{"id":3293,"date":"2011-10-16T11:12:57","date_gmt":"2011-10-16T10:12:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3293"},"modified":"2011-10-30T11:17:51","modified_gmt":"2011-10-30T10:17:51","slug":"die-meistersinger-von-nurnberg-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3293","title":{"rendered":"DIE MEISTERSINGER VON N\u00dcRNBERG &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883) in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 1868 M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: David Mouchtar-Samorai, B\u00fchne: Heinz Hauser<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor, Extrachor, Bewegungsensemble des Staatstheaters N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Solisten: Albert Pesendorfer (Hans Sachs), Guido Jentjens (Veit Pogner), Jochen Kupfer (Sixtus Beckmesser), Michael Putsch (Walther von Stolzing), Martin Berner (Fritz Kothner), Tilman Lichdi (David), Michaela Mayer (Eva), Leila Pfister (Magdalene), Randall Jakobsh (Nachtw\u00e4chter), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Oktober 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/N\u00fcrnberg-Meistersinger.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3294\" title=\"N\u00fcrnberg-Meistersinger\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/N\u00fcrnberg-Meistersinger.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/N\u00fcrnberg-Meistersinger.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/N\u00fcrnberg-Meistersinger-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Walther von Stolzing liebt Pogners Tochter Eva. Sie soll demjenigen zur Frau gegeben werden, der den Meistersingerwettstreit gewinnt. Die Meistersingervereinigung lehnt die Aufnahme des Ritters zun\u00e4chst wegen seines unkonventionellen, nicht regelkonformen Probeliedes ab. Allein der Schuster Hans Sachs tritt f\u00fcr ihn ein und erkennt sein Talent. Auch der Stadtschreiber Beckmesser interessiert sich f\u00fcr Pogners Tochter, doch am Ende ist es Walther von Stolzing, der den Wettstreit und damit Eva gewinnt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung findet in der heutigen Zeit statt, irgendwo zwischen der Fu\u00dfball WM 2006 im Frankenstadion und heute. Keine mittelalterlichen Kost\u00fcme, sondern in den ersten Akten Alltags- bzw. Berufskleidung, die auf der Fu\u00dfball-Festwiese durch dunkle Anz\u00fcge f\u00fcr die Meister, wei\u00dfe Hochzeitskleider mit Schleier f\u00fcr Eva und Magdalene, sowie durch schwarz-rot-goldene-Fan-Kleidung f\u00fcr die Festbesucher ersetzt wird. W\u00e4hrend der Johannisnacht treten zus\u00e4tzliche Figuren aus Shakespeares Sommernachtstraum (Pan, Puck und Esel) auf. Das B\u00fchnenbild ist modern unkonkret: Der erste Akt wird durch &#8211; von Andy Warhol inspirierten \u2013 bunten Kirchenfenstern bestimmt, die anderen Akte werden von unbestimmbaren Kunstobjekten wie B\u00f6gen oder Quertr\u00e4gern dominiert, auf die Farben oder Punkt-Fl\u00e4chen projiziert werden. Auch Roy Lichtensteins Werk \u00fcber die <em>Johannisnacht<\/em> taucht dabei auf und eingangs der Festwiese das Stuhlkunstobjekt vom N\u00fcrnberger Hauptmarkt 2006.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Auftritt von <strong>Marcus Bosch<\/strong> als neuer GMD in N\u00fcrnberg war ein Anfangserfolg: Er f\u00fchrt die Staatsphilharmonie sicher durch die Untiefen der Partitur und ihm gelingt es Chor, Orchester und Solisten (besonders in der Pr\u00fcgelfuge und auf der Festwiese!) relativ gut zusammen zu halten. Sicherlich ist schon das Vorspiel sehr schnell und sehr laut, doch nimmt er sich im Laufe des Abends immer wieder hinsichtlich Tempo und Lautst\u00e4rke zur\u00fcck, kein S\u00e4nger wird zugedeckt. Besonders gilt das f\u00fcr<strong> Albert Pesendorfer \u2013<\/strong> sicherlich der \u00fcberragende Protagonist des Abends. Ihm gelingt es, die Rolle des Hans Sachs klug zu gestalten, in dieser riesigen Partie die richtigen Schwerpunkte zu setzen und die Rolle intellektuell zu gestalten.<strong> Michael Putsch<\/strong> als Stolzing gelingt dies nicht. Er agiert zu verhalten, kann nur in der baritonalen Mittellage gl\u00e4nzen, die H\u00f6he schafft er fast nur im Piano, in exponierten Stellen f\u00e4hrt er mit Kraft Strahlglanz auf. Mit <strong>Tilman Lichdi<\/strong> (David) steht ein lyrischer Mozart-Tenor auf der B\u00fchne, der sich mit vornehmer dramatischer Verve in die vokalen Herausforderungen seiner Partie st\u00fcrzt. Das gilt besonders f\u00fcr seine Arie <em>Am Jordan Sankt Johannes stand<\/em> hinsichtlich Ausdruck, Betonung und Wortverst\u00e4ndlichkeit. <strong>Jochen Kupfer<\/strong> (Beckmesser) gelingt eine Rolleninterpretation auf Weltniveau. Technisch absolut fehlerfrei gl\u00e4nzt er mit wohltuender Tiefe und kann auch in den H\u00f6henlagen \u00fcberzeugen. Auch die kleinen Meister sind wie <strong>Guido Jentjens<\/strong> als Pogner ausgezeichnet besetzt: Mit samtener Stimme gibt er <em>mein einzig Kind zur Eh<\/em>. Ein Ohrenschmaus ist <strong>Michaela Maria Mayer<\/strong> als jugendliche naive Eva. Ihre helle klare Stimme ist zwar nicht ganz glockenklar, findet aber den Weg in die Herzen der Zuh\u00f6rer. <strong>Leila Pfister<\/strong> h\u00f6rt sich hingegen als Magdalene wie ein abgesungener Mezzo an und versagt an der technisch anspruchsvollen Stelle <em>wird hier der Junker heut Meister<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Saisonauftakt mit einem neuem GMD und viel neuem Personal im Ensemble kann als insgesamt erfolgreich bezeichnet werden &#8211; Abstriche bei der gro\u00dfen Solisten-Anzahl sind wohl unvermeidbar. Das Publikum bedankte sich mit donnerndem Applaus, besonders nach den Aktschl\u00fcssen. Am Ende bekam David Mouchtar-Samorai doch ein paar Buhrufe: Manche Einf\u00e4lle erhielten Szenenapplaus, manche wie die Ringparabel (der linkische Soziopath Beckmesser mit akademischen T\u00f6nnchen findet in der Schusterstube in einer Schachtel Judenstern, Kippa, islamisches Gebetstuch, Kreuz und Lessings Ring) oder der rigide Wechsel von schwarz-rot-goldnen Fahnen zu blauen EU-Fahnen nach Sachsens Mahn-Ansprache wirkten wohl manchem Besucher etwas zu plakativ.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die neuen Schuhe f\u00fcr Michaela Mayer (Eva), die zwischen Albert Pesendorfer (Hans Sachs, li.) und Michael Putsch (Walther von Stolzing, re.) steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883) in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 1868 M\u00fcnchen Regie: David Mouchtar-Samorai, B\u00fchne: Heinz Hauser Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor, Extrachor, Bewegungsensemble des Staatstheaters N\u00fcrnberg Solisten: Albert Pesendorfer (Hans Sachs), Guido Jentjens (Veit Pogner), Jochen<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3293\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-3293","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3293"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3293\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3297,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3293\/revisions\/3297"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}