{"id":3216,"date":"2011-09-26T13:45:06","date_gmt":"2011-09-26T12:45:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3216"},"modified":"2011-09-30T15:24:03","modified_gmt":"2011-09-30T14:24:03","slug":"manon-lescaut-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3216","title":{"rendered":"MANON LESCAUT &#8211; Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Ruggero Leoncavallo, Luigi Illica, Domenico Oliva, Marco Praga<\/p>\n<p>nach einer Erz\u00e4hlung von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost von, UA: 1. Februar 1893, Teatro Regia, Turin<\/p>\n<p>Regie: Christine Mielitz, B\u00fchne: Hartmut Sch\u00f6rghofer, Kost\u00fcm: Corinna Crome<\/p>\n<p>Lichtt: Max Karbe, Video: Thomas Zengerle<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Blunier, Beethoven Orchester Bonn, Chor des Theater Bonn, Einstudierung: Sibylle Wagner<\/p>\n<p>Solisten: Galina Shesterneva (Manon Lescaut), Mark Morouse (Sergeant Lescaut), Michael Ende (Renato Des Grieux), Kurt Gysen (Geronte di Ravoir) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. September 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Manob-Le.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3217\" title=\"Bonn-Manob-Le\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Manob-Le.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Manob-Le.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Manob-Le-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Student Chevalier Des Grieux und die 18j\u00e4hrige Manon Lescaut verlieben sich Hals \u00fcber Kopf ineinander und fliehen von Amiens nach Paris. Nach einem kurzen gemeinsamen Zusammenleben in Paris verl\u00e4\u00dft Manon ihren Geliebten und l\u00e4\u00dft sich vom reichen Geronte di Ravoir aushalten. Als es nach einer Weile kommt es zum Wiedersehen von Des Grieux und Manon im Hause di Ravoirs. Manon liebt trotz ihres Lebens mit dem reichen de Ravoir ihren Des Grieux. Sie werden von Manons reichem G\u00f6nner in flagranti ertappt. Auf sein Gehei\u00df trifft die Polizei ein und verhaftet Manon, die im Begriff war, sich Schmuck und andere Wertsachen anzueignen. Sie wird zur Verbannung nach Amerika verurteilt. Des Grieux geht mit ihr, da er ohne sie nicht leben kann. Durch ungl\u00fcckliche Umst\u00e4nde veranla\u00dft, m\u00fcssen beide in die W\u00fcst fliehen. Manon stirbt vor Schw\u00e4che in den Armen ihres Geliebten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend des kurzen Vorspiels tritt am linken B\u00fchenrahmen ein Mann mit silber-glitzernden Sternen auf dunklem Anzug auf. Es ist Edmondo, Des Grieus\u2018 Freund. Im Rhythmus der das Posthorn imitierenden Orchestermusik verrenkt er t\u00e4nzerisch Arme und Beine. Dann f\u00fcllen dichte Wolken die ganze B\u00fchne. Schemenhaft tauchen M\u00e4nner mit Trollys auf, begleitet von Passagieren des angekommenen Flugzeugs. Eine Reihe Stewardessen und andere Personen in lockerer Kleidung (Hemden \u00fcber den Hosen, die Stewardessen mit offener Jacke, viele mit schr\u00e4g aufsitzenden H\u00fcten) bewegen sich tanzend den B\u00fchnenrand entlang. Im Hintergrund sieht man eine liegende Halbkugel, auf der ein Steg, einem Schiffsrehling \u00e4hnlich, zentral aufgesetzt ist. Auf diesem Steg, der sich kreisf\u00f6rmig drehen l\u00e4\u00dft und mal dunkel, mal hell-wei\u00df erscheint, spielt sich die Handlung ab. Manchmal \u201eerl\u00e4utert\u201c die im Hintergrund eingeblendete barocke Schlo\u00dfgalerie oder ein \u00fcberdimensionaler Kronleuchter das davor ablaufende Geschehen. Alles andere fehlt: Postkutsche, Gartenrestaurant in Amien, das Alkoven in Manons<br \/>\nBoudoir.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Galina Shesternevas<\/strong> Sopranstimme ist sehr lyrisch und ihre Gesangslinien werden comme il faut klar und expressiv vorgetragen. Sie verk\u00f6rpert die leichtfertige Manon mit gro\u00dfem K\u00f6rpereinsatz. Ihre Artikulation ist durchaus verst\u00e4ndlich, nur stimmen die Worte, die sie singt, keineswegs mit der auf der B\u00fchne gezeigter Situation \u00fcberein. So singt sie, kurz bevor ihr reicher Liebhaber auftaucht, ihrem Cavaliere entgegen: <em>Innig geliebte teure Lippen \u2026<\/em> wobei sie sich einige Meter weit von ihm auf dem Steg befindet. <strong>Michael Ende<\/strong>s (Renato Des Grieux) Tenor ist tragend. Aber sein Atem reicht \u00f6fter nicht aus, die l\u00e4ngeren T\u00f6ne ausreichen lang anzuhalten, worunter die Intonation leidet. Auffallend bei beiden ist die h\u00e4ufig zu gro\u00dfe Forcierung ihrer Stimmen. Verst\u00e4ndlich ist das, da das Orchester mit der Gewalt eines Sturms die Stimmen \u00fcberdeckt.<\/p>\n<p><strong>Kurt Gysen<\/strong> (Geronte di Ravoir) hat eine wohlklingende runde Ba\u00dfstimme. Seine heftige Aufregung beim Bemerken von Manons Flucht ist bewegend, doch in der amorphen B\u00fchnenweite reicht auch der \u00dcbertitel-Text kaum aus, da\u00df der Zuschauer das nachvollziehen kann. Guter gesanglicher Ausdruck und Textverst\u00e4ndlichkeit findet sich ebenso bei <strong>Mark Morouse<\/strong> (Sergeant Lescaut). Manons Arie: <em>In quelle trine morbide \u2013 In diesem weichen Alkoven<\/em> wird mit berechtigtem Applaus bedacht genauso wie das Duett <em>Tu, tu amore \u2013 Du, Liebster, du<\/em>. Leider veranla\u00dft die leidenschaftliche Sprache der beiden Liebenden den Dirigenten <strong>Stefan Blunier<\/strong>, ein \u00fcbergro\u00dfes Fortissimo hinzulegen unter dem man Manon und Des Grieus vergeblich sucht. Dagegen wird das Intermezzo zu Beginn des dritten Akts mit viel Feingef\u00fchl dargestellt, was starken Applaus nach sich zieht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Regie hat s\u00e4mtliche Intimit\u00e4t ausgespart. Fatal macht sich die gro\u00dfe B\u00fchne bemerkbar, auf der eben keine Intimit\u00e4t aufkommen kann, denn auch die expressiven Musik Puccinis verlangt anheimelnde Atmosph\u00e4re, zumal\u00a0 bei einer Liebesgeschichte.<\/p>\n<p>Die S\u00e4nger wurden mit Recht gelobt, so da\u00df sich in dieser Hinsicht ein Besuch lohnt.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kurt Gysen(Geronte de Ravoir), Galina Shesterneva (Manon Lescaut), Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Ruggero Leoncavallo, Luigi Illica, Domenico Oliva, Marco Praga nach einer Erz\u00e4hlung von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost von, UA: 1. Februar 1893, Teatro Regia, Turin Regie: Christine Mielitz, B\u00fchne: Hartmut Sch\u00f6rghofer, Kost\u00fcm: Corinna<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3216\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52,1],"tags":[],"class_list":["post-3216","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bonn-opernhaus-allgemein","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3216"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3216\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3220,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3216\/revisions\/3220"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}