{"id":3202,"date":"2011-09-25T21:35:57","date_gmt":"2011-09-25T20:35:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3202"},"modified":"2011-09-25T21:35:57","modified_gmt":"2011-09-25T20:35:57","slug":"orpheus-in-der-unterwelt-cottbus-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3202","title":{"rendered":"ORPHEUS IN DER UNTERWELT &#8211; Cottbus, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra-bouffon in 2 Akten, Libretto: Hector Cr\u00e9mieux u. Ludivic Hal\u00e9vy; UA: 21. Oktober 1858, Paris \u00a0(erste Fassung), 7. Februar 1874, Th\u00e9\u00e2tre de la Gait\u00e9, Paris (zweite Fassung)<\/p>\n<p>Regie: Martin Sch\u00fcler, B\u00fchne: Gundula Martin, Kost\u00fcm: Nicole Lorenz, Choreinstudierung: Christian M\u00f6bius; Dirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Chor des Staatstheaters Cottbus. Solisten: Hardy Brachmann (Orpheus), Debra Stanley (Eurydike), Marlene Lichtenberg (\u00d6ffentliche Meinung), Jens Klaus Wilde (Pluto\/Aristeus), J\u00f6rg Simon (Jupiter), Carola Fischer (Juno), Gesine Forberger (Diana), Jana Frey (Venus), Aneta Kolton (Cupido), Ingo Witzke (Mars), Dirk Kleinke (Merkur), Heiko Walter (Hans Styx) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. September 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Cottbus-Orpheus.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3203\" title=\"Cottbus-Orpheus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Cottbus-Orpheus.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Cottbus-Orpheus.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Cottbus-Orpheus-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das Paar Orpheus und Eurydike hat sich auseinander gelebt. Orpheus, der die Nymphe Chloe verehrt, freut sich, da\u00df seine Frau von Pluto, der sich als deren Geliebter Aristeus ausgegeben hat, in die Unterwelt entf\u00fchrt wird. Die \u00f6ffentliche Meinung jedoch verlangt von ihm, da\u00df er Eurydike von den G\u00f6ttern zur\u00fcck erbittet. Zusammen mit dem Olymp tritt Orpheus die Reise in die Unterwelt an. Dort versucht Jupiter sie f\u00fcr sich selber in Gestalt einer Fliege zu entf\u00fchren. Von Pluto ermahnt, sie Orpheus zur\u00fcckzugeben, stellt er jenem die Bedingung, sich bei Verlassen des Hades nicht umzublicken, sonst m\u00fcsse Eurydike in der Unterwelt verbleiben. Als Jupiter als List einen Blitzstrahl entsendet, blickt sich Orpheus doch noch um, und Eurydike verweilt voller Freude von nun an bei den G\u00f6ttern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne wird in allen vier Bildern von einem gro\u00dfen Tempelvorbau mit S\u00e4ulenelementen und Darstellungen von G\u00f6tterreliefs eingerahmt. Das erste B\u00fchnenbild zeigt ein gro\u00dfes Bett vor einer wei\u00dfen Mauer, die bei der Entf\u00fchrung der Eurydike teilweise zusammenst\u00fcrzt. Im zweiten B\u00fchnenbild wird der G\u00f6tterolymp durch vorbeiziehende Wattewolken greifbar. Zahlreiche in Wei\u00df gehaltene Tresore im Vordergrund sind wohl eine Anspielung auf die aktuelle Wirtschaftslage in Griechenland. Im Gegensatz zur dominanten Farbe Wei\u00df, die sich auch in der klassischen Ausstattung der G\u00f6tterdarsteller mit typischen Attributen der antiken G\u00f6tter wiederspiegelt, kontrastiert die Unterwelt mit roter Ausleuchtung. Mit dieser Farbe korrespondieren die Kleider der T\u00e4nzer beim H\u00f6llen-Can-Can ebenso, wie das Kost\u00fcm von Pluto, dem Chef der Unterwelt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Rolle der Eurydike gibt die amerikanische Sopranistin <strong>Debra Stanley<\/strong> ihr Deb\u00fct in Cottbus, die ab dieser Spielzeit neu im Engagement des Hauses ist. Und sie geht direkt in die Vollen. Ihr lasziv-erotisches Spiel l\u00e4\u00dft keinen Gott der Ober- noch der Unterwelt kalt und ihre schm\u00e4henden Wutausbr\u00fcche gegen\u00fcber Orpheus sind an kom\u00f6diantischer Intensit\u00e4t kaum zu \u00fcberbieten. Dazu paart sich die geschmeidige Leichtigkeit ihres Soprans, der auch die h\u00f6chsten Tonnuancen mit Wendigkeit und sublimer Brillanz auskostet. Man darf durchaus auf zuk\u00fcnftige Rollen von ihr in Cottbus gespannt sein. Herrlich auch das Zusammenspiel mit <strong>Hardy Brachmann<\/strong> (Orpheus). Er gibt im Spiel den gefrusteten Ehemann par excellence, der sowohl durch seinen karikierend \u00fcberspitzt ausformulierten Gesang, wie auch durch lyrische Stimmf\u00e4rbungen aufhorchen l\u00e4\u00dft. Ein weiterer H\u00f6hepunkt des Abends sind die obersten G\u00f6tter. <strong>Jens Klaus Wilde<\/strong> (Pluto) hat darstellerisch als Gott der Unterwelt zahlreiche Lacher auf seiner Seite. Sein Tenor \u00fcberzeugt zudem durch druckvolle Dynamik und klaren Duktus. K\u00f6stlich anzusehen sind auch <strong>Heiko Walter<\/strong> (Hans Styx), Ba\u00df <strong>J\u00f6rg Simon<\/strong> (Jupiter), der als Fliege seinen darstellerischen H\u00f6hepunkt erlebt und <strong>Carola Fischer<\/strong> als Juno. Ihr Spiel und Gesang \u00fcberzeugen ebenso, wie das hohe Niveau aller \u00fcbrigen Beteiligten.<\/p>\n<p><strong>Evan Christ<\/strong> leitet das <strong>Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus <\/strong>dazu in spritzig ambitionierter Weise, so dass die klanglichen H\u00f6hepunkte des Werkes in ausgelassener Heiterkeit erbl\u00fchen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung \u00fcberzeugt auf ganzer Breite. Mit zahlreichen liebevoll eingerichteten Finessen und \u00dcberraschungen, wie etwa einem Blumengarten, der aus dem Orchestergraben erbl\u00fcht, sorgen sowohl das B\u00fchnenbild als auch die passenden Kost\u00fcme f\u00fcr viel Kurzweil. Dazu brennen alle beteiligten S\u00e4nger ein wahres Feuerwerk darstellerischer und gesanglicher Glanzpunkte ab, die den Abend zu einem rundum gelungenen Am\u00fcsement auf h\u00f6chstem Niveau werden lassen. Bravo!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die G\u00f6tter feiern in der Unterwelt. Hardy Brachmann (Orpheus, blauer Anzug), Debra Stanley (Eurydike, auf dem Tisch stehend), J\u00f6rg Simon (Jupiter, gr\u00fcner Frack)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra-bouffon in 2 Akten, Libretto: Hector Cr\u00e9mieux u. Ludivic Hal\u00e9vy; UA: 21. Oktober 1858, Paris \u00a0(erste Fassung), 7. Februar 1874, Th\u00e9\u00e2tre de la Gait\u00e9, Paris (zweite Fassung) Regie: Martin Sch\u00fcler, B\u00fchne: Gundula Martin, Kost\u00fcm: Nicole Lorenz,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3202\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[105,134,1],"tags":[],"class_list":["post-3202","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cottbus-staatstheater","category-featured","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3202"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3205,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3202\/revisions\/3205"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}