{"id":3235,"date":"2011-10-03T11:06:37","date_gmt":"2011-10-03T10:06:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3235"},"modified":"2011-10-11T13:30:50","modified_gmt":"2011-10-11T12:30:50","slug":"die-zauberfote-chemnitz-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3235","title":{"rendered":"DIE ZAUBERF\u00d6TE &#8211; Chemnitz, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Deutsche Oper in 2 Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791, Wien<\/p>\n<p>Regie: Dominik Wilgenbus, B\u00fchne: Udo Vollmer, Kost\u00fcme: Andrea Fisser<\/p>\n<p>Dirigent: Frank Beermann, Robert-Schumann-Philharmonie, Opernchor Chemnitz<\/p>\n<p>Solisten: Andr\u00e9 Riemer (Tamino), Guibee Yang (Pamina), Julia Bauer (K\u00f6nigin der Nacht), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Sarastro), Andreas Kindschuh (Papageno), Susanne Thielemann (Papagena), Johanna Stojkovic (Erste Dame), Tiina Penttinen (Zweite Dame), Kathleen Glose (Dritte Dame), Tommaso Randazzo (Monostatos), Peter Heber (Erster Priester), Stephan H\u00f6nig (Zweiter Priester), Edward Randall \/ Thomas M\u00e4thger (Geharnischte) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Oktober 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/klein-Gerth-Zauberfl\u00f6te_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3237\" title=\"Die Zauberfl\u00c3\u00b6te\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/klein-Gerth-Zauberfl\u00f6te_1.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"247\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/klein-Gerth-Zauberfl\u00f6te_1.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/klein-Gerth-Zauberfl\u00f6te_1-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prinz Tamino hat sich, von einem Ungeheuer verfolgt, in das Reich der K\u00f6nigin der Nacht verlaufen. Drei Damen der K\u00f6nigin t\u00f6ten die Schlange und geben dem Prinzen ein Bild der K\u00f6nigintochter. Tamino verliebt sofort sich in das Bild und bekommt von der K\u00f6nigin eine Zauberfl\u00f6te und den Auftrag, die Tochter aus dem Reich des Sarastro zu befreien. Im Reich des Herrschers m\u00fcssen Tamino und sein Begleiter, der Vogelf\u00e4nger Papageno, mit Hilfe der Fl\u00f6te und von den Drei Knaben einige Pr\u00fcfungen bestehen. Schlie\u00dflich durchschreitet Tamino zusammen mit Pamina die Feuer- und Wasserpr\u00fcfung und beide werden in den Kreis der Eingeweihten aufgenommen.  <strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung konzentriert sich auf pr\u00e4gnante Formen und Bilder, die den traumhaften M\u00e4rchencharakter des St\u00fcckes hervorheben. Neben einem zentralen, wei\u00dfen Pyramidenaufbau, der im Laufe der Vorstellung geteilt wird und durch Verstellungen auf der B\u00fchne sowie verschiedene Illuminationen neue Perspektiven schafft, werden durch die sich \u00e4ndernde Anordnung zahlreicher \u00fcberdimensionierter T\u00fcren die Palastfluchten von Sarastros Tempel imitiert. Die Auftritte der K\u00f6nigin der Nacht hingegen begleiten strahlend leuchtende Planeten vor einem funkelnden Sternenhimmel. In den Pr\u00fcfungen im zweiten Akt lassen an mehreren rot und blau angestrahlten, von oben herabh\u00e4ngenden T\u00fcchern das Artistenduo Karabaeus die Elemente Feuer und Wasser zum Leben erwecken.  <strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger<\/strong><strong> und <\/strong><strong>Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die gesanglichen H\u00f6hepunkte an diesem Abend werden von einer S\u00e4nger-Quadriga aufgeboten. Allen voran verzauberte durch ihren jugendlichen, filigran brillanten Sopran <strong>Guibee Yang<\/strong> (Pamina), die das <em>Ach ich f\u00fchl\u2019s, es ist verschwunden<\/em> zu einem Sto\u00dfseufzer innigster Entr\u00fcckung erbl\u00fchen l\u00e4\u00dft. Im darstellerischen Teil \u00fcberzeugt sie zudem als Prinzessin auf der Suche nach ihrem Liebesgl\u00fcck. Koloratursopranistin <strong>Julia Bauer<\/strong> l\u00e4\u00dft als K\u00f6nigin der Nacht die Sterne gesanglicher Klangkaskaden regelrecht aufblitzen. Besonders in ihrer <em>Rachearie<\/em> im zweiten Akt gelingt ihr mit Bravour der schillernde Koloraturritt bis auf den Gipfel in lupenreiner Intonation, der ihren Gesang zu einer wahren Offenbarung brillanter Stimmleuchtkraft bringt. Als dritter im Bunde gesanglichen Wohllautes an diesem Abend wei\u00df <strong>Kouta R\u00e4s\u00e4nen<\/strong> (Sarastro) seinen eindrucksvollen Ba\u00df mit klarer F\u00fchrung einzusetzen. <em>In diesen heil\u2019gen Hallen<\/em> steigt in die Tiefen dunkelster Erdt\u00f6nen. Mehr als luxuri\u00f6s besetzt ist auch die Rolle des Papageno. Bariton <strong>Andreas Kindschuh<\/strong> bringt in seiner Arie <em>Ein M\u00e4dchen oder Weibchen<\/em> seine warm timbrierte Stimme regelrecht zum Leuchten, die zudem durch facettenreiche Stimmvariabilit\u00e4t und satter Klangf\u00fclle aufhorchen l\u00e4\u00dft. Hinter diesen Leistungen f\u00e4llt <strong>Andr\u00e9 Riemer<\/strong> (Tamino) zur\u00fcck. Insbesondere in seiner <em>Bildnisarie <\/em>werden seine gesanglichen Schw\u00e4chen von ged\u00e4mpft-flachem Klangvolumen, fahler Intonation in den H\u00f6hen und gestre\u00dft ermattendem Tonhalteverm\u00f6gen in den Spitzen offenbar. <strong>Tommaso Randazzo<\/strong> (Monostatos) kann ebenfalls durch blasse Klangakzentuierung ohne Stimmdruck nicht \u00fcberzeugen, wohingegen <strong>Edward Randall <\/strong>und<strong> Thomas M\u00e4thger<\/strong> (Geharnischte) in pastos satter Stimmf\u00fclle gl\u00e4nzen.  Die <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> unter Frank Beermann l\u00e4\u00dft dazu Mozarts Musik in dynamischer Frische erstrahlen und auch der <strong>Opernchor<\/strong> ist sehr gut aufgestellt.  <strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung lebt von einpr\u00e4gsamen Bildern, welche die traumhafte Komponente des St\u00fcckes in den Vordergrund stellen und die <em>Zauberfl\u00f6te<\/em> als das Wirken lassen, was sie ist: eine Zauberoper. Dies wird insbesondere beim B\u00fchnenbild der K\u00f6nigin der Nacht eindrucksvoll umgesetzt. Dadurch erh\u00e4lt das Werk eine \u00fcberzeugende Tiefensch\u00e4rfe, ohne sich in Interpretationszw\u00e4ngen zu verlieren. Zusammen mit den teilweise hervorragenden gesanglichen Leistungen der beteiligten S\u00e4nger gelingt es der Produktion den Zuschauer in eine Traumwelt zu entf\u00fchren.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Guibee Yang (Pamina) und Andr\u00e9 Riemer (Tamino)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Deutsche Oper in 2 Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. 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