{"id":3171,"date":"2011-09-12T21:05:41","date_gmt":"2011-09-12T20:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3171"},"modified":"2011-09-19T21:09:25","modified_gmt":"2011-09-19T20:09:25","slug":"bonn-beethovenfest","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3171","title":{"rendered":"Bonn, Beethovenfest"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>H\u00e9l\u00e8ne Grimaud (Klavier), Pittsburgh Symphony Orchestra, Manfred Honeck (Dirigent)<\/p>\n<p>Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4, Tschaikowski: Symphonie Nr. 5<\/p>\n<p>Konzert 10. September 2011 (Beethovenhalle)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Beetovenfest.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3172\" title=\"Bonn-Beetovenfest\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Beetovenfest.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Beetovenfest.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bonn-Beetovenfest-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Das Festival tr\u00e4gt im Liszt-Jahr 2011 das Motto <em>Zukunftsmusik. Beethoven, Liszt und das Neue in der Musik<\/em>, weswegen beim diesj\u00e4hrigen Festival auch zahlreiche Werke des gro\u00dfen Klavier-Virtuosen und Carl-Czerny-Sch\u00fcler (der wiederum ein Klaviersch\u00fcler Beethovens gewesen ist) erklingen. Liszt leitete 1845 \u2013 zum 75. Geburtstag Beethovens \u2013 das erste gro\u00dfe Fest, das in Bonn zu Beethovens Ehren veranstaltet wurde. Zu diesem Anla\u00df wurde auch das noch heute auf dem Bonner M\u00fcnsterplatz stehende Beethovendenkmal enth\u00fcllt. Hauptkonzertsaal ist noch immer \u2013 neben zahlreichen anderen Spielst\u00e4tten wie der wundersch\u00f6ne Kammermusiksaal im Bonner Beethovenhaus oder der Saal in der Villa Hammerschmidt \u2013 die historische 60 Jahre alte Beethovenhalle, die mittlerweile ein ganz besonderes Flair besitzt und sich durch eine wunderbare Akustik auszeichnet.<br \/>\nSchon nach den ersten Takten des Klavierkonzerts, dem Solobeginn in vollgriffigen Akkorden, war klar: Grimaud w\u00fcrde mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit das halten k\u00f6nnen, was das Publikum von ihr erwartete. Beethovens Partituranweisung <em>dolce<\/em> zum Beginn des Konzerts setzte sie perfekt um, und Grimauds Interpretation blieb noch lange im Ohr haften. Sehr gef\u00fchlvoll erfolgte auch die \u00dcbername des ersten Hauptthemas im sechsten Takt und einsetzendem Tutti der Streicher. Ihr Klang schmiegte sich sachte in Grimauds zuvor hergestellter klanglicher Atmosph\u00e4re ein. Insgesamt war der erste Satz erstaunlich ausgewogen, wie er selten zur Auff\u00fchrung gebracht wird. Man h\u00f6rte einen musikalisch in sich ruhenden Beethoven. Jeder Ton des Klavierkonzerts wirkte von Seiten der Pianistin und des Orchesters v\u00f6llig durchdacht und \u00fcber keine Passage wurde unachtsam hinweggegangen. Beeindruckend war ferner Grimauds ungeheure Fingerfertigkeit, die an jenem Abend unter anderem durch rasante Sechzehntel-Triolen zum Ausdruck kam. Wie Perlen prasselten die T\u00f6ne bei jedem Lauf auf die Zuh\u00f6rer nieder.<br \/>\nDer zweite Satz, dem <em>Andante con moto<\/em>, begann mit einem ungew\u00f6hnlich starken, aber dennoch sehr wirkungsvollen Kontrast zwischen den Tutti und Solopassagen. Honeck nahm das Tempo im zweiten Satz noch etwas mehr als gefordert zur\u00fcck. Im folgenden <em>Rondo<\/em> zog er das Vivace-Tempo ungew\u00f6hnlich stark an, wodurch auch hier ein gro\u00dfer Kontrast h\u00f6rbar wurde. Leider gab es dabei auch einige Stellen, die bei dem teilweise zu rasanten Tempo gehetzt wirkten, was das Bild auf den ansonsten musikalischen sehr hochwertigen Auftritt etwas tr\u00fcbte. Bedauerlich aber durchaus verst\u00e4ndlich war, da\u00df die Solistin Grimaud sich auch nach einem langen donnerndem Applaus nicht dazu hinrei\u00dfen lie\u00df, noch eine Zugabe zu geben.<br \/>\nNach der Pause folgte die F\u00fcnfte Sinfonie von Peter I. Tschaikowsky, bei deren Beginn das Thema in der Klarinette vorgetragen wird, ehe es in andere Stimmen \u00fcbergeht und sich selbstbewu\u00dft bis zum Fortissimo entfaltet. Dies gelang in feiner guter Absprache. Wie aus dem Nichts begann der noch jung wirkende Klarinettist des amerikanischen Orchesters mit einem romantisch-vertr\u00e4umten, sehnsuchtsvollen Ausdruck, ehe Honeck \u201edie Z\u00fcgel anzog\u201c und das Orchester mit einem souver\u00e4nen und klaren Dirigat sehr diszipliniert zu einem ersten emotionalen H\u00f6hepunkt brachte. Bedauernswerterweise \u00fcbert\u00f6nten die Posaunen und Trompeten das Orchester in einem etwas zu hohen Ma\u00dfe. Insbesondere in der Schlu\u00dfgruppe des ersten Satzes ging viel von der vorher gelungen aufgebauten Klangfarbe verloren. Gleichwohl blieb dem Zuh\u00f6rer ein au\u00dfergew\u00f6hnlich gutes Orchester mit einem gro\u00dfartigen Klarinettisten, einem sehr sensiblen Hornisten und einer als Einheit auftretenden Streichergruppe in Erinnerung. Insbesondere bei leisen und ruhigen Stellen wu\u00dften Orchester und Dirigent durch die Schaffung einer in sich ruhenden Musik, die aus der Tiefe zu uns \u201espricht\u201c, zu \u00fcberzeugen.<br \/>\nDer Abend hat das eingehalten, was er versprach. Das internationale Publikum w\u00fcrdigte die Leistung mit etlichen Bravo-Rufen, lang anhaltendem Applaus im Stehen, woraufhin sich das Orchester mit zwei Zugaben bedankte.<\/p>\n<p>Roman Bonitz<\/p>\n<p>Bild: Barbara Frommann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e9l\u00e8ne Grimaud (Klavier), Pittsburgh Symphony Orchestra, Manfred Honeck (Dirigent) Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4, Tschaikowski: Symphonie Nr. 5 Konzert 10. September 2011 (Beethovenhalle) Das Festival tr\u00e4gt im Liszt-Jahr 2011 das Motto Zukunftsmusik. 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