{"id":329,"date":"2008-06-21T22:01:06","date_gmt":"2008-06-21T20:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=329"},"modified":"2008-06-21T22:04:58","modified_gmt":"2008-06-21T20:04:58","slug":"musikfestspiele-potsdam-sanssouci-la-rosinda","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=329","title":{"rendered":"Musikfestspiele Potsdam, Sanssouci &#8211; LA ROSINDA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Francesco Cavalli (1602-1676); Drama per musica in drei Akten; Text von Giovanni Faustini; Urauff\u00fchrung: 1651 in Venedig.<br \/>\nRegie: Alexander Schulin, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Bettina Meyer<br \/>\nDirigent: Mike Fentross, Ensemble La Sfera Armoniosa<br \/>\nSolisten: Emanuela Galli (Nerea), Francesca Lombardi Mazzuli (Rosinda), Makoto Sakurada (Clitofonte), Nicola Ebau (Thisandro), Fulvio Bettini (Rudione), Mirco Palazzi (Plutone \/ Meandro), Silvia Vajente (Proserpina \/ Aurilla), Milena Storti (Cillena), Roberto Romagnino (Vafrillo).<br \/>\nBesuchte Vorstellung am 14.Juni 2008 (Premiere: 10.Juni 2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/potsdam-la-rosinda.jpg\" TITLE=\"potsdam-la-rosinda.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/06\/potsdam-la-rosinda.jpg\" ALT=\"potsdam-la-rosinda.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Es handelt sich um eine humorvolle Barock-Oper, um zwei f\u00fcrstliche und ein b\u00fcrgerliches Liebesp\u00e4rchen, die unter der Mitwirkung der G\u00f6tter Pluto und Proserpina, eines Zauberers, eines ewig hungrigen Knappen  und einer Zofe ein wechselvolles Beziehungsspiel erleben.<br \/>\nUnter der Einwirkung des Zauberes Meandro verl\u00e4sst Rosinda Thisandro, um sich Clitofonte zuzuwenden, der daf\u00fcr Nerea verlassen hat. Aber Meandro kann Nerea nicht f\u00fcr sich gewinnen. Nerea sucht Proserpina auf, um ihre Hilfe zu erflehen. Rosinda und Clitofonte sind auf eine wilde Insel geflohen, finden dort eine Nachricht von Thisandro, dass er aus Liebeskummer gestorben sei. Rudione will um ihn trauern, ist aber vor Durst und Hunger dazu nicht f\u00e4hig und wird zu allem \u00dcbel von einem Riesen gefangen genommen. Rosinda eilt ihrem Knappen zu Hilfe w\u00e4hrend der mittlerweile eingetroffene Thisandro auf Clitofonte trifft. Rosinda trinkt das Gegenmittel, Clitofonte kehrt zu Nerea zur\u00fcck, Thisandro zu Rosinda.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin gewaltiges Problem bei Koproduktionen wie dieser zwischen den \u201eMusikfestspielen Potsdam\u201c und dem \u201eBayreuther Barock\u201c ist es die Inszenierung den Anforderungen der jeweiligen B\u00fchnentechniken anzupassen, hier geht es um das Schlosstheater Potsdam und das Markgr\u00e4fliche Opernhaus Bayreuth. Heraus kam ein statisches B\u00fchnenbild, im Vordergrund eine Sitzecke, im Hintergrund eine wei\u00dfe Zelle. Die Handlung wird in die heutige Zeit verlegt, gezeigt wird ein Rollenspiel mit drei P\u00e4rchen unter der Leitung des Psychotherapeuten \u201eZauberer Meandro\u201c, der auch den Pluto verk\u00f6rpert. Dieser Ansatz geht leider nicht auf, denn ein wirkliches psychologisches Ergebnis gibt es nicht. Der Partnertausch \u201eZur\u00fcck\u201c im dritten Akt kann nicht \u00fcberzeugen, denn er wirkt nur aufgesetzt und die handelnden Personen stehen nur statisch auf der B\u00fchne. Barocke B\u00fchneneffekte gibt es nicht, der Kampf der Riesen wird wenig effektvoll durch Hochheben der Personen dargestellt. Dennoch wird dies ein spannender Opernabend und das liegt an der Leistung des Komponisten, denn seine musikalischen Gedanken sind nicht auf Personen sondern auf dramatische Situationen fixiert. Cavalli entwickelt dazu eine eigene Musiksprache. F\u00fcr denjenigen, der sich auf die Wirkung dieser Musik einl\u00e4sst, werden die Handlung, die inneren Beziehungen und \u00e4u\u00dferlichen Handlungen und K\u00e4mpfe als gef\u00fchltes inneres Erlebnis mehr als deutlich. Auch wenn leider einige Zuschauer in der Pause gegangen sind \u2013 wie sie sich \u00e4u\u00dferten wegen der \u201elangweiligen Inszenierung\u201c. Die Zur\u00fcckgebliebenen feierten ein gro\u00dfartiges Ensemble mit langanhaltendem Applaus.<br \/>\n<strong>Orchester<\/strong><br \/>\nDas Orchester <strong>La Sfera Armoniosa<\/strong> ist auf die Musik des 17. und 18 Jahrhunderts spezialisiert  und versucht neben den bekannten Barock-Komponisten auch heute unbekannte Komponisten zur Auff\u00fchrung zu bringen. Das gelingt ihm seit 1992 nicht nur bei den Potsdamer Musikfestspielen, sondern auch bei anderen bekannten Festivals, meist in den Niederlanden.<br \/>\nDas Orchester stellt an diesem Abend unter Beweis, dass es zu den hierzulande unbekannten, nichtsdestotrotz zu den f\u00fchrenden Barock-Orchestern geh\u00f6rt. Sie besticht nicht nur durch die technische Brillanz auf den barocken Instrumenten, wie bei den schnell gespielten Teilen (wahrlich prestissimo!), sondern auch der eigens f\u00fcr diese Serie erstellten Spielfassung mit eigener Partitur.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nSelten gelingt ein so \u00fcberzeugender Nachweis, dass es noch viele herausragende Barock-Solisten zu entdecken gilt, wie in dieser Produktion. Alle S\u00e4nger verdienen gro\u00dfes Lob, besonders empfehlenswert <strong>Emanuela Galli<\/strong> als K\u00f6nigin Nerea, die im Gegensatz zum Titel des St\u00fccks die Hauptdarstellerin ist, und <strong>Francesca Mazzulli<\/strong> als Prinzessin Rosinda, die nur die zweite Rolle spielt, gesanglich aber genauso mit perlenden Koloraturen \u00fcberzeugen kann.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin musikalisch sehr spannender Opernabend, der den hohen musikalischen Anspruch in der Szene nicht halten kann. Trotzdem ist der Besuch dringend empfehlenswert, man muss sich aber auf die Musik eingehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<br \/>\nBild: Monika Rittershaus, Francesca Lombardi Mazzulli (Rosinda) landet mit ihrem Geliebten, Makoto Sakurada (Clitofonte) auf der verwilderten Insel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Francesco Cavalli (1602-1676); Drama per musica in drei Akten; Text von Giovanni Faustini; Urauff\u00fchrung: 1651 in Venedig. 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