{"id":3194,"date":"2011-09-08T14:37:22","date_gmt":"2011-09-08T13:37:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3194"},"modified":"2011-09-24T14:39:55","modified_gmt":"2011-09-24T13:39:55","slug":"la-scala-di-seta-%e2%80%93-die-seidene-leiter-winterthur-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3194","title":{"rendered":"LA SCALA DI SETA \u2013 DIE SEIDENE LEITER &#8211; Winterthur, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Farsa comica in einem Akt, in italienischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln. Libretto: Giuseppe Maria Foppa.<\/p>\n<p>UA: 1812 in Teatro San Mois\u00e8, Venedig<\/p>\n<p>Regie: Damiano Michieletto, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Paolo Fantin, Licht: Elfried Roller<\/p>\n<p>Dirigent: Zsolt Hamar, Orchester: Musikkollegium Winterthur, Continuo: Jeffrey Smith<\/p>\n<p>Solisten: Sen Guo (Giulia, M\u00fcndel von Dormont), Christina Daletska (Lucilla, Cousine von Giulia), Edgardo Rocha (Dorvil, Geliebter von Giulia), Ruben Drole (Germano, Diener des Hauses), Davide Fersini (Blansac), Raimund Wiederkehr (Dormont, Vormund)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. September 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Winterthur-La-Scala-di-Seta.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3195\" title=\"Winterthur-La-Scala-di-Seta\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Winterthur-La-Scala-di-Seta.gif\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Winterthur-La-Scala-di-Seta.gif 235w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Winterthur-La-Scala-di-Seta-201x300.gif 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>In Paris des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts lebt der reiche Grundbesitzer Dormont, Vormund der jungen Giulia. Er hat Blansac als Br\u00e4utigam f\u00fcr sie ausersehen. Doch Giulia ist heimlich mit Blansacs Freund Dorvil verheiratet, welcher jede Nacht auf der seidenen Leiter in ihr Zimmer steigt. Dormonts Diener Germano begehrt die junge Dame. Dies macht diese sich zunutze und beauftragt ihn, Blansac zu bespitzeln. Giulia sieht in Blansacs Liebe zu ihrer Cousine Lucilla den Ausweg aus ihrer mi\u00dflichen Lage. Germano belauscht Giulia, als sie Dorvil zum t\u00e4glichen Stelldichein einl\u00e4dt. Nachdem er Blansac von ihrer n\u00e4chtlichen Verabredung erz\u00e4hlt, verstecken sich Germano und Lucilla neugierig in Giulias R\u00e4umen. Als zur Mitternacht Dorvil \u00fcber die seidene Leiter in Giulias Zimmer gelangt, vergessen sie die Leiter wegzur\u00e4umen. Bald darauf klettern Blansac und sp\u00e4ter auch Dormont hinein. Als Dormont sie zum Aufsetzen des Ehevertrags mit Blansac dr\u00e4ngt, enth\u00fcllt Giulia die Wahrheit. Als auch Blansac seine Liebe zu Lucilla offenbart, f\u00e4llt Dormonts letzter Satz: <em>Macht, was ihr wollt<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Sobald der Vorhang aufgeht, erkennt der Zuschauer auf dem dunklen B\u00fchnenboden die leuchtenden Grundrisse des Entwurfs eines Innenarchitekten. Die leere B\u00fchne wird w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre von tanzenden Helfern eingerichtet, zuerst durcheinander, sp\u00e4ter dann werden die zeitgen\u00f6ssischen M\u00f6belst\u00fccke und Dekoration auf Linien aufgestellt. Die W\u00e4nde und T\u00fcren sind am Boden angedeutet und somit imagin\u00e4r, sie werden pantomimisch ge\u00f6ffnet oder beklopft. Solche Aktionen werden vom Orchester oder dem Cembalo musikalisch begleitet. Einzig das Fenster ist echt und wird f\u00fcr das Aufh\u00e4ngen der seidenen Leiter benutzt. Durch den breiten, schr\u00e4gen Spiegel an der Decke gewinnt der B\u00fchnenraum eine zus\u00e4tzliche Tiefendimension, au\u00dferdem erm\u00f6glicht er die Beobachtung des Auf- und Abstiegs der Personen auf dem Vordach des Hauses. Eine bemerkenswerte F\u00fclle von haush\u00e4lterischen T\u00e4tigkeiten wird hier darstellerisch geboten, dadurch wird die Auff\u00fchrung lebendig und beweglich. Die Kost\u00fcme wie auch die Einrichtung der Wohnung waren im Stil der heutigen Zeit gehalten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Musikkollegium Winterthur musizierte leidenschaftlich, jedoch mu\u00dfte es hin und wieder den B\u00fchnenaktionen Vorrang einr\u00e4umen. Man konnte das fein abgestimmte Zusammenspiel mit dem S\u00e4ngerensemble bewundern, wenn die Musik die Aktionen und Gem\u00fctsbewegungen der Protagonisten untermalte. <strong>Ruben Drole <\/strong>war unerm\u00fcdlich als Diener Germano, der rastlos alle Haushaltsarbeit erledigte: Er b\u00fcgelte, dekorierte, wusch, putzte, r\u00e4umte auf, flickte Str\u00fcmpfe. Meisterhaft stellte er seine M\u00fcdigkeit dar, als er g\u00e4hnend seine Arie <em>Io allocco! <\/em><em>\u2013 Ich ein T\u00f6lpel<\/em> vortrug. Dabei fehlte es seiner gro\u00dfen Stimme nicht an dynamischen Variationen, inklusive des Fl\u00fcsterns. Die junge Giulia konnte sich in Gestalt von<strong> Sen Guo <\/strong>einwandfrei behaupten. F\u00fcr die Arie <em>Il mio ben sospiro e chiamo <\/em><em>\u2013 Ich sehne mich nach meinem Liebsten<\/em> erntete sie Bravorufe. Ihre klare Singstimme gl\u00e4nzte auch in <em>Perdono o mio tutore <\/em><em>\u2013 Verzeiht, mein Vormund<\/em> mit s\u00fc\u00dfem Koloraturschmuck.<strong> Raimund Wiederkehr <\/strong>(Dormont) sang passend zu seiner Rolle streng und deutlich.<strong> <\/strong>Die h\u00fcbsche Cousine Lucilla wurde von <strong>Christina Daletska<\/strong> verk\u00f6rpert. Ihr Mezzosopran strahlte f\u00f6rmlich vor W\u00e4rme in <em>Sento talor nell\u00b4anima un dolce movimento <\/em><em>\u2013 Ich f\u00fchle manchmal eine s\u00fc\u00dfe Regung in der Brust.<\/em> <strong>Davide Fersini <\/strong>(Blansac) nahm in <em>Alle voci dell\u00b4amore <\/em><em>\u2013 Wenn die Liebe ruft <\/em>mit seiner kr\u00e4ftigen Stimme die langen T\u00f6ne \u00fcberaus eindringlich.<strong> <\/strong>Der Tenor <strong>Edgardo Rocha <\/strong>(Dorvil) strahlte starke Pr\u00e4senz aus, seine Stimme klang klar, flexibel und sicher in der H\u00f6he in der Arie <em>Vedr\u00f2<\/em> <em>qual sommo incanto <\/em><em>\u2013 Ich werde sehen, welch gro\u00dfes Entz\u00fccken<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit Rossinis Jugendwerk er\u00f6ffnete die Z\u00fcrcher Oper in gelungener Zusammenarbeit mit dem Musikkollegium Winterthur die neue Saison. Viele Ideen wurden vorbildlich umgesetzt. Die Art, wie hier \u00fcberschw\u00e4nglich und \u00fcbertreibend mit dem Komischen umgegangen wurde, wirkte durchweg nat\u00fcrlich und nicht erzwungen. Dementsprechend wurde es ein kultivierter und erlebnisreicher Opernabend, und das begeisterte Publikum spendete ausgiebig Beifall.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bilder: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: rechts Davide Fersini (Blansac)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Farsa comica in einem Akt, in italienischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln. Libretto: Giuseppe Maria Foppa. 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