{"id":3184,"date":"2011-09-19T09:51:12","date_gmt":"2011-09-19T08:51:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3184"},"modified":"2011-11-21T22:09:55","modified_gmt":"2011-11-21T21:09:55","slug":"robert-le-diable-robert-der-teufel-erfurt-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3184","title":{"rendered":"ROBERT LE DIABLE (ROBERT DER TEUFEL) &#8211; Erfurt, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe und Germain Delavigne, in franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 21. November 1831, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier, Paris<\/p>\n<p>Regie: Jean-Louis Grinda, B\u00fchne: Hank I. Kittel, Kost\u00fcme: Carola Volles<\/p>\n<p>Dirigent: Samuel B\u00e4chli, Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theaters Erfurt, Choreinstudierung: Andreas Ketelhut<\/p>\n<p>Solisten: Erik Fenton (Robert), Vazgen Ghazaryan (Bertram), Richard Carlucci (Raimbaut), Ilia Papandreou (Alice), Claudia Sorokina (Isabelle), Susann Vent (Begleiterin der Isabelle), Nadja Dagis, Corinna Horvath, Sandra Lommerzheim (Nonnen-Ballett) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. September 2011 (Premiere, in franz\u00f6sischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Erfurt-Robert-Teufel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3185\" title=\"Erfurt-Robert-Teufel\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Erfurt-Robert-Teufel.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"219\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Erfurt-Robert-Teufel.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Erfurt-Robert-Teufel-300x187.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Sicherlich, das Stadttheater Erfurt hat nicht die M\u00f6glichkeiten wie eine Staatsoper, um eine Grand Op\u00e9ra auf die B\u00fchne zu bringen: Der Chor umfa\u00dft 20 Mitglieder, d.h. gro\u00dfe Ensembleszenen fallen kleiner aus und zeigen nicht die geplante Wirkung. Eine Ballettcompagnie existiert nicht, drei G\u00e4ste m\u00fcssen diese ersetzen. Die Solisten dieser Produktion m\u00fcssen sich den hohen Anforderungen Meyerbeers noch gewachsen zeigen, sind aber nach der Premiere auf dem richtigen Weg. Auch wenn zw\u00f6lf erste Geigen vorhanden sind, verf\u00fcgt das Orchester doch nicht \u00fcber den gro\u00dfen Klangk\u00f6rper, auch wenn Samuel B\u00e4chli (der schon 2008 <em>Die Afrikanerin<\/em> in Gelsenkirchen stemmte) das Orchester zu einer seiner besten Leistungen f\u00fchrt und diese Probleme (beinahe) gl\u00e4nzend \u00fcberspielt. Wenn die Staatsopern Meyerbeer nicht spielen, m\u00fcssen eben die kleinen H\u00e4user die Last tragen \u2013 mit all den genannten Abstrichen \u2013 aber Erfurt macht seine Sache h\u00f6rbar zufriedenstellend.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Robert, Sohn der Herzogin der Normandie und des Satans, wurde nach Sizilien verbannt, wo er um Isabella wirbt. Sein ihm unbekannter Vater gibt sich als sein Freund Bertram aus, will ihn mit in die H\u00f6lle nehmen. Robert nimmt an einem Ritterturnier teil, dessen Sieger die Hand Isabellas erh\u00e4lt. Bertram lockt Robert mit einer Duellforderung in den Wald, so da\u00df er zu sp\u00e4t zum Turnier kommt und er mit ansehen mu\u00df, wie Isabella vom Prinzen von Granada abgef\u00fchrt wird. Bertram r\u00e4t ihm, vom Grab der heiligen Rosalie einen Zweig zu brechen \u2013 dann kehre Isabella zu ihm zur\u00fcck. Die toten Nonnen steigen aus ihren Gr\u00e4bern und verwandeln sich in junge M\u00e4dchen. Als Robert den Zweig an sich nimmt, werden aus ihnen d\u00e4monische Gespenster. Robert verzichtet auf den Zweig, weigert sich aber, seinem Vater in die H\u00f6lle zu folgen, und Bertram f\u00e4hrt allein zur H\u00f6lle. Isabella und Robert werden ein Paar.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend des Vorspiels \u00f6ffnet sich der Vorhang einen Spalt, und wir sehen, wie ein Arzt im wei\u00dfen Kittel sich an einer Patientin vergeht, die im Untersuchungsstuhl festgeschnallt ist. Eine gro\u00dfe Gr\u00fcnderzeit-Halle ist zu sehen. Es ist der Speisesaal eines Irrenhauses. Die Insassen sind Ritter mit buntem Pappschwert und Pappr\u00fcstung. Es herrscht ein Kommen und Gehen. Sp\u00e4ter ist eine Vorhalle mit Duschanlage und dem Behandlungsstuhl zu sehen, eine Leichenhalle im Keller f\u00fcr die toten Nonnen, die sich aus st\u00e4hlernen Schrankf\u00e4chern erheben, und die Anstaltskapelle mit verh\u00fclltem Kreuz.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Samuel B\u00e4chli<\/strong> gelingt es Orchester, Chor und S\u00e4nger zu einer Meyerbeer w\u00fcrdigen Einheit\u00a0 zu verschmelzen. Zumindest ansatzweise k\u00f6nnen die gro\u00dfen Ensembleszenen Meyerbeers entsprechend erklingen und lassen erkennen, welche m\u00e4chtige Wirkung seine Opern erreichen k\u00f6nnen, zumal das Werk um 45 Minuten gek\u00fcrzt wurde, haupts\u00e4chlich um die Ballettmusiken der ersten Akte und eine gro\u00dfe Arie Raimbauds. Daf\u00fcr ist seine gro\u00dfe Ballade im zweiten Akt geblieben, die <strong>Richard Carlucci<\/strong> (Raimbaud)<\/p>\n<p>zu seiner Glanznummer ausbaut. Er ist ein volumin\u00f6ser Tenor f\u00fcr das italienische Fach, kommt aber mit den hohen technischen Anforderungen f\u00fcr gro\u00dfe Tonh\u00f6henspr\u00fcnge gut zurecht. <strong>Erik Fenton<\/strong> (Robert) tritt in Erfurt eher als Charaktertenor in Erscheinung. Er h\u00e4lt sich \u00fcber weite Strecken zur\u00fcck, kann aber in den Triumpharien des\u00a0 dritten Akts zeigen, wieviel Durchschlagskraft in ihm steckt. <strong>Vazgen Ghazaryan<\/strong> (Bertram) ist ein volumenstarker Ba\u00df, wenn ihm auch ein wenig d\u00e4monische Tiefe und Timbre fehlt. Liebling des Abends ist der technisch brillante Sopran von <strong>Ilia Papandreou<\/strong> als Alice mit ihrer sehr sicheren H\u00f6he. Auch sie geht die Rolle verhalten an und gestaltet ihre Koloraturen glockenklar sch\u00f6n. Damit stellt sie <strong>Claudia Sorokina<\/strong> (Isabella) in den Schatten, die ihre Rolle mehr vertr\u00e4umt zur\u00fcckhaltend als mitrei\u00dfend dramatisch gestaltet. Auch <strong>Gonzalo Simonetti<\/strong> (Alberti) kann seine zwei Auftritte als sehr variabler Ba\u00dfbariton gewinnbringend einbringen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Trommelnder Applaus f\u00fcr Dirigent, Orchester, Solisten und Chor, schwacher Applaus f\u00fcr die Regie, deren Verlagerung ins Irrenhaus unverst\u00e4ndlich war, aber wenigstens niemanden st\u00f6rte.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Lutz Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der graue Hof vor der Anstaltskapelle, \u00a0links Erik Fenton (Robert) und rechts Vazgen Ghazaryan (Bertram)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe und Germain Delavigne, in franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 21. November 1831, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier, Paris Regie: Jean-Louis Grinda, B\u00fchne: Hank I. 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