{"id":3190,"date":"2011-09-05T13:30:01","date_gmt":"2011-09-05T12:30:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3190"},"modified":"2011-10-06T14:42:24","modified_gmt":"2011-10-06T13:42:24","slug":"la-boheme-sydney-opera-house-australien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3190","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME &#8211; Sydney Opera House, Australien"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Oper in vier Bilder nach Henri Murgers Roman <em>Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me<\/em>, Textbuch von Guiseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. Februar 1896 im Teatro Regio, Turin<\/p>\n<p>Regie: Gale Edwards, Regieassistenten: Matthew Barclay und Johanna Puglisi, B\u00fchnenbild: Brian Thomson,\u00a0 Kost\u00fcme: Julie Lynch, Licht: John Rayment<\/p>\n<p>Dirigent: Brian Castles-Onion, Australian Opera und Ballet Orchestra, Australia Chorus und ein Kinderchor,\u00a0 Leitung: Anthony Hunt<\/p>\n<p>Solisten: Diego Torre (Rodolfo), Andrew Jones (Marcello), Richard Anderson (Colline), Shane Lowrencev (Schaunard), Antoinette Halloran (Mim\u00ec), Taryn Fiebig (Musetta), Adrian Tamburini (Alcindoro) u.a<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. September 2011<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Sydney-La-Bohme1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3214\" title=\"Sydney-La-Bohme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Sydney-La-Bohme1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Sydney-La-Bohme1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Sydney-La-Bohme1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>1. Vier Freunde feiern in einer K\u00fcnstlerbude feuchtfr\u00f6hlich Weihnachten. Als sie anschlie\u00dfend im <em>Quartier Latin<\/em> bummeln gehen, bleibt nur Rodolfo zur\u00fcck. Er lernt seine Nachbarin Mim\u00ec kennen und es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie ist krank, ihre Hand eiskalt.<\/p>\n<p>2. Einige Wochen sp\u00e4ter, als der Freundeskreise sehr animiert im Caf\u00e9 Momus beisammen sitzt, entdeckt Marcello seine einstige Freundin, die kokette Musetta, die ein Walzerlied singt. Die alte Liebe flammt wieder auf. Musette kehrt in Marcellos Arme zur\u00fcck.<\/p>\n<p>3. Einige Wochen sp\u00e4ter, sucht Mim\u00ec bei Marcello nach Rodolfo. Sie belauscht ein Gespr\u00e4ch der beiden, worin Rodolfo erkl\u00e4rt, da\u00df er sich f\u00fcr Mim\u00ecs Krankheit verantwortlich f\u00fchlt. Als er Mim\u00ec entdeckt, schw\u00f6ren beide, zusammen zu bleiben.<\/p>\n<p>4. Die vier Freunde feiern fr\u00f6hlich in Rodolfos und Marcellos Bude, und fragen sich, was wohl aus Mim\u00ec und Musetta \u00a0geworden ist, die sie seit langem verlassen haben. Atemlos tritt Musetta ein und k\u00fcndigt die sterbenskranke Mim\u00ec an. Die jungen M\u00e4nner tun alles, um Mim\u00ec zu helfen. Z\u00e4rtlich bettet Rodolfo sie auf ein Lager, aber sie stirbt in seinen Armen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung ist in die Berliner 1920iger Jahre verlegt. Das K\u00fcnstleratelier, im ersten und vierten Bild, zeigt kahle oder halbbemalte W\u00e4nden, einen Kanonenofen in der Mitte, einige St\u00fchle und ein breites Brett, jeweils Tisch oder Bett, als einziges Dekor. Die K\u00fcnstler, einfach, fast \u00e4rmlich gekleidet. Im dritten Bild, die obskure st\u00e4dtische Mautstation mit vielen aufgereihten St\u00fchlen und mit Fensterw\u00e4nden, die auf das triste Schneetreiben auf der Stra\u00dfe hinausgehen, wirkt eher wie ein Armenasyl.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu ist das zweite Bild farbenpr\u00e4chtiger H\u00f6hepunkt der Inszenierung. Erst eine winterliche Jahrmarktszene mit Stra\u00dfenverk\u00e4ufern, Stelzeng\u00e4ngern, Akrobaten. Gleich darauf ein Spiegelzelt, eine Art Kabarett-Nachtclub-Bordell mit Logen und Tanzfl\u00e4che, mit vielen Lichtern, Lampions und Fackeln, in dem sich Volk und Gesellschaft in farbenfreudigen Kost\u00fcmen mischen mit halbnackter Halbwelt, mit ungesitteten Stra\u00dfenkindern und gesitteten Pfadfindern. Alle durcheinander in einer \u00fcberaus schwungvollen Choreographie voller witziger Regieeinf\u00e4lle. Eigentlich, l\u00e4\u00dft sich nur in diesem Bild die Idee der Berliner 1920iger Jahre halbwegs nachvollziehen. Vereinzelte Otto Dix oder Georg Grosz K\u00f6pfe unter den Choristen und Musetta im Glitzerkleid als platinblonder Vamp \u00e0 la <em>Blauer Engel<\/em> sollen darauf hindeuten.<\/p>\n<p><strong>Orchester und S\u00e4nger<\/strong><\/p>\n<p>Was bei dieser Auff\u00fchrung beeindruckt, ist das au\u00dfergew\u00f6hnliche Zusammenspiel eines gut aufeinander abgestimmten Ensembles, sowohl stimmlich, wie auch schauspielerisch. Es kommt besonders zum Ausdruck, in kleinen Rahmen, im ersten und letzen Bild, und im gro\u00dfen Rahmen in der mitrei\u00dfenden Spiegelzeltszene, wo ein Ereignis das n\u00e4chste jagt.<\/p>\n<p>Dennoch mu\u00df man unter den S\u00e4ngern die strahlende Stimme des mexikanischen Tenors <strong>Diego Torres<\/strong> (Rodolfo) hervorheben, mit der er schon im ersten Bild in<em> Che gelida manino<\/em><em> \u2013 wie eiskalt ist das H\u00e4ndchen<\/em> beeindruckt. <strong>Antoinette Halloran<\/strong> bem\u00fcht sich eine ebenb\u00fcrtig bewegende Mim\u00ec zu sein, was ihr in den dramatischen Szenen fast gelingt, wie in der Abschiedszene von Rodolfo im dritten Bild, ihre lyrischen Arien dagegen leiden bisweilen unter zuviel Vibrato. <strong>Taryn Fiebigs<\/strong> (Musetta) klarer Sopran macht ihr Walzerlied im zweiten Bild <em>Quando me\u2019n vo\u2019 \u2013 wenn ich so gehe &#8211; <\/em>bemerkenswert. <strong>Andrew Jones\u2019<\/strong> Marcello vollendet mit warmer Baritonstimme das Quartett der zwei Liebespaare. Besonders bewegend das Duett Marcello-Rodolfo im letzten Bild. <strong>Richard Anderson <\/strong>(Colline)<strong>, Shane <\/strong><strong>Lowrencev<\/strong> (Schaunard) und <strong>Adrian Tamburini<\/strong> (Alcindoro) erg\u00e4nzen wohlklingend das kleine Ensemble, der Opera Australia Chorus und ein Kinderchor das Gesamtensemble.<\/p>\n<p><strong>Brian Castles-Onion<\/strong> dirigiert das Australia Opera and Ballet Orchestra mit Schwung und Pr\u00e4zision und h\u00e4lt die emotionale Spannung des Geschehens auch musikalisch bis zum tragischen Ende durch.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine eindrucksvolle, wohlgelungene Auff\u00fchrung in einem ausverkauften Haus, das den Mitwirkenden geb\u00fchrenden Beifall spendet.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild:\u00a0Tito Media<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0Taryn Fiebig (Musetta), Adrian Tamburini (Alcindoro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Oper in vier Bilder nach Henri Murgers Roman Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me, Textbuch von Guiseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. 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