Diavolo ist. Dieser ist zur\u00fcckgekehrt, denn die Banditen haben nicht alles geraubt: Der Schmuck der Lady ist in ihrem Kleid eingen\u00e4ht. Zusammen mit zwei Gehilfen (Beppo und Giacomo), die sich als Pilger ausgeben, versucht man nun den Schmuck der Lady zu erbeuten, indem sich alle im Zimmer Zerlines verstecken. Nachdem der Zugriff gescheitert ist, wird er schlie\u00dflich von den zur\u00fcckkehrenden Soldaten verhaftet. (In einer sp\u00e4teren Fassung gelingt ihm noch die Flucht wird aber von Dragonern erschossen.)<\/p>\n<p>Lorenzo aber erh\u00e4lt die Belohnung f\u00fcr die Ergreifung der R\u00e4uber und Zerline.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nKennen Sie alle \u201eDick und Doof-Filme\u201c? Der Regisseur (gleichzeitig auch Intendant des G\u00e4rtnerplatztheaters) <strong>Ulrich Peters<\/strong> orientiert sich n\u00e4mlich weniger an der Partitur als an dem Film Fra Diavolo mit Stan Laurel und Oliver Hardy. Und die Wahl ist gut, denn der Film zeichnet sich mehr durch tiefsinnigen Humor als derben Slapstick aus. Gleiches gelingt auch auf der B\u00fchne! So ziehen sich durch die Inszenierung einige typische Running Gags a la Stan Laurel, wie das Versteckspiel in Zerlines Kammer &#8211; hinter vorgehaltener Kleidung und hinter dem Bett\/Schrank. Es gibt auch Gags \u00fcber viel Verkehr vor einer Toilettent\u00fcr (um auf die desolate Toilettensituation im G\u00e4rtnerplatztheater hinzuweisen?) und \u00fcber Lord Kookburn, der very british ist. Das ist so jugendgerecht unterhaltsam, da\u00df man gezielt Kinder ab sechs Jahre in die Vorstellung eingeladen hat.<br \/>\nUnd man bindet das Publikum in die Handlung ein: Man l\u00e4\u00dft es abstimmen, welche Fassung gespielt werden soll: Ob der R\u00e4uberhauptmann gefangen genommen werden soll, oder ob er davon kommt (die Erschie\u00dfung wird gestrichen). Das Publikum entscheidet sich \u2013 kein Wunder &#8211; f\u00fcr den R\u00e4uberhauptmann.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nDie Entscheidung f\u00fcr den R\u00e4uber lag auch an dessen sehr sympathischer Darstellung durch <strong>Tilmann Unger<\/strong>, einem Tenor mit Ausstrahlung, auch wenn ihm manchmal der Glanz in den hohen Lagen fehlt. Zu recht sehr stark umjubelt das Liebesp\u00e4rchen <strong>Christine Gerstberger<\/strong> (Zerline) und <strong>Peter Sonn<\/strong> (Lorenzo). <strong>Mario Podrecnik<\/strong> und <strong>Johannes Wiedecke<\/strong> wurden mehr f\u00fcr die schauspielerische Leistung als Gaunerp\u00e4rchen Beppo und Giacomo gefeiert.<br \/>\n<strong>Thomas Kalbs<\/strong> musikalische Lesart wird Aubers Esprit gerecht. Es gelingt ihm die prickelnde Verbindung zwischen der Leichtigkeit der franz\u00f6sischen Oper mit den vielen Marschrhythmen, die diese Oper pr\u00e4gen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin wirklich erheiternder Opernabend, um geschaffen Kinder an die Oper heranzuf\u00fchren. Und: Mit solchen Abenden schafft es das G\u00e4rtnerplatztheater immer \u00f6fter, der Staatsoper den Rang abzulaufen. Lang anhaltender Beifall.<br \/>\nOliver Hohlbach<br \/>\nBild: Ida Zenna<br \/>\nDas Bild zeigt \u00a0Christina Gerstberger (Zerline), Peter Sonn (Lorenzo) und Rita Kapfhammer\u00a0(Pamela).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von D.F.E. Auber (1782-1871); Opera comique in drei Akten; Dichtung von Eugene Scribe; Urauff\u00fchrung: 28. Januar 1830, Paris. 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