{"id":3323,"date":"2011-11-07T12:03:43","date_gmt":"2011-11-07T11:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3323"},"modified":"2011-11-08T12:57:48","modified_gmt":"2011-11-08T11:57:48","slug":"la-finta-giardiniera-%e2%80%93-die-gartnerin-aus-liebe-bonn-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3323","title":{"rendered":"LA FINTA GIARDINIERA \u2013 DIE G\u00c4RTNERIN AUS LIEBE &#8211; Bonn, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in drei Akten, Libretto: Giuseppe Petrosellini, UA: 13. Januar 1775, M\u00fcnchen, Opernhaus St. Salvator<\/p>\n<p>Regie: Philipp Himmelmann, B\u00fchne: Hermann Feuchter, Kost\u00fcme: Petra Bongard<\/p>\n<p>Dirigent: Hendrik Vestmann<\/p>\n<p>Solisten: Mark Rosenthal (Don Anchise, Podest\u00e0), Anna Siminska (Sandrina), Julia Kamenik (Arminda), Mirko Roschkowski (Belfiore), Susanne Blattert (Ramiro), Ingrid Fr\u00f8seth (Serpetta), Giorgos Kanaris (Nardo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. November 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Bonn-Giardniera.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3324\" title=\"Bonn-Giardniera\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Bonn-Giardniera.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Bonn-Giardniera.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Bonn-Giardniera-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Anchise, B\u00fcrgermeister von Lagonero, hat sich in seine G\u00e4rtnerin Sandrina verliebt. Diese ist eigentlich die Gr\u00e4fin Onesti, die ein Jahr zuvor von ihrem Geliebten, Graf Belfiore, in einem Anfall von Eifersucht mit dem Messer verletzt worden. In der Annahme, sie sei tot, fl\u00fcchtet er. In der Verkleidung einer G\u00e4rtnerin wollte sie ihren Geliebten wiederfinden. Des Podest\u00e0s Nichte Arminda will Graf Belfiore heiraten. Als dieser \u00fcberraschend des Mordes an der Gr\u00e4fin Onesti angeklagt wird, gib sich Sandrina zu erkennen. Dieses Gest\u00e4ndnis widerruft sie aber, als Belfiore sie bedr\u00e4ngt, weil er sie wieder besitzen will. Zwei weitere Liebespaare gibt es: Anchises Dienerin Serpetta und Nardo, der fr\u00fchere Diener der Gr\u00e4fin Onesti, der sich als ihr Onkel bei Anchise ausgegeben hatte und Ramiro, der seine fr\u00fchere Geliebte Armida wiederhaben will. Alle drei Paare kommen am Ende gl\u00fccklich zusammen. Einzig der Podest\u00e0 Don Anchise geht leer aus.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Beim \u00d6ffnen des Vorhangs sieht man ein Gebilde aus Holz mit goldenem Hintergrund, \u00e4hnlich einem Steckkasten. Die Personen der Handlung erscheinen in den verschiedenen K\u00e4sten in bunter, barocker Kost\u00fcmierung mit entsprechend aufget\u00fcrmten Haarteilen. Diese K\u00e4sten kann man durch T\u00fcren und Feuerleitern erreichen. Die Protagonisten erklimmen, manchmal ihr Rezitativ oder Arie singend, sogar das schwindelerregend hohe Dach des Steck-Kastens. Die einzelnen K\u00e4sten sind manchmal durch halbhohe Zwischenw\u00e4nde getrennt, die des \u00f6fteren \u00fcberwunden werden m\u00fcssen, aber auch zum Ausruhen benutzt werden. Die Beleuchtung wechselt kontrastreich zwischen hell und dunkel.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Frisch legte das Orchester unter der Stabf\u00fchrung von <strong>Hendrik Vestmann<\/strong> die Ouvert\u00fcre hin. Sowohl im ersten Allegro-Satz als auch im zweiten, einer grazi\u00f6se Gavotte, wurden die Piano-Forte-Stellen fein abget\u00f6nt. Mit Spannung erwartete man das weitere. Leider wurde man entt\u00e4uscht: massiver Bl\u00e4serklang deckte Podest\u00e0s Arie <em>Dentro il mio petto io sento \u2013 ich f\u00fchle in meiner Brust<\/em> (1. Akt) fast v\u00f6llig zu. Die letzten Zeilen dieser Arie lauten: <em>Dann entsteht ein gro\u00dfer L\u00e4rm, die Pauken, die Trompeten, Fagotte und Kontraba\u00df lassen mich verzweifeln. <\/em>Als Zuh\u00f6rer konnte man bei da nur zustimmen: Streckenweise war es ein reiner Instrumentalsatz, wo gelegentlich eine Stimme schemenartig auftauchte. <strong> Mark Rosenthals<\/strong> (Podest\u00e0) Stimme war ziemlich kehlig und das fortw\u00e4hrende Vibrato lie\u00df die Intonation verschwimmen. Ohnehin verschwand der Gesang unter den Klangmassen. Dagegen war <strong>Susanne Blattert<\/strong> (Ramiro) eine wohltuend anzuh\u00f6rende Sopranistin, die mit ihrer klaren Stimme in gro\u00dfer Gel\u00e4ufigkeit die anfallenden Koloraturen meisterte. Ebenso brachte <strong>Mirko Roschkowski<\/strong> (Belfiore) mit lyrischem Tenor seine zahlreichen Verzierungen mit gut dosiertem Atem heraus. Das war umso erstaunlicher, als er, wie auch die anderen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger, den Abend mit enormer K\u00f6rperbeherrschung bew\u00e4ltigten, mu\u00dfte er doch singend elegant drei Stockwerke die Feuerleiter hoch- und runterhangeln. Er wurde nur noch von <strong>Giorgos Kanaris<\/strong> (Nardo) \u00fcbertroffen, der mit sonorem Ba\u00df trotz k\u00f6rperlicher Anstrengung keine Atemschwierigkeiten sich anmerken lie\u00df. <strong>Julia Kamenik<\/strong> (Arminda) k\u00f6nnte man den Orden f\u00fcr tadelloses Vibrieren ihrer Stimme verleihen, worunter die oft bemerkten Intonationsst\u00f6rungen geschmeidig verschwanden. <strong>Ingrid Fr\u00f8seth<\/strong> (Serpetta) gestaltete ihre Partie auf das Lebhafteste, was dem Regisseur in seiner Auffassung dieser Mozart-Oper als Aktionskom\u00f6die wohl am Entschiedensten entgegenkam. Mit kleiner, aber klarer Sopranstimme gelang ihr spritzig <em>Appena mi vidon chi cade \u2013 kaum da\u00df sie (die M\u00e4nner) mich sehen, f\u00e4llt dieser, verliert jener die Besinnung <\/em>(1. Akt). Die Hauptperson, <strong>Anna Siminska<\/strong> (Sandrina), lieferte in der mit ged\u00e4mpften Streichern (was ein Gl\u00fcck war) begleiteten Arie: <em>Geme la tortorella \u2013 die Turteltaube seufzt<\/em> perlende Koloraturen, doch leider nur angedeutete Triller, die dennoch den rechten Zauber dieser barocken Gleichnisarie hervorrief, wenn da nicht ihr Herumfuchteln mit einem Dolch, den sie zudem noch lautstark auf den Boden des Kastens (s.o.) schleuderte, gest\u00f6rt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die bewundernswerten S\u00e4ngerakrobaten machten aus Mozarts Belcanto-Oper eine Aktions- oder Agentenkom\u00f6die. Dem Publikum gefiel das. Wo sollte sich der Opernbesucher auch informieren? Im Programmheft fehlte \u2013 wie seit 15 Jahre in Deutschland \u00fcblich \u2013 der Text. Er w\u00e4re insofern auch hilfreich gewesen, um den zahlreich gestrichenen Arien nachzutrauern.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: &#8222;Setzkasten&#8220; mit allen Protagonisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in drei Akten, Libretto: Giuseppe Petrosellini, UA: 13. Januar 1775, M\u00fcnchen, Opernhaus St. Salvator Regie: Philipp Himmelmann, B\u00fchne: Hermann Feuchter, Kost\u00fcme: Petra Bongard Dirigent: Hendrik Vestmann Solisten: Mark Rosenthal (Don Anchise, Podest\u00e0), Anna<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3323\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52,1],"tags":[],"class_list":["post-3323","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bonn-opernhaus-allgemein","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3323"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3327,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3323\/revisions\/3327"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}