{"id":3178,"date":"2011-09-20T09:50:22","date_gmt":"2011-09-20T08:50:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3178"},"modified":"2011-09-21T09:55:14","modified_gmt":"2011-09-21T08:55:14","slug":"der-fliegende-hollander","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3178","title":{"rendered":"DER FLIEGENDE HOLL\u00c4NDER &#8211; Wuppertal, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto : Richard Wagner, nach Heinrich Heines Die Memoiren des Herren von Schnabelewopski; UA: 2. Januar 1843 Dresden, K\u00f6nigliches S\u00e4chsisches Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne\/Licht:: Guido Petzold, Kost\u00fcme: Sven Bindseil, Dramaturgie: Johannes Blum<\/p>\n<p>Dirigent: Hilary Griffiths, Sinfonieorchester Wuppertal, Opernchor und Extrachor der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jens Bingert,<\/p>\n<p>Solisten: Kay Stiefermann (Holl\u00e4nder), Michael Tews (Daland), Allison Oakes (Senta), Johan Weigel (Erik), Miriam Ritter (Mary), Christian Sturm (Steuermann)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. September 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Wuppertal-Holl\u00e4nder.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3179\" title=\"Wuppertal-Holl\u00e4nder\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Wuppertal-Holl\u00e4nder.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"221\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Wuppertal-Holl\u00e4nder.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Wuppertal-Holl\u00e4nder-300x189.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Zur ewigen Irrfahrt auf dem Meer ist der Holl\u00e4nder verdammt, nur eines kann ihm Erl\u00f6sung bringen: Eine Frau, die ihm treu bleibt bis in den Tod \u2013 alle sieben Jahre darf er an Land gehen und sein Gl\u00fcck versuchen. Nun ist es wieder soweit: Kaum gelandet, wird er sich mit dem Kapit\u00e4n Daland \u00fcber eine Hochzeit mit dessen Tochter Senta einig. Angesichts der ungeheuren Sch\u00e4tze des Holl\u00e4nders braucht Daland keine gro\u00dfe Bedenkzeit. W\u00e4hrenddessen schmachtet Senta ein Bild des ihr unbekannten Holl\u00e4nders an. Die anderen M\u00e4dchen verspotten sie, bis Senta ihnen die Geschichte des Seefahrers erz\u00e4hlt; sie will seine Retterin werden. Prompt finden sich Daland und der Holl\u00e4nder ein. Zwischen letzterem und Senta entwickelt sich prompt eine innige Verbindung. Als der J\u00e4ger Erik davon erf\u00e4hrt macht er ihr Vorw\u00fcrfe bez\u00fcglich der von ihr versprochenen Treue als seine Braut. Der Holl\u00e4nder belauscht sie und sticht wieder in See, da er sich von Senta get\u00e4uscht sieht. Doch diese st\u00fcrzt sich in die Tiefe des Meeres.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die gesamte Spielzeit bleibt die B\u00fchne nahezu leer. Einziges wirkliches Requisit ist ein gro\u00dfes Stangengestell mit einer Vielzahl von Scheinwerfern: Die Regie arbeitet mit zahlreichen Lichteffekten. Im ersten Aufzug ist dieses Gestell so positioniert, da\u00df es die Takelage des Schiffes von Daland darstellt, im zweiten Aufzug verk\u00f6rpert die starre Beleuchtung von oben die bedr\u00fcckende Enge, die Senta durch ihren Vater und das Dorfleben erf\u00e4hrt. Zum Ende leuchten die Scheinwerfer grell in den Zuschauerraum, so da\u00df Holl\u00e4nder und Senta zwischen den einzelnen Streben wie im Nichts verschwinden.<\/p>\n<p>Durch sein Kost\u00fcm hebt sich der Holl\u00e4nder deutlich vom restlichen Ensemble ab: Sein Mantel wirkt wie von Muscheln \u00fcbers\u00e4t, dazu kommen eine T\u00e4towierung auf der linken Schl\u00e4fe und eine tempor\u00e4r eingesetzte dunkelblaue Sonnenbrille. Die anderen Kost\u00fcme sind weniger auff\u00e4llig gestaltet, die einzelnen Personen wirken innerhalb ihrer Gruppe austauschbar.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es dauerte einen Moment bis sich alle Mitwirkenden auf einem dann allerdings hohen Niveau eingefunden haben. <strong>Hilary Griffiths <\/strong>nimmt mit dem <strong>Wuppertaler Sinfonieorchester <\/strong>den Beginn der Ouvert\u00fcre noch einen Tick langsamer als ohnehin komponiert. So kann sich die Sogwirkung zum Ende hin entfalten. Zur Seite stehen ihm dabei sauber intonierende Holzbl\u00e4ser, w\u00e4hrend man sich die Sechzehntel der Streicher pr\u00e4gnanter gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Im zweiten Aufzug kehren sich die Verh\u00e4ltnisse um, hier k\u00f6nnen vor dem Duett vor allem die kantablen Melodien der tiefen Streicher gefallen. Im Zwischenspiel vor dem dritten Aufzug dann findet das erw\u00e4hnte Zusammenfinden auf hohem Niveau statt, was bis zum Ende gehalten wird.<\/p>\n<p>Auch <strong>Kay Stiefermann <\/strong>(Holl\u00e4nder) beginnt verhalten, doch er scheint lediglich seine Kr\u00e4fte einzuteilen: Mit <em>So ist sie mein\u2026 Wird sie mein Engel sein? <\/em>erlebt man den Bariton, wie man ihn kennt: Seine kontrollierte Stimmf\u00fchrung erklingt str\u00f6mend-markant anstatt unkontrolliertem Gebr\u00fcll, in den intimen Momenten kommt diese Tragkraft seiner Stimme zur Geltung. Seine Artikulation ist aber nicht immer einwandfrei. <strong>Allison Oakes <\/strong>(Senta) kann vor allem im Piano mit lyrischem Sopran gl\u00e4nzen, ohne starke Gef\u00fchlsbetonungen herauszustellen. Jedoch hat man gelegentlich den Eindruck, da\u00df ihr recht klein wirkender Stimmansatz nicht zu den ganz gro\u00dfen Wagner-Rollen passen k\u00f6nnte. Sehr positiv treten die Nebenrollen in Erscheinung: <strong>Christian Sturm <\/strong>(Steuermann) \u00fcberzeugt mit schlank gef\u00fchrtem, klarem Tenor ohne Pathos oder Forcierung, daf\u00fcr mit gro\u00df gef\u00fchrten Melodieb\u00f6gen. <strong>Michael Tews <\/strong>(Daland) verf\u00fcgt \u00fcber einen dunkel gef\u00e4rbten Ba\u00df, doch durch genaue Fokussierung wird die Stimme nur an den tiefsten Stellen ansatzweise dumpf. Das glich er in der H\u00f6he gut aus, wo er mit hervorragend gemischtem Registerausgleich gl\u00e4nzen kann. Der leicht pathetisch-sentimentale Ton von <strong>Johan Weigel<\/strong> (Erik) pa\u00dft hervorragend zu seiner Rolle, wie seine Kavatine <em>Willst jenen Tags du nicht mehr dich entsinnen <\/em>deutlich macht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein gelungenes Regiekonzept mit einem gro\u00dfartigen dritten Aufzug und eine musikalische Darbietung auf hohem Niveau honoriert das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und zahlreichen Bravo-Rufen f\u00fcr Allison Oakes, Kay Stiefermann, Christian Sturm, Orchester und die Regie.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Uwe Stratmann<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Mannschaft Dalands (Chor und Extrachor der Wuppertaler B\u00fchnen), hinten links der Steuermann (Christian Sturm), rechts Dalands (Michael Tews)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto : Richard Wagner, nach Heinrich Heines Die Memoiren des Herren von Schnabelewopski; UA: 2. 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