{"id":3260,"date":"2011-09-22T18:14:38","date_gmt":"2011-09-22T17:14:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3260"},"modified":"2011-10-09T18:16:52","modified_gmt":"2011-10-09T17:16:52","slug":"die-nase-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3260","title":{"rendered":"DIE NASE &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), Oper in drei Akten mit einem Prolog. Libretto: Dmitri Schostakowitsch, Jewgeni Preis, Jewgeni Samjatin und Georgi Jonin nach der Novelle von Nikolaj Gogol, UA: 18. Januar 1930, Leningrad, Marly-Theater<\/p>\n<p>Regie: Peter Stein, B\u00fchne: Ferdinand W\u00f6gerbauer, Kost\u00fcme: Annamaria Heinreich, Licht: Joachim Barth, Hans-Rudolf Kunz<\/p>\n<p>Dirigent: Ingo Metzmacher, Orchester, Extra Ballett und Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger und Lev Vernik, Choreographie: Lia Tsolaki<\/p>\n<p>Solisten: Lauri Vasar (Kowaljow), Michael Laurenz (Iwan, Diener Kowaljows), Valeriy Murga (Iwan Jakowlewitsch, Barbier), Liuba Chuchrova (seine Frau Praskowja Osipowna), Alexey Sulimov (Wachtmeister), Leonid Bomstein (Nase), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21. September 2011 (Premiere B in russischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Zuerich-die-Nase.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3261\" title=\"Zuerich-die-Nase\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Zuerich-die-Nase.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Zuerich-die-Nase.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Zuerich-die-Nase-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Der in St. Petersburg als Barbier t\u00e4tige Iwan Jakowlewitsch findet beim Fr\u00fchst\u00fccken in seinem St\u00fcck Brot eine menschliche Nase. Von seiner Frau verjagt und beschuldigt, sucht er vergeblich nach einer M\u00f6glichkeit, diese Nase wieder loszuwerden und wirft sie in den Flu\u00df Neva. Der attraktive Kollegienassessor Kowaljow erwacht am selben Morgen mit einer glatten Stelle im Gesicht. In seinem Spiegelbild fehlt jede Spur von seiner Nase. Kowaljow ist \u00e4u\u00dferst besorgt, da er sich nicht erinnern kann, weshalb ihm die Nase fehlen k\u00f6nnte. Er hetzt hilfesuchend durch die Stadt zum Oberpolizeimeister. Er trifft selbst seine eigene hochn\u00e4sige Nase in der Gestalt und Kleidern eines hohen Beamten, weshalb er sie nicht wirklich anzusprechen traut. Nach vielen bewegenden Ereignissen wird die wieder geschrumpfte Nase ihrem Besitzer \u00fcbergeben. Der gl\u00fcckliche Kowaljow ist erneut zutiefst verzweifelt und um seine zuk\u00fcnftigen Liebesabenteuer besorgt, da seine Nase nicht an ihrem Platz im Gesicht h\u00e4lt. Als Kowaljow tats\u00e4chlich erwacht, ist nun die Nase an ihrem richtigen Platz. Das Leben l\u00e4uft gew\u00f6hnlich weiter, und es wird flei\u00dfig geflirtet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Alle sechzehn Szenen in zehn Bildern waren sehr unterschiedlich und mit einem gro\u00dfen Aufwand angelegt: es gab stattliche Maschinerie mit viel Technik, interessantem Licht sowie Schatten. Ausdrucksvolle Masken kennzeichneten die Protagonisten recht treffend und die prunkvollen Kost\u00fcme waren aus der Zeit des sp\u00e4ten neunzehnten Jahrhunderts, so da\u00df man sie stets als \u00e4sthetischen Gaumenkitzel genie\u00dfen konnte. Die Handlung lief flie\u00dfend und anschaulich ab. Es dominierten klare Farben im B\u00fchnenbild, dessen W\u00e4nde immer wieder auf verschiedenen Ebenen mit R\u00e4umen best\u00fcckt waren. Schon die Einleitung spielte sich in einer kleinen und weit oben angelegten Zelle des Barbiers ab. Das Fr\u00fchst\u00fcck Jakowlewitschs bot einen angenehmen Anblick mit einer z\u00e4nkischen, jedoch kurzweilig dargestellten Frau am wei\u00dfen Feuerofen. Das im Gesang und Aktivit\u00e4t umgesetzte russische Temperament trug zur k\u00f6stlichen Unterhaltung bei. Gro\u00dfe Schriftz\u00fcge in russischer Sprache kamen immer wieder im B\u00fchnenbild zum Einsatz. Besondere Beachtung verdienen auch die vielen Nasenkost\u00fcme, akrobatischer Tanz und Choreografie, der ansehnliche Gartenzaun und das wei\u00dfe Pferdchen, das von zwei Personen vorz\u00fcglich dargestellt wurde.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester der Oper Z\u00fcrich unter der Leitung von <strong>Ingo Metzmacher<\/strong> spielte sehr exakt, feurig und emotional. <strong>Michael Laurenz<\/strong>, der den Diener Iwan von Kowaljow<strong> <\/strong>darstellte,<strong> <\/strong>fiel durch seine komische Haltung auf, sang lustig und am\u00fcsant. Einen hervorragenden Doktor spielte <strong>Pavel Daniluk <\/strong>mit seiner<strong> <\/strong>auffallend angenehmen und warmen Stimmklangfarbe. <strong>Leonid Bomstein<\/strong> war eine ausgezeichnete Nase, stolz und hochn\u00e4sig. <strong>Liuba Chuchrova<\/strong> (Barbiers Frau Praskowja Osipowna) sang ihren wichtigen Part mit einer schrillen Stimme der Rolle entsprechend.<strong> <\/strong>Eine junge Dame, die Tochter der Podtotschina, wie auch die Solostimme in der Kathedrale, wurden von <strong>Eva Liebau <\/strong>r\u00fchrend dargestellt. <strong>Lauri Vasar<\/strong> (Kowaljow) meisterte seine gro\u00dfe Rolle in guter Diktion, seine beiden Aufwachszenen waren erg\u00f6tzlich. Besonders zu erw\u00e4hnen ist seine weinerliche Arie bei der Annoncenredaktion <em>Ich kann ihnen nicht sagen, wie<\/em> (2. Akt).<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das eigentlich tragische Werk Schostakowitschs bekam eine sehr interessante komische Note, wodurch der Abend durchgehend unterhaltsam verlief. Man konnte sich die Bedrohung des russischen Volkes durch die staatliche Gewalt durchaus ausmalen, welche hier unmi\u00dfverst\u00e4ndlich auf Stelzen lief. Das Publikum im v\u00f6llig ausverkauften Opernhaus war begeistert.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lauri Vasar (Kowaljow), Leonid Bomstein (Nase)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), Oper in drei Akten mit einem Prolog. Libretto: Dmitri Schostakowitsch, Jewgeni Preis, Jewgeni Samjatin und Georgi Jonin nach der Novelle von Nikolaj Gogol, UA: 18. 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