{"id":3271,"date":"2011-10-12T21:00:17","date_gmt":"2011-10-12T20:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3271"},"modified":"2011-10-12T21:00:17","modified_gmt":"2011-10-12T20:00:17","slug":"das-schlaue-fuchslein-berlin-komische-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3271","title":{"rendered":"DAS SCHLAUE F\u00dcCHSLEIN &#8211; Berlin, Komische Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leos Jan\u00e1\u010dek (1854\u20131928), Oper in drei Akten, Libretto vom Komponisten, deutsche Textfassung: Werner Hintze, UA: 6. November 1924 Br\u00fcnn, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Andreas Homoki, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christian Schmidt, Dramaturgie: Werner Hintze, Licht: Roalia Amato<\/p>\n<p>Dirigent: Alexander Vedernikov, Orchester und Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, Einstudierung: Andr\u00e9 Kellinghaus<\/p>\n<p>Solisten: Brigitte Heller (F\u00fcchin Spitzohr), Jens Larsen (F\u00f6rster), Caren van Oijen (F\u00f6rsterin\/Eule), Andreas Conrad (Schulmeister\/Hahn), Frank van Hove (Pfarrer\/Dachs), Karolina Gumos (Fuchs), Carsten Sabrowski (Harasta), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Oktober 2011 (Premiere 2. 10.2011)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Berlin-Ko-Fuechslein.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3272\" title=\"Berlin-Ko-Fuechslein\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Berlin-Ko-Fuechslein.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Berlin-Ko-Fuechslein.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Berlin-Ko-Fuechslein-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der F\u00f6rster f\u00e4ngt eine junge F\u00fcchsin und nimmt sie mit auf seinen Hof. Dort wiegelt sie die H\u00fchner auf und bei\u00dft Hahn und Hund. Als der F\u00f6rster sie bestrafen will, entkommt sie in den Wald. Dort nimmt sie die H\u00f6hle des Dachses in Beschlag, trifft den Fuchs, gr\u00fcndet mit ihm eine Familie und wird schlie\u00dflich von dem Wilderer Harasta get\u00f6tet. Derweil ist auch die Welt im Dorfe in Unruhe. Dem Pfarrer wird eine Liebschaft vorgeworfen, und er mu\u00df sich versetzen lassen. Der Schulmeister hat sich ungl\u00fccklich verliebt. Und der F\u00f6rster sp\u00fcrt, wie er \u00e4lter wird und das Leben in der Natur unbeeindruckt seinen Fortgang nimmt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Drehb\u00fchne zeigt im Verlaufe der Handlung drei identische Zimmer, die auf einen n\u00e4chtlichen Wald hinausgehen. Sie werden geringf\u00fcgig variiert: Einmal fehlt das Fenster in den Wald, einmal ist der Wald gleichsam in die menschliche Sph\u00e4re eingebrochen und die M\u00f6bel liegen verstreut umher. Die Kost\u00fcme sind im Stile der Alltagskleidung der zwanziger Jahre, also der Entstehungszeit der Oper, gehalten. \u00a0Diejenigen Darsteller, die Tiere verk\u00f6rpern, tun dies im st\u00e4ndigen Wechsel mal mit und mal ohne Tiermaske. Beispielsweise werden die H\u00fchner als Sch\u00fclerinnen des Hahns verstanden, deren stramme Disziplinierung die F\u00fcchsin durcheinanderbringt. Es wird klar erkennbar, da\u00df die Regie die gesamte Handlung als in der menschlichen Sph\u00e4re angesiedelt versteht, als eine Art Fabel. Zus\u00e4tzlich zu der originalen Handlung werden unz\u00e4hlige kleine pantomimische Zwischenspiele und Zusatzkommentare eingef\u00fcgt. Jedes l\u00e4ngere Orchesterzwischenspiel ist mit solchen erg\u00e4nzten kurzen Szenen versehen, die nur bedingt etwas mit der originalen Handlung zu tun haben m\u00fcssen und oftmals nur in Andeutungen verharren.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester ist fraglos der Hauptakteur des Abends. Die enorm vielf\u00e4ltigen, energetischen Kl\u00e4nge der Partitur hatten Farbe, Pracht und Wucht. Leider oft zuviel Wucht f\u00fcr die S\u00e4nger. <strong>Alexander Vedernikov<\/strong> w\u00e4re unbedingt zu gr\u00f6\u00dferer dynamischer Zur\u00fcckhaltung zu raten, denn nicht nur die Stimmen der S\u00e4nger, auch ihr Text verschwand phasenweise g\u00e4nzlich im orchestralen Sturm. <strong>Brigitte Geller <\/strong>in der Titelpartie hatte hier die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten. \u00c4u\u00dferst lebendig in ihren Bewegungen \u2013 wie \u00fcbrigens nahezu alle Solisten, Choristen und Statisten \u2013 kam leider nur ein Bruchteil ihrer Partie musikalisch und textlich im Zuschauerraum an. Schuld daran waren aber nicht nur die Musiker, auch die Komposition und die deutsche \u00dcbersetzung, die zwar flott geschrieben, aber in Teilen nur schwer klangvoll zu singen ist, hatten hieran ihren Anteil. <strong>Andreas Conrad <\/strong>(Schulmeister\/Hahn)<strong> <\/strong>schlug sich hier ebenso wie <strong>Frank van Hove <\/strong>(Pfarrer\/Dachs) relativ wacker. Nicht unproblematisch war die Leistung von <strong>Jens Larsen<\/strong> als F\u00f6rster, der die eigentliche Hauptrolle diese Oper darstellte. Seine Stimme ist gro\u00df, raumf\u00fcllend, seine Aussprache energisch und verst\u00e4ndlich, sein Agieren beweglich und zuweilen selbstironisch. Leider tendiert er jedoch durchweg zum Gewaltt\u00e4tigen in seiner Tongebung und hat sich einen manierierten Vortragsstil angeeignet, indem er vor jedem Einsatz tief und sichtbar Luft holt und seine Melodien k\u00f6rpersprachlich doppelt, d.h. er stellt sich bei hohen T\u00f6nen auf die Zehenspitzen und bewegt sich oft im Rhythmus der Passagen, die er singt. Lyrisch-kontemplative Momente, die in seiner Partie vorkommen, z.B. am Schlu\u00df der Oper, gestaltet er gar nicht als solche. Stimmlich am besten konnte sich <strong>Karolina Gumos<\/strong> als Fuchs behaupten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch wird das Werk ordentlich gestaltet, wenn auch das Orchester des \u00f6fteren zu stark spielt. Anstrengend ist die ungeheure Betriebsamkeit, die die Inszenierung kennzeichnet, und die allzu oft in reine Hektik umschl\u00e4gt und einen Gesamteindruck des Fahrigen hinterl\u00e4\u00dft. Permanent werden T\u00fcren ge\u00f6ffnet und geschlossen und laufen Figuren durch das Bild, ohne da\u00df eine wirkliche Handlung erkennbar wird, weder die originale noch eine alternative. Stattdessen wird man mit einer Menge kleiner Episoden konfrontiert, die sich nicht recht zu einem Ganzen f\u00fcgen wollen. Das mag zwar so beabsichtigt sein, doch riskiert die Inszenierung damit, schlichtweg unverst\u00e4ndlich zu bleiben.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Brigitte Heller (F\u00fcchin Spitzohr), Frank van Hove (Pfarrer\/Dachs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leos Jan\u00e1\u010dek (1854\u20131928), Oper in drei Akten, Libretto vom Komponisten, deutsche Textfassung: Werner Hintze, UA: 6. 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