{"id":3222,"date":"2011-09-27T20:02:44","date_gmt":"2011-09-27T19:02:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3222"},"modified":"2011-09-29T15:54:55","modified_gmt":"2011-09-29T14:54:55","slug":"die-fledermaus-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3222","title":{"rendered":"DIE FLEDERMAUS &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Johann Strau\u00df, Operette in drei Akten, Libretto: Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e , UA: 5. April 1874, Theater an der Wien, Wien<\/p>\n<p>Regie: Ewa Teilmans, B\u00fchne: Oliver Brendel<\/p>\n<p>Dirigent: P\u00e9ter Hal\u00e1sz, Aachener Sinfonieorchester und Opernchor des Theater Aachen, Choreinstudierung: Andreas Klippert<\/p>\n<p>Solisten: R\u00fcdiger Nikodem Lasa (Eisenstein), Katharina Hagopian (Rosalinde), Pawel Lawreszuk (Gef\u00e4ngnisdirektor Frank), Astrid Pyttlik (Orlofsky), Louis Kim (Alfred), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Dr. Falke), Patricio Arroyo (Blind), Jelena Rakic (Adele), Katrin St\u00f6sel (Ida)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. September 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Aachen-Fledermaus.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3223\" title=\"Aachen-Fledermaus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Aachen-Fledermaus.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Aachen-Fledermaus.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Aachen-Fledermaus-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Rentier Eisenstein mu\u00df eine achtt\u00e4gige Haftstrafe verb\u00fc\u00dfen. Kurz vor seiner Inhaftierung genie\u00dft er noch einmal die Freiheit: maskiert als Marquis besucht er mit seinem Freund Dr. Falke das Souper des Prinzen Orlofsky. Insgeheim ist dies Teil von Dr. Falkes Retourkutsche f\u00fcr einen Streich, den Eisenstein ihm gespielt hatte. Alfred, der Gesangslehrer Orlofskys, verf\u00fchrt w\u00e4hrenddessen Eisensteins Frau Rosalinde. Allerdings wird er von dem Gef\u00e4ngnisdirektor Frank, im Glauben er sei Eisenstein, festgenommen, bevor er seine Verf\u00fchrung zu Ende f\u00fchren kann. Auf Orlofskys Souper geht das Maskenspiel weiter: Rosalinde \u00fcberzeugt sich, als Ungarin verkleidet, von der Untreue ihres Mannes. Ihr Mann flirtet in der Rolle des Marquis heftig mit ihr, ohne zu ahnen, da\u00df es sich dabei um seine Frau handelt. Erst im Gef\u00e4ngnis erf\u00e4hrt er von der Verf\u00fchrungsepisode zwischen Alfred und seiner Frau. Im Moment des Ehestreits erscheint Dr. Falke mit der Soupergesellschaft und deckt seine Intrige auf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Schauplatz stellte ein Herrschaftshaus im Jugendstil dar. Passend dazu wurden eine Chaiselongue und zwei Sessel in wei\u00dfer Farbe aufgestellt. Vor dieser stilvollen Kulisse r\u00e4kelte sich Eisenstein in der ersten Etage in obsz\u00f6nen Stellungen mit nuttig-kost\u00fcmierten Ballett-T\u00e4nzerinnen. Im Erdgeschoss torkelte der betrunkene Falke als Fledermaus verkleidet herum. Die Vorgeschichte stimmte ein auf eine Inszenierung, die gespickt war von sexuellen Anspielungen. Das Schlo\u00df des Prinzen stellte sich beispielsweise eher als ein Bordell dar, in dem es hemmungslos zugeht. Der komische Kontrast zwischen der Fassade des b\u00fcrgerlichen Anstands und der darunter lodernden Sexgier wurde auch durch die Kost\u00fcme hervorgehoben. Die Korsagen-Kleider der Damen betonten (bei Rosalinde in auff\u00e4lligem Rot) ihre Weiblichkeit. Das m\u00e4nnliche Personal pr\u00e4sentierte sich eher l\u00e4ssig im Dandy Look.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Dirigat von <strong>P\u00e9ter Halasz <\/strong>f\u00fchrte das Orchester sicher durch den Abend. Schon bei der Ouvert\u00fcre w\u00e4hlte er ein angemessen beschwingtes Tempo, welches durchgehalten wurde. Im ersten Akt konnte <strong>Jelena Rakic <\/strong>(Adele) mit ihrem glockenreinen Sopran gut in die Handlung einleiten. Ihre Gesangskunst stellte sie aber besonders im zweiten Akt in der bekannten Arie <em>Mein Herr Marquis<\/em> unter Beweis: sie sang die Rolle der emanzipierten Kammerzofe mit stimmlicher Leichtigkeit und artikulierte den Text dabei sehr deutlich. Dies war bei <strong>R\u00fcdiger Nikodem Lasa<\/strong> (Eisenstein) leider nicht immer der Fall. Sein kr\u00e4ftiger und hallender Bariton lie\u00df manchmal den Text undeutlich werden. Schauspielerisch pa\u00dfte er allerdings sehr gut in die Rolle des karikierten Ehemanns. Seine ungeschickten Versuche mit anderen Frauen zu flirten, erschienen sehr komisch. <strong>Katharina Hagopian<\/strong> (Rosalinde) spielte zwar die pflichtbewu\u00dfte Ehefrau, konnte aber durch ihr Schauspiel deutlich machen, da\u00df die Ehe f\u00fcr sie eigentlich eine Farce darstellt. Im zweiten Akt sang sie das St\u00fcck <em>Kl\u00e4nge der Heimat <\/em>mit besonders viel Temperament und erotischer Ausstrahlung, da ihr warmer und samtiger Sopran sich sehr gut den hohen T\u00f6nen anschmiegte. Ihr Verehrer, <strong>Louis Kim<\/strong> (Alfred) konnte seine Verf\u00fchrungsk\u00fcnste mit einem gro\u00dfvolumigen Tenor unter Beweis stellen. Sein klarer und akzentuierter Stimmeinsatz belustigte beim Rezitieren verschiedener Opern-Arien. Den cleveren Intriganten stellte <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson <\/strong>(Dr. Falke) dar. Seine Arie <em>Br\u00fcderlein und Schwesterlein <\/em>im zweiten Akt betonte er durch einen schmelzenden Bariton, der besonders in den H\u00f6hen sein Volumen entfalten konnte. <strong>Astrid Pyttliks<\/strong> (Prinz Orlofsky) Auftritt trieb die sexuelle Spannung auf die Spitze. Sie ahmte Orlofsky mit ihrer inbr\u00fcnstigen Mezzosopranstimme als androgynen Mann in High-Heels gekonnt nach. Das metallische Timbre ihrer Stimme eignete sich besonders gut f\u00fcr die Machtstellung des Prinzen und sein <em>Wenn ich mit andern sitz beim Wein <\/em>im zweiten Akt brachte ihm schallenden Applaus.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Strau\u00df-Operette wurde mit Sinn f\u00fcr Humor, aber auch mit nachdenklichem Unterton inszeniert. Besonders der originale Schauplatz und die Kost\u00fcme sorgten f\u00fcr \u00a0authentische Operetten-Stimmung. Man f\u00fchlte sich in das 19. Jahrhundert versetzt. Das Publikum nahm die Auff\u00fchrung sehr positiv auf. Eine gelungene Vorstellung!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Koerfer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Chor, Pawel Lawreszuk (Gef\u00e4ngnisdirektor Frank), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Dr. Falke), Katrin St\u00f6sel (Ida)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Johann Strau\u00df, Operette in drei Akten, Libretto: Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e , UA: 5. 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