{"id":3228,"date":"2011-09-25T14:39:11","date_gmt":"2011-09-25T13:39:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3228"},"modified":"2011-10-01T11:35:03","modified_gmt":"2011-10-01T10:35:03","slug":"tosca-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3228","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou; UA: 14. Januar 1900 Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Kay Metzger, Ausstattung: Thomas Mogendorf<\/p>\n<p>Dirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Opernchor und Kinderchor Theater Hof, Choreinstudierung: Michel Roberge<\/p>\n<p>Solisten: Katerina Sokolova-Rauer (Floria Tosca), Paulo Ferreira (Mario Cavaradossi), Thomas Rettensteiner (Baron Scarpia), Peter Dittmann (Cesare Angelotti), Karsten Schr\u00f6ter (Mesner), Thilo Andersson (Spoletta), Daniel Milos (Sciarrone), Wladimir Polatynski (Schlie\u00dfer), Nina Gl\u00e4\u00dfer-Popp (Hirt)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. September 2011 (Gala-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Hof-Tosca.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3229\" title=\"Hof-Tosca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Hof-Tosca.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Hof-Tosca.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Hof-Tosca-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rom 1800. Der Maler Cavaradossi verspricht dem politischen Gefangenen Angelotti Unterst\u00fctzung bei seiner Flucht. Der Polizeichef Scarpia will Angelotti fassen, Cavaradossis Tosca zu seiner Geliebten machen und foltert deswegen Cavaradossi. Angelotti ver\u00fcbt Selbstmord, Tosca ersticht Scarpia, aber trotzdem wird Cavaradossi zum Opfer von Scarpias Willk\u00fcrherrschaft. Tosca st\u00fcrzt sich nach seinem Tod von der Engelsburg in die Tiefe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist f\u00fcr alle drei Akte gleich und unterscheidet sich nur durch Beleuchtung und Accessoires: Zwei Seitenw\u00e4nde mit jeweils drei T\u00fcren, wobei die T\u00fcren sowohl f\u00fcr Zug\u00e4nge, aber auch f\u00fcr R\u00e4ume wie den Folterkeller Scarpias stehen. Der Hintergrund besteht aus acht Retabeln, die sich zu einem Bild zusammensetzen lassen. In der Kirche ist es eine Renaissance-Madonna (Mutter mit Kind), f\u00fcr die Welt des Scarpias wird es umgedreht und zeigt nun eine nackte Correggio-Sch\u00f6nheit von hinten. Die M\u00f6blierung ist sparsam, im ersten Akt finden sich Kirchengest\u00fchl und ein Madonnenbild, an dem Cavaradossi malt. Den zweiten Akt dominiert ein Konzertfl\u00fcgel, von dem herab Cavaradossi seine Viktoria-Rufe schreit und auf dem auch ein Obstmesser liegt, mit dem sie Scarpia erdolcht. Im dritten Akt sind die Retabeln unsichtbar, auf der fast leeren B\u00fchne steht ein Holzsarg, der allerdings keine Verwendung findet, da Spoletta Cavaradossi erschie\u00dft und Tosca sich selbst erdolcht. Auch die Kost\u00fcme deuten auf die Zeit der Handlung \u2013 Juni 1800 \u2013 hin: Historische Kost\u00fcme im modernen Schnitt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der wichtigste Protagonist des Abends ist <strong>Arn Goerke<\/strong>. Er macht klar, da\u00df Tosca ein Werk des Verismo ist: Er malt mit den Hofer Symphonikern Gef\u00fchle und tr\u00e4gt dick auf: Einmal leuchtend und heftig, wenn die Verzweiflung aufleuchtet, aber auch mit ausgefeilten lyrischen Effekten. Nicht grobkl\u00f6tzig fegt er da durch die Partitur, nein, er gestaltet mit diesen Kantilenen den Zauber der italienischen Oper. Besonders bemerkenswert: Das <em>Te Deum<\/em> erweitert er neben dem normalen Chor mit dem Kinderchor und h\u00fcllt die Ha\u00dftirade des Scarpia quasi ein: Noch herrscht ein Gleichgeweicht zwischen Gut und B\u00f6se.<\/p>\n<p>Ein gleichwertiges Gegengewicht zum Orchester bilden die drei Hauptdarsteller. Besonders bemerkenswert wie der Hausbariton <strong>Thomas Rettensteiner<\/strong> die Rolle des Scarpia gestaltet. Mit seinen sicheren Koloraturen und seiner durchschlagsstarken, fast schwarzen Tiefe kann er das d\u00e4monische in der Rolle des Scarpia ausleuchten. Und mit seinem Kinnbart sieht er besonders furchterregend aus. <strong>Paulo Ferreira <\/strong>(Cavaradossi)<strong> <\/strong> ist der ideale Puccini-Tenor: hell, klar und strahlend, mit gro\u00dfem Atem bei den Viktoria-Rufen, mit wunderbarer Zur\u00fcckhaltung bei der nachdenklichen Arie <em>E lucevan le stelle \u2013 und es leichten die Sterne.<\/em> Auch im Piano tr\u00e4gt die Stimme. <strong>Katerina Sokolova-Rauer<\/strong> gilt eher als dramatischer deutscher Sopran. Damit ist sie f\u00fcr die Verzweiflungs- und Wutanf\u00e4lle der Tosca bestens geeignet, auch wenn ab und an Sch\u00e4rfen nicht zu \u00fcberh\u00f6ren sind. Aber auch die italienischen Wohlkl\u00e4nge gelingen ihr: <em>Nur der Sch\u00f6nheit weihte ich mein Leben<\/em>. Bei der Zweitbesetzung <strong>Rossana Potenza<\/strong> ist die Gewichtung in beiden Punkten anders herum verteilt. Die Nebenrollen sind ebenso hervorragend besetzt: Zu erw\u00e4hnen ist <strong>Thilo Andersson<\/strong> als Charaktertenor, er kann den charakterschwachen Spoletta gut ausf\u00fcllen und <strong>Karsten Schr\u00f6ter<\/strong>, der mit gut fundiertem Ba\u00df und Sprechgesang den Mesner gibt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Begeisterter Applaus f\u00fcr eine der gelungensten Produktionen am Theater Hof: Zwei Gasts\u00e4nger und ein Gastregisseur ergaben einen gro\u00dfartigen Theaterabend. <strong>Kay Metzger<\/strong> gelingt der Nachweis, da\u00df die Geschichte der Tosca \u2013 so wie sie von Puccini geschrieben wurde \u2013 mit g\u00e4ngigen Theatermitteln wie einer durchdachten Personenf\u00fchrung spannend und mitrei\u00dfend erz\u00e4hlt werden kann. Er verzichtet dabei v\u00f6llig auf moderne Regietheaterm\u00e4tzchen. Gute S\u00e4ngerdarsteller vervollst\u00e4ndigen das positive Bild.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: SFF Fotodesign<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Paulo Ferreira (Cavaradossi) mu\u00df seiner Geliebten Rossana Potenza\u00a0(Tosca) erkl\u00e4ren, wer die Frau auf dem Bild ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou; UA: 14. 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