{"id":3264,"date":"2011-10-01T13:21:12","date_gmt":"2011-10-01T12:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3264"},"modified":"2011-10-11T13:25:50","modified_gmt":"2011-10-11T12:25:50","slug":"maskenball-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3264","title":{"rendered":"MASKENBALL &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, UA: 17. Februar 1859, Rom, Teatro Apollo<\/p>\n<p>Regie: Elisabeth St\u00f6ppler, B\u00fchne: Rebecca Ringst<\/p>\n<p>Dirigent: Carlo Montanaro, Staatskapelle Dresden, S\u00e4chsischer Staatsopernchor Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Wookyung Kim (Riccardo), Marco Vratogna (Renato), Marjorie Owens (Amelia), Tichina Vaughn (Ulrica), Carolina Ullrich (Oscar), Ilhun Jung (Silvano), Tomislav Lucic (Samuel), Tilmann R\u00f6nnebeck (Tom), Jae-Suk Kim (Erster Richter), Mirko Tuma (Diener)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. September 2011 (Premiere, Urauff\u00fchrungsfassung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Dresden-Maskenball.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3265\" title=\"Dresden-Maskenball\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Dresden-Maskenball.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Dresden-Maskenball.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Dresden-Maskenball-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Riccardo, Gouverneur von Boston, wird durch eine Verschw\u00f6rung bedroht. Er liebt heimlich Amelia, die Frau seines Sekret\u00e4rs Renato. Er belauscht Amalie bei ihrem Besuch der Wahrsagerin Ulrica. Dabei erf\u00e4hrt er, da\u00df sie ihn ebenfalls liebt. Zuvor hatte ihm Ulrica vorausgesagt, er werde von demjenigen ermordet, der ihm als erster die Hand gibt. Nichtsahnend begr\u00fc\u00dft er Renato per Handschlag.<\/p>\n<p>Riccardo und Amelia treffen sich auf dem Richtplatz. Entgegen ihrem Willen ringt er ihr ein Liebesgest\u00e4ndis ab. Da erscheint Renato, um Riccardo vor den herannahenden Verschw\u00f6rern zu retten. Er erkennt dabei nicht seine Frau, die tiefverschleiert ist. Riccardo flieht. Als die Verschw\u00f6rer dann auf Renato und seine verschleierte Frau treffen, mu\u00df diese den Schleier abnehmen. Da erkennt Renato seine Frau und schw\u00f6rt Rache. Auf einem Maskenball ersticht er Riccardo. Im Sterben verzeiht dieser allen<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung l\u00e4\u00dft auf sich warten: Das Orchester wartet gelangweilt, w\u00e4hrend sich der Vorhang ganz langsam hebt. Man erblickt eine leere B\u00fchne, bev\u00f6lkert von grellbunten Figuren, \u00e4hnlich wie man sie auf Christopher-Street-Day antreffen kann. Dann kommt Bewegung in die Geschichte: Der Boden ist in 12 Stempel mit Plattformen darauf aufgeteilt. Diese fahren st\u00e4ndig auf und ab und schieben die Darsteller auf immer neue Plattformen. Die Seitenw\u00e4nde \u00f6ffnen sich kurz. Chor und Statisten treten auf die B\u00fchne und verschwinden wieder. Auch die Beleuchterbr\u00fccke senkt sich bis fast auf die B\u00fchne, um Renato und Amelia Raum f\u00fcr ihre Auseinandersetzung zu geben. Am Ende fallen die letzten Masken und die Menschen stehen in wei\u00dfer Unterw\u00e4sche neben dem Tod auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Wie immer agiert die Staatskapelle mit unverwechselbarem samtenem Glanz. Leider werden in dem relativ flotten Tempo, die Emotionen glattgeb\u00fcgelt. Man scheint keinen Wert zu legen auf Verdis dramatisch endende Dreiecksgeschichte, gew\u00fcrzt mit der Mystik einer Kr\u00e4uterhexe. Emotionen zu wecken vermag einzig <strong>Wookyung Kim<\/strong>(Ricardo), ein Verdi-Tenor, der mit scheinbarer Leichtigkeit sowohl im Forte als auch im Piano voll facettenreich und farbig aussingen kann. Mit heftig flackerndem Tremolo k\u00e4mpft <strong>Marco Vratogna<\/strong> (Renato) sich durch die ersten Akte, kann den Takt nicht halten, erst zur Auseinandersetzung mit Amelia im dritten Akt kann er mit Kraft die Arie <em>Eri tu che macchiavi quell\u2019anima \u2013 Du warst es, der diese Seele befleckte <\/em>zumindest aussingen, leider ohne eine Spur Liebeskummer in seiner Stimme! Das liegt auch an <strong>Marjorie Owens<\/strong>, die eher eine hysterische Amelia gibt. Unzweifelhaft besitzt siesch\u00f6nes Stimmmaterial f\u00fcr <em>Morro, ma prima grazia \u2013 ich sterbe, doch zuvor als Gunst<\/em> aber sie singt zu oft mit zu viel Kraft. Da verblassen alle Farben, kann kein Mitleid keimen. <strong>Tichina Vaughn<\/strong> hingegen erinnert mit rauchiger Stimme und Durchschlagskraft eher an eine Jazz-R\u00f6hre, das pa\u00dft zu der Hexe Je\u017eibaba aus der Rusalka, aber nicht zu dem italienisch-romantischem Verdi-Klang der Ulrica. Sie kann weder die hohen Passagen noch ein Piano mitf\u00fchlend gestalten. Die Hosenrolle des Pagen Oscar wurde zu einer Gespielin Riccardos umgewandelt. <strong>Carolina Ullrich<\/strong> hat zwar f\u00fcr eine Soubrette die wohlt\u00f6nende und klare Stimme, jedoch ist sie bei dem hohen Tempo f\u00fcr die Koloraturen \u00fcberfordert. <strong>Ilhun<\/strong> <strong>Jung<\/strong> (Silvano) und <strong>Tomislav Lucic<\/strong> (Samuel) fehlt die d\u00e4monische Ausstrahlung, um als Verschw\u00f6rer \u00fcberhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Der Chor hat unter <strong>Pablo Assante<\/strong> an Geschlossenheit dazu gewonnen, war aber \u2013 vor allem im ersten Akt \u2013 nicht synchron zum Orchester.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit einem Buh-Gewitter in einer lange nicht mehr erlebten Heftigkeit bestrafte das Publikum eine verwirrende, ja langweilige Produktion. Eine f\u00fcrchterliche Ohrfeige f\u00fcr die Regie! Sicherlich, das auf und ab der Versenkungen, Auftritte des Chors aus der Trennwand, Ulrica als Amelias grellkost\u00fcmiertes Kinderm\u00e4dchen, viel herumgeworfenes Papier, die immer wiederkehrende sinnlose Bedrohung mit einer Pistole, der nackte Tod am Ende erzeugen viel Bewegung, aber keinen Handlungsfaden. Auch s\u00e4ngerisch kann diese Produktion niemanden \u00fcberzeugen. Man ist dabei, in Dresden einen Weltruf zu verspielen. An den knappen Finanzen seit der \u00dcberflutung des Hauses allein kann es nicht liegen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Wookyung Kim (Riccardo), Lutz Langhammer (Tod), Carolina Ullrich (Oscar)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, UA: 17. 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