{"id":3156,"date":"2011-09-06T13:53:34","date_gmt":"2011-09-06T12:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3156"},"modified":"2011-09-20T10:48:54","modified_gmt":"2011-09-20T09:48:54","slug":"weimar-e-werk-des-deutsches-nationaltheaters","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3156","title":{"rendered":"Weimar, e-Werk des Deutsches Nationaltheaters"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>L\u2018 Incoronazione di Poppea \u2013 Die Kr\u00f6nung der Poppea<\/strong><\/em><\/p>\n<p>von Claudio Monteverdi (1567\u20131643), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1643 Venedig<\/p>\n<p>Regie: Cordula D\u00e4uper, B\u00fchne: Jan M\u00fcller<\/p>\n<p>Dirigent: Felix Bender<\/p>\n<p>Solisten: Heike Porstein (Poppea), Teresa Smolnik (Nerone), Margarita Gritskova (Ottone), Ulrika Str\u00f6mstedt (Ottavia), Philipp Meierh\u00f6fer (Seneca), Katrin Niemann (Fortuna), Silona Michel (Virt\u00f9), Elisabeth Wimmer (Amor)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. September 2011 (Premiere)<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Weimar-Poppea1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3158\" title=\"Weimar-Poppea\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Weimar-Poppea1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Weimar-Poppea1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Weimar-Poppea1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prolog: Zwischen den G\u00f6ttinnen Fortuna (Schicksal) und Virtu (Tugend) ist ein Streit entbrannt, wer von ihnen f\u00fcr das Geschehen auf Erden bedeutsamer ist. Amor (Liebe) kommt hinzu und mischt sich ein und will beweisen, dass die Liebe die gr\u00f6\u00dfte Kraft besitzt.<br \/>\nRom im Jahre 62 n. Chr. Kaiser Nero liebt Ottones Gattin Poppea. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht verspricht er ihr, seine gegenw\u00e4rtige Gemahlin Ottavia zu versto\u00dfen und stattdessen Poppea zur Kaiserin zu erheben. Der Philosoph Seneca kritisiert diese Entscheidung. Um Poppea aus dem Weg zu r\u00e4umen \u00fcberredet sie den eifers\u00fcchtigen Ottone zum Mord an seiner ehemaligen Geliebten, der jedoch mi\u00dflingt. Ottavia und Ottone werden aus Rom verbannt, Nero kann Poppea heiraten und unter allgemeinem Jubel zur Kaiserin kr\u00f6nen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Inszenierung der <em>Poppea<\/em> wurden die G\u00f6tter \u00fcber den Prolog hinaus ins B\u00fchnengeschehen eingebunden. Eine quadratische B\u00fchne in der Mitte des Saales stellte \u2013 versehen mit Requisiten wie z.B. einem Baum f\u00fcr die Gartenszenen \u2013 die Handlungsorte f\u00fcr das das Geschehen der menschlichen Welt dar. Um diese B\u00fchne herum plazierten sich erh\u00f6ht die G\u00f6tter Amor, Virtu und Fortuna, die \u00fcber den Prolog hinaus durch aktive Handlungen oder als humoristisch-kommentierende Komponenten in das dreiaktige Geschehen eingriffen. Die Kost\u00fcme der Figuren standen ganz im Dienste der Personencharakteristik: ein schillerndes, pomp\u00f6ses Seidenkleid f\u00fcr die Kaiserin, das am Ende von Ottavia an Poppea weitergegeben wurde, ein kaiserlicher Umhang und ein goldener Lorbeerkranz f\u00fcr Nero, Ottone dagegen in graugr\u00fcner Uniform sowie ein wei\u00dfes Gewand mit R\u00f6mersandalen f\u00fcr den Philosophen. Die G\u00f6tter wurden mit Heiligenscheinen sowie mit Fl\u00fcgeln, Pfeil und Bogen (Amor) versehen oder in ein flie\u00dfendes goldgl\u00e4nzendes Kleid (Fortuna) geh\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Solisten und Musiker pr\u00e4sentierten an diesem Abend unter der Leitung von Felix Bender eine lebendige, ausdrucksstarke und differenzierte Fassung von Monteverdis Poppea. Das eigens f\u00fcr diese Produktion aus Spezialisten zusammengestellte Instrumentalensemble spielte auf historischen Instrumenten mit rhythmischer Pr\u00e4zision und facettenreichen Ausgestaltung der barocken Verzierungen. Hinzu kamen fein auf die Emotionen der Figuren abgestimmte Stimmungsmalereien. Die Solisten standen der hohen musikalischen Qualit\u00e4t der Instrumentalisten in keiner Weise nach. Die Sopranistin Heike Porstein lieh der Poppea ihre mit gro\u00dfer Klangfarbenvielfalt aufwartende Stimme. Vom hauchigen und verf\u00fchrerisch einlullenden Ton wie z.B. bei ihrem ersten Auftritt an der Seite von Nero am Morgen nach der gemeinsamen Liebesnacht bis zur kr\u00e4ftigen, majest\u00e4tischen Deklamation war alles dabei und wurde von ihr sauber intoniert. Ulrika Str\u00f6mstedt (Ottavia) trat sowohl stimmlich als auch schauspielerisch \u00fcberzeugend in Erscheinung: Koloraturen wie Tonrepetitionen zeichneten sich bei ihr durch Sauberkeit und Klarheit bis in die h\u00f6chsten Lagen aus, was besonders in Szenen wie der Anstiftung Ottones zum Mord an Poppea oder der humoristisch \u00fcberspitzten Darstellung ihres Abschiedes aus Rom zum Tragen kam. Philipp Meierh\u00f6fer als Seneca \u00fcberzeugte mit seinem vollen und bis in die tiefsten Lagen samtigen, intonationssicheren Ba\u00df, den er besonders in Szenen wie seiner Rede in der 7. Szene gekonnt zur Geltung brachte. Bei Margarita Gritskova als Ottone waren zwar die liebesschmachtenden Passagen deklamatorisch \u00fcberzeugend und dynamisch vielf\u00e4ltig gestaltet \u2013 etwa der Monolog am Beginn des ersten Aktes \u2013 , doch h\u00e4tten die Szenen verzweifelter, w\u00fctender Gem\u00fctsverfassung \u2013 wie z.B. die Aufdeckung von Poppeas Liaison mit Nero \u2013 etwas mehr Kraft und Nachdruck vertragen k\u00f6nnen. Teresa Smolnik in der Rolle des Nero gelang es \u00fcber die gesamte Oper hinweg gut, die leidenschaftliche Verfallenheit des verliebten Kaisers schauspielerisch darzustellen, insbesondere in der Szene der Liebesnacht des ersten Aktes. Stimmlich zeichnete sie sich durch ihre Intonationssicherheit und gut mit dem Gesamtklang verschmelzende Stimme aus, etwa im Schlu\u00dfduett.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein \u00fcberaus gelungener Opernabend, musikalisch wie auch szenisch, in dem auf gekonnte Weise der antikisierende Zeitgeist des Barock mit durchaus aktuellen humoristischen Elementen vereint wurde, was das Publikum mit begeistertem Schlu\u00dfapplaus belohnte.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Anke Neugebauer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt (v.r.n.l.): Ottone (Margarita Gritskova), Poppea (Heike Porstein), Seneca (Philipp Meierh\u00f6fer), Poppeas Zofe Arnalta (Frieder Aurich), Nerone (Teresa Smolnik), Drusiella (Silvia Wohlfarth) und Ottavia (Ulrika Str\u00f6mstedt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u2018 Incoronazione di Poppea \u2013 Die Kr\u00f6nung der Poppea von Claudio Monteverdi (1567\u20131643), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1643 Venedig Regie: Cordula D\u00e4uper, B\u00fchne: Jan M\u00fcller Dirigent: Felix Bender Solisten: Heike Porstein (Poppea),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3156\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,94],"tags":[],"class_list":["post-3156","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-weimar-deutsches-nationaltheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3156"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3177,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3156\/revisions\/3177"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}