{"id":3347,"date":"2011-11-14T12:04:30","date_gmt":"2011-11-14T11:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3347"},"modified":"2011-11-15T12:07:16","modified_gmt":"2011-11-15T11:07:16","slug":"my-fair-lady-nurnberg-staatstheater-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3347","title":{"rendered":"MY FAIR LADY &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Frederic Loewe (1901-1988), Musical in 2 Akten nach George Bernhard Shaws <em>Pygmalion<\/em>, Libretto: Alan Jay Lerner; Deutsch: Robert Gilbert, UA:15. M\u00e4rz 1956, New York, Mark Hellinger Theatre<\/p>\n<p>Regie: Thomas Enzinger, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Toto, Choreographie: Joshua Monten<\/p>\n<p>Dirigent: Gabor Kali, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor, Bewegungsensemble des Staatstheaters N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Solisten: Kurt Schober (Henry Higgins), Henriette Schmidt (Eliza Doolittle), Volker Hei\u00dfmann (Alfred P. Doolittle), Richard Kindley (Oberst Pickering), Martin Rassau (Mrs. Higgins), Teresa Erbe (Mrs. Pearce), Martin Platz (Freddy Eynsford-Hill.), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/N\u00fcrnberg-My-fair-Lady2.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3348\" title=\"N\u00fcrnberg-My-fair-Lady\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/N\u00fcrnberg-My-fair-Lady2.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/N\u00fcrnberg-My-fair-Lady2.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/N\u00fcrnberg-My-fair-Lady2-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Professor Higgins, ein angesehener Sprachgelehrter, trifft auf den kraftvoll-vulg\u00e4ren Dialekt der Blumenverk\u00e4uferin Eliza Doolittle. Aufgrund einer Wette mit seinem Freund Oberst Pickering will er aus Eliza eine Dame zu machen. Der erste Testlauf in der feinen Gesellschaft beim Pferderennen in Ascot scheitert, als sie ihr Pferd anfeuert, ihm <em>Pfeffer in den Arsch<\/em> zu streuen. Im zweiten Anlauf vermag Eliza beim Diplomatenball im Buckingham Palace zu brillieren. Higgins und Pickering feiern die gelungene Arbeit, Eliza f\u00fchlt sich \u00fcbergangen. Man vers\u00f6hnt sich zwar, offen bleibt, wie sich Elizas Zukunft mit dem Professor, der doch so gerne Junggeselle war, gestaltet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Selten hat man in N\u00fcrnberg bislang eine so aufwendige B\u00fchnendekoration gesehen: Der Platz vor Covent Garden verwandelt sich durch rasch herauf-, herab- oder hineinfahrende Kulissenteile in das Arbeitszimmer von Higgins mit gro\u00dfen B\u00fccherregalen oder der Rennbahn von Ascot, bestehend aus einer mehrstufigen Zuschauertrib\u00fcne. Mrs. Higgins empf\u00e4ngt Eliza im Kaffeesalon an einem Tisch mit zwei Rattan-St\u00fchlen, ein offener Platz, am Hausportal steht eine Laterne.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme orientieren sich an die Entstehungszeit <em>Pygmalions<\/em> zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eliza tr\u00e4gt zun\u00e4chst l\u00e4ssig einen grauen Mantel mit lila Unterrock, f\u00fcr den Ball einen \u201eTraum in Rosa\u201c, nach ihrer Ausbildung stocksteif und damenhaft ein braun-gestreiftes Kost\u00fcm. Die H\u00fcte der Damen in Ascot spotten jeder Beschreibung. Volker Hei\u00dfmann macht sowohl in verschwitzter Arbeitskleidung als auch im Hochzeitsfrack eine gute Figur. Professor Higgins tr\u00e4gt ein Gelehrtensakko mit Lederflecken an den Ellenbogen, sp\u00e4ter wie die \u00fcbrigen Herren der Gesellschaft braun-dunkle englische Gesellschafts-Anz\u00fcge.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die Verwendung von Mikroports kann man geteilter Meinung sein: Einerseits f\u00fchrt das zu einer absoluten Wortverst\u00e4ndlichkeit, zum anderen kann man die s\u00e4ngerischen Leistungen kaum beurteilen, da sie die Stimme verst\u00e4rken bzw. ver\u00e4ndern und auch zu Abstimmungsproblemen mit Chor und Orchester f\u00fchren, die nicht verst\u00e4rkt werden. <strong>Volker Hei\u00dfmann<\/strong> gelingt es, s\u00e4ngerisch zu \u00fcberzeugen und den Alfred Doolittle als derben aber bodenst\u00e4ndigen N\u00fcrnberger M\u00fcllkutscher zu charakterisieren \u2013 inklusive Tanz-Slapstick-Einlage. <strong>Martin Rassau<\/strong> zeichnet Mrs. Higgins als den zynischen Gegenpart zu ihrem Sohn: <em>Wenn sie fl\u00fcstert bricht schon Glas!<\/em> <strong>Kurt Schober<\/strong> und <strong>Richard Kindley<\/strong> k\u00f6nnen mit einer eher schauspielerisch orientierten Gesangslinie des Alfred Doolittle bzw. Oberst Pickering \u00fcberzeugen, Henriette Schmidt verlieh mit heller und klarer Stimme der Rolle der Eliza die notwendige jugendliche Naivit\u00e4t. <strong>Gabor Kali<\/strong> geht den Abend mit hohem Tempo sehr schmissig an, kann dabei auf die bestens eingestellte Staatsphilharmonie und Chor zur\u00fcckgreifen. Die Tanzeinlagen werden mehrheitlich vom Bewegungsensemble dargebracht \u2013 und zwar durchaus reif f\u00fcr den Broadway.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Was diese Produktion wahrlich hervorhebt ist \u2013 neben den aufwendigen B\u00fchnendekorationen und Kost\u00fcmen \u2013 die \u00dcbertragung der Berliner Fassung ins Fr\u00e4nkische. Und es \u00fcberrascht, da\u00df die hochdeutsch sprechende Hauptdarstellerin (Henriette Schmidt stammt aus L\u00fcbeck) einen sechs Monate dauernden Sprachtraining absolviert hat, um n\u00fcrnbergerisch zu babbeln: aus Veilchen werden \u201eVeilchalaa\u201c. \u00a0Zusammen mit der fr\u00e4nkischen Textfassung von Hei\u00dfmann und Rassau \u2013 die im f\u00fcr N\u00fcrnberg f\u00fcrchterlichen Gegensatz f\u00fcrtherisch daherreden \u2013 ergeben sich Lustbarkeiten mit Lokalkolorit, die auch f\u00fcr Nicht-Franken verst\u00e4ndlich sind: <em>Schmei\u00dfen se ehr Geld ner zum Fensder naus \u2013 a sicherere Anlage gibts net!<\/em> Worte wie <em>Mamaladnamala<\/em> (da haben selbst Franken Probleme: Marmeladenglas) werden im Programmheft erl\u00e4utert. Auch die ausgefeilte Choreographie der Tanzeinlagen ist zu loben \u2013 selbst wenn sie manchmal etwas nichtssagend sind. Diese <em>My Fair Lady<\/em> ist unstrittig das vom Publikum umjubelt gefeierte Sylvester-Gute-Laune-St\u00fcck \u2013 an Sylvester finden sogar zwei Vorstellungen statt!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Skandal um Eliza in Ascot: Sonst streu ich Dir Pfeffer in den Arsch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Frederic Loewe (1901-1988), Musical in 2 Akten nach George Bernhard Shaws Pygmalion, Libretto: Alan Jay Lerner; Deutsch: Robert Gilbert, UA:15. M\u00e4rz 1956, New York, Mark Hellinger Theatre Regie: Thomas Enzinger, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Toto, Choreographie: Joshua Monten Dirigent: Gabor Kali, Staatsphilharmonie<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3347\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-3347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3347"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3351,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3347\/revisions\/3351"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}