{"id":3284,"date":"2011-10-23T17:29:03","date_gmt":"2011-10-23T16:29:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3284"},"modified":"2011-10-23T17:29:03","modified_gmt":"2011-10-23T16:29:03","slug":"les-dialogues-des-carmelites-%e2%80%93-gesprache-der-karmeliterinnen-stockholm-konigliche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3284","title":{"rendered":"Les dialogues des Carm\u00e9lites \u2013 Gespr\u00e4che der Karmeliterinnen &#8211; Stockholm, K\u00f6nigliche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Francis Poulenc (1899\u20131963), Oper in zwei Akten, Libretto nach Georges Bernanos, UA: 1957 Mailand<\/p>\n<p>Regie: Johanna Garpe, B\u00fchnenbild: Per A. Jonsson, Kost\u00fcme: Nina Sandstr\u00f6m, Licht: Thorsten Dahn<\/p>\n<p>Dirigent: Marc Soustrot, K\u00f6nigliche Hofkapelle, K\u00f6niglicher Opernchor, Einstudierung: Christina H\u00f6rnell<\/p>\n<p>Solisten: Gunnar Lundberg (Marquis de la Force), Elin Rombo (Blanche de la Force), Jonas Degerfeldt (Chevalier de la Force), Marianne Ekl\u00f6f (Mme de Croissy), Lena Nordin (Mme Lidolne), Susann V\u00e9gh (M\u00e8re Marie), Marianne Hellgren Staykov (S\u0153ur Constance), Agneta Lundgren (M\u00e8re Jeanne), Klas Hedlund (Beichtvater) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Oktober 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Stockholm-Kameliterinnen.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3285\" title=\"Stockholm-Kameliterinnen\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Stockholm-Kameliterinnen.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Stockholm-Kameliterinnen.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Stockholm-Kameliterinnen-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die junge Adelige Blanche de la Force beschlie\u00dft, am Vorabend der franz\u00f6sischen Revolution ins Kloster zu gehen. Sie wird von der sterbenskranken Priorin Mme de Croissy als Novizin in den Karmeliterorden in Compi\u00e8gne aufgenommen. Nach deren Tod \u00fcbernimmt Mme Lidoine die Leitung des Klosters, dem schwere Zeiten bevorstehen. Revolution\u00e4re Truppen besetzen es und l\u00f6sen es auf. Die Nonnen haben jedoch alle ein M\u00e4rtyrergel\u00fcbde abgelegt, das sie auch halten. Nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern folgt auch Blanche ihren Ordensschwestern in den Tod auf dem Schafott. W\u00e4hrend der Hinrichtung singen sie das <em>Salve Regina.<\/em><\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist n\u00fcchtern, teilweise abstrakt gehalten. Die Kost\u00fcme der S\u00e4nger entsprechen der Mode zur Zeit der franz\u00f6sischen Revolution, wenn auch farblich stilisiert. Im Ganzen folgt die Regie den Vorgaben des Librettos. Allerdings werden einzelne verfremdende, abstrahierende oder aktualisierende Elemente eingef\u00fcgt. So werden w\u00e4hrend der Gebete der Ordensschwestern Schwarz-Wei\u00df-Bilder von hungernden Kindern oder kriegerischen Greueltaten eingeblendet. Bei der Vertreibung der Nonnen aus dem Kloster erscheinen einige von ihnen in einer wei\u00dfen Burka und im Vordergrund \u2013 einem deutschen Zuschauer unverst\u00e4ndlich \u2013 posiert ein Paar in schwedischer Tracht, eine Anspielung auf die Auftritte des rechtsnationalen Politikers Jimmie \u00c5kesson. Sie werden von Personen in heutiger Alltagskleidung attackiert. Damit wird auf die Intoleranz bestimmten religi\u00f6sen oder politischen Str\u00f6mungen gegen\u00fcber, die auch in unserer heutigen Gesellschaft anzutreffen sind, angespielt. Der Idee des Librettos entsprechend steht zwar die Figur der Blanche de la Force \u2013 oder, wie sie sich als Novizen nennt, der Schwester Blanche von Christi Todesangst \u2013 im Mittelpunkt der Handlung, ohne jedoch die Hauptfigur zu sein, sondern es ist das Schicksal der gesamten Gruppe der Ordensschwestern, das die Regie interessiert.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester gestaltet die Partitur unter Marc Soustrot \u00fcberaus markig und farbenfroh. Poulencs in Teilen kompakte Instrumentation gibt den S\u00e4ngern an einzelnen Stellen keine Chance, durch den Orchesterklang hindurchzukommen, was der Dirigent nach Kr\u00e4ften zu vermindern bem\u00fcht war. So wie im Ordensleben der Karmeliterinnen keine Individuen treten auch vokal keine einzelnen Partien aus der Partitur hervor. Dennoch gilt es, die jeweiligen Rollen und Partien stimmlich und darstellerisch gegeneinander abzugrenzen, was in dieser Inszenierung vollauf gelingt. Diejenige Leistung, die am meisten beeindruckte, war die ergreifend, ja teilweise schockierend realistisch von <strong>Marianne Ekl\u00f6f <\/strong>gespielte schwerkranke und an Gott zweifelnde Mme de Croissy. Au\u00dferdem pa\u00dfte ihre reife Stimme hervorragend zu ihrer tiefen Partie. <strong>Elin Rombo<\/strong> spielte und sang die tr\u00e4umerische und weltabgewandte Blanche de la Force ordentlich. Die sehr helle, schlanke und leichte Sopranstimme von <strong>Marianne Hellgren Staykov<\/strong> gab dem jugendlichen Charakter der S\u0153ur Constance, den sie zu verk\u00f6rpern hatte, eine leuchtende, fr\u00f6hliche Note, ganz wie es das Libretto verlangt. Schlie\u00dflich ist noch die von <strong>Susann V\u00e9gh<\/strong> gestaltete Partie der M\u00e8re Marie zu erw\u00e4hnen, eine Mezzosopranpartie, die sie gleichwohl mit einem schon fast einer Altstimme w\u00fcrdigen volumin\u00f6sen Timbre gestaltete. Die m\u00e4nnlichen Partien wurden durchweg solide gestaltet, ohne da\u00df auch hier ein S\u00e4nger besonders herausgeragt h\u00e4tte. <strong>Gunnar Lundbergs<\/strong> Verk\u00f6rperung des \u00e4ngstlichen Marquis des la Force gelang ebenso wie <strong>Jonas Degerfeldts<\/strong> des Chevalier de la Force. Die abwechslungsreichste m\u00e4nnliche Partie ist die des Beichtvaters, der von <strong>Klas Hedlund<\/strong> mit gro\u00dfem Engagement gestaltet wurde. Zu erw\u00e4hnen sind schlie\u00dflich noch die klanglich fein differenzierten Ensemble- und Choreins\u00e4tze, mit denen die Oper pointiert aufwartet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Auff\u00fchrung nimmt sich des Werkes mit gro\u00dfer Ernsthaftigkeit an. Bis auf die genannten, ein wenig zu sehr p\u00e4dagogisch daherkommenden verfremdenden oder aktualisierenden Einsprengsel wird die Oper so auf die Szene gebracht, da\u00df sich die Charaktere entfalten k\u00f6nnen und kein dramatischer Leerlauf entsteht. Musikalisch geh\u00f6rt die Auff\u00fchrung zum besten, was die K\u00f6nigliche Oper derzeit zu bieten hat, was vom Premierenpublikum registriert wurde. Der lange, euphorische Schlu\u00dfapplaus m\u00fcndete in stehende Ovationen f\u00fcr S\u00e4nger, Orchester und Regie.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Alexander Kenney<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Agneta Lundgren (M\u00e8re Jeanne ) und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Francis Poulenc (1899\u20131963), Oper in zwei Akten, Libretto nach Georges Bernanos, UA: 1957 Mailand Regie: Johanna Garpe, B\u00fchnenbild: Per A. 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