{"id":3299,"date":"2011-10-21T14:45:02","date_gmt":"2011-10-21T13:45:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3299"},"modified":"2011-11-15T17:22:44","modified_gmt":"2011-11-15T16:22:44","slug":"otello-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3299","title":{"rendered":"OTELLO &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), lyrisches Drama in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito nach der Trag\u00f6die <em>Othello<\/em> von William Shakespeare, UA: 1887 Mailand<\/p>\n<p>Regie: Graham Vick, Paul Brown: B\u00fchne\/Kost\u00fcme, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Chor der Oper Z\u00fcrich, Zusatzchor, Kinderchor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli<\/p>\n<p>Solisten: Jos\u00e9 Cura (Otello), Fiorenza Cedolins (Desdemona), Thomas Hampson (Jago), Stefan Pop (Cassio), Judith Schmid (Emilia), Benjamin Bernheim (Roderigo), Pavel Daniluk (Lodovico), Tomasz Slawinski (Montano), Evgeny Sevastyanov (Ein Herold)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Oktober 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Zuerich-Otello1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3301\" title=\"Zuerich-Otello\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Zuerich-Otello1.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Zuerich-Otello1.gif 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Zuerich-Otello1-199x300.gif 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Ende des f\u00fcnfzehnten Jahrhunderts: Dem Mauren und Statthalter Zyperns Otello gewinnt die Seeschlacht f\u00fcr die Venezianer gegen die T\u00fcrken. Otello ist mit der Venezianerin Desdemona gl\u00fccklich verheiratet. Sein F\u00e4hnrich Jago kommt jedoch nicht zu den gew\u00fcnschten Ehren und schmiedet Pl\u00e4ne zu Otellos Vernichtung. Ihm gelingt es, ein Taschentuch, das Otello Desdemona einst als Liebespfand schenkte, in die H\u00e4nde zu bekommen und es Hauptmann Cassio zuzustecken. Auf Jagos Empfehlung hin trifft Cassio Desdemona. Otello hatte Cassio wegen einer Streiterei degradiert. Nun hofft er auf Desdemonas F\u00fcrsprache bei Otello. Bei dem Gespr\u00e4ch benutzt er arglos das Taschentuch. Als Otello das aus seinem Versteck sieht, glaubt er, da\u00df Desdemona ihm untreu geworden sei. Zur Rede gestellt, beteuert Desdemona ihre Unschuld, jedoch umsonst. Otello erw\u00fcrgt sie im Schlafzimmer. Jagos Frau Emilia kl\u00e4rt die Intrige auf. Daraufhin nimmt sich Otello das Leben und Jago flieht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Milit\u00e4risch und politisch gef\u00e4rbt erscheint und bleibt das B\u00fchnenbild vom Anfang bis zum Ende der Auff\u00fchrung. Ein Panzer rollt \u00fcber die B\u00fchne, Feuer, ein ausgebranntes Auto und Stacheldraht sind unter anderem zu sehen. Die B\u00fchne ist von schwarzen W\u00e4nden umschlossen, bietet den Zuschauern aber auch immer wieder farbenfrohe Augenblicke. Unter den keiner Epoche zuzuordnenden Kost\u00fcmen sind vor allem die farbigen Kleider wie auch das wei\u00dfe Brautkleid der Desdemona ansprechend. Hell gekleidete Chormitglieder schmieren zu Beginn schwarze Farbe auf die hellen Kleider und den Boden, wo das Paar sp\u00e4ter den Tod findet. Der Raum verwandelt sich in einen Festsaal, dann in ein Schlachtfeld und sp\u00e4ter in eine romantische D\u00e4mmerung, eine W\u00fcstenlandschaft und ein leeres, schwarzes Schlafzimmer. Die ausgekl\u00fcgelte Lichtregie setzt hier und da Akzente. Der gro\u00dfe Vorhang zeigt einen riesengro\u00dfen Ku\u00dfmund.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester der Oper Z\u00fcrich vermochte es durchgehend, die ausdrucksstarke Musik unter der Direktion von <strong>Daniele Gatti<\/strong> exzellent zu interpretieren. Eindrucksvoll wurde der gewaltige Sturm im ersten Akt dargestellt. Die Ch\u00f6re wie auch der Kinderchor zeigten klangsch\u00f6ne Eins\u00e4tz. Einen unerm\u00fcdlichen, d\u00fcsteren Charakter pr\u00e4sentierte der schauspielerisch wie stimmlich sichere <strong>Thomas<\/strong> <strong>Hampson<\/strong> als Jago. In <em>Ardua impresa sarebbe<\/em><em> <\/em><em>\u2013<\/em><em> Das w\u00e4re ein schwieriges Unterfangen<\/em> kommen in vielf\u00e4ltiger Weise die unterschiedlichen Gef\u00fchlsregungen Jagos klar erkennbar zum Ausdruck (2. Akt). Der brillante <strong>Jos\u00e9<\/strong> <strong>Cura<\/strong> (Otello) befand sich in der Stimmf\u00e4rbung im Einklang mit dem hellen Sopran <strong>Fiorenza<\/strong> <strong>Cedolins<\/strong> (Desdemona). Sie standen im Mittelpunkt mit ihrem Liebesduett <em>Gi\u00e0 nella notte densa<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Schon erstirbt in tiefer Nacht jeder L\u00e4rm <\/em>(1. Akt). <strong>Fiorenza<\/strong> <strong>Cedolins<\/strong> sang bet\u00f6rend in <em>A terra\u2026 <\/em><em>\u2013 Am Boden<\/em><em> <\/em>mit zarten Koloraturen und schmerzlichen Ausdruck in ihrer Stimme (3. Akt). Ihr Talent konnte sie ebenso in <em>Mia madre<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Meine Mutter <\/em>oder <em>Ave Maria<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Sei gegr\u00fc\u00dft, Jungfrau Maria<\/em> ergreifend darbieten (4. Akt). Au\u00dferdem konnte sie stets mit ihrem ihren freudestrahlenden Gesichtsausdruck begeistern. Jos\u00e9 Cura zeigte seine gewaltige Stimme unter anderem in <em>Ah! Mille vite<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Ah! Tausend Leben<\/em> (2. Akt). Die klare Stimme von <strong>Stefan<\/strong> <strong>Pop<\/strong> (Cassio) schimmerte in der Unterhaltung mit Jago in <em>Miracolo vago<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Sch\u00f6nes Zauberwerk<\/em>, bei der er das Tuch betrachtet (3. Akt). <strong>Judith<\/strong> <strong>Schmid<\/strong> gab eine selbstbewu\u00dfte Emilia. <strong>Benjamin<\/strong> <strong>Bernheim<\/strong> (Roderigo), <strong>Pavel<\/strong> <strong>Daniluk<\/strong> (Lodovico) und <strong>Tomasz<\/strong> <strong>Slawinski<\/strong> (Montano) erg\u00e4nzten das S\u00e4ngerensemble mit ihrer sicheren B\u00fchnenpr\u00e4senz, pr\u00e4ziser Intonation und makellosem Spiel.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung war r\u00fchrend und erlebnisreich, sie stimmte nachdenklich und mitf\u00fchlend. Es ist dem Z\u00fcrcher Opernhaus neben der musikalischen Perfektion einwandfrei gelungen, die zwischenmenschliche Dramaturgie der Oper Verdis auf die B\u00fchne zu zaubern. Die \u00dcberladung der Inszenierung mit politischen Anspielungen auf die in den letzten f\u00fcnfzehn Jahren stattgefundenen kriegerischen Ereignisse in der Welt hat das Publikum allerdings eher verstimmt.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Fiorenza Cedolins (Desdemona)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), lyrisches Drama in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito nach der Trag\u00f6die Othello von William Shakespeare, UA: 1887 Mailand Regie: Graham Vick, Paul Brown: B\u00fchne\/Kost\u00fcme, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann Dirigent: Daniele Gatti, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Chor der<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3299\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,104],"tags":[],"class_list":["post-3299","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-zurich-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3299"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3299\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3352,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3299\/revisions\/3352"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}