{"id":3150,"date":"2011-07-13T08:10:22","date_gmt":"2011-07-13T07:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3150"},"modified":"2011-09-14T05:31:34","modified_gmt":"2011-09-14T04:31:34","slug":"der-barbier-von-sevilla-landestheater-coburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3150","title":{"rendered":"Der Barbier von Sevilla &#8211; Landestheater Coburg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini, komische Oper in 2 Akten, Dichtung von Cesare Sterbini nach der Kom\u00f6die von P. A. Caron de Beaumarchais, UA: 1816, Rom<\/p>\n<p>Regie: Carlos Wagner, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Christof Cremer<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester und Herrenchor des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Stefan Meier<\/p>\n<p>Solisten: Roman Payer (Graf Almaviva), Benjamin Werth (Figaro), Michael Lion (Bartolo), Verena Usemann (Rosina), Rainer Scheerer (Don Basilio), Martin Trepl (Fiorillo), Thomas Unger (Offizier)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Juli 2011<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Coburg-Barbier_29_350.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3151\" title=\"Coburg Barbier_29_350\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Coburg-Barbier_29_350.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Coburg-Barbier_29_350.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Coburg-Barbier_29_350-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Bartolo will sein M\u00fcndel Rosina, die er in seinem Haus in Sevilla streng bewacht, heiraten. Doch diese liebt den Grafen Almaviva. Damit es zu einem gl\u00fccklichen Ende kommt, unterst\u00fctzt Figaro \u2013 einfallsreicher Vermittler jeglicher Gesch\u00e4fte \u2013 das Liebespaar mit List und T\u00fccke, guten Ratschl\u00e4gen und vor allem mit Bestechungen, die jedoch \u00fcber kurz oder lang von seinem Gegenspieler Bartolo und Basilio (Rosinas Musiklehrer) aufgedeckt oder abgewendet werden. Selbst ein gut geplanter Fluchtversuch der beiden Liebenden scheitert, doch gelingt es Almaviva noch rechtzeitig Rosina zu heiraten: Figaro arrangiert die Eheschlie\u00dfung der beiden mit einem Notar, der eigentlich die Hochzeit zwischen Bartolo und Rosina vornehmen sollte. Bartolo wird mit der Mitgift entsch\u00e4digt, so sind alle zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Opera seria trifft Comedia Dell\u2019Arte: Die Hauptdarsteller sind Archetypen einer Verwechslungskom\u00f6die \u2013 also eine Art Harlekine. Bartolo ist ein b\u00f6ser Clown, oder der b\u00f6se Kaufmann Pantalone mit Anzug und Bart. Don Basilio ist der bolognesische Gelehrte, Figaro hingegen ist der Diener, der als Tausendsassa auf einem lustigen Dienstrad daherkommt. Die Rolle der Berta ist aufgewertet und eine Mischung aus einer listenreichen Zofe und einer derben Dienstmagd. Rosina und Almaviva sind dagegen ein normales Liebespaar.<\/p>\n<p>Diese Produktion kommt mit wenigen Requisiten aus: Schnell sind sie aufgebaut und wieder verschwunden. T\u00fccher bilden den Hintergrund und gen\u00fcgend M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen schnellen Auftritt. Dekorationen kommen und gehen auf der Drehb\u00fchne: So deutet ein Schrank das Haus von Bartolo nur an. Nur der K\u00e4fig ist ein Fixpunkt in dieser Inszenierung. Er erm\u00f6glicht es Bartolo, sein M\u00fcndel Rosina zu \u00fcberwachen \u2013 unter allerlei kom\u00f6diantischen Verwicklungen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Roland Kluttig<\/strong> gelingt der Nachweis wie tiefsch\u00fcrfend Rossinis <em>Barbier<\/em> gespielt werden kann. Pointiert kommen hier die vielen musikalischen Themen zum Tragen: Ein mitrei\u00dfend musizierter italienischer Abend. S\u00e4ngerisch sind alle Rollen hervorragend besetzt: <strong>Roman Payer<\/strong> ist ein wunderbar ausgewogener italienischer Tenor. Das ist schon sensationell wie schwerelos selbst die H\u00f6hen dahinstr\u00f6men. <strong>Verena Usemann<\/strong> ist als Rosina das leichte V\u00f6gelein, das auf der Stange glockenklar zwitschert. <strong>Benjamin Werth<\/strong> lies sich zwar ansagen, singt aber technisch sauber und kann sich sein ber\u00fchmtes Auftrittslied des Figaro sehr effektiv einteilen. <strong>Michael Lion,<\/strong> der in allen Belangen \u00fcberzeugende Haus-Ba\u00df, findet in der Rolle des Bartolo seine beste Rolle der Saison. Es ist schon ein Erlebnis wie er die Abgr\u00fcnde in der Rolle auslotet und auch die B\u00f6sartigkeit stimmlich mit dunkler Verve auslebt. Auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt: So ist <strong>Rainer Scheerer<\/strong> ein solider Don Basilio (mit sehr sch\u00f6n gesungenen Arien) und <strong>Ulrike Barz<\/strong> kann mit ihrem klangsch\u00f6nen Sopran die Nebenrolle der Berta aufwerten, die meist komplett gestrichen wird.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Parkett tobte und die Galerie wackelte: Selten zeigte sich das Coburger Publikum so einhellig begeistert \u00fcber musikalische Leistung und Inszenierung. Die handwerklich \u00fcberaus pointierte Personenf\u00fchrung h\u00e4lt sich minuti\u00f6s an die Partitur und beweist eindrucksvoll, da\u00df sich das St\u00fcck selbst tr\u00e4gt \u2013 auch ohne irgendwelche Regieeinf\u00e4lle. Die Reduzierung und Abstrahierung des B\u00fchnenbildes auf wenige Objekte unterst\u00fctzt diesen Eindruck. Das Bild des leichten V\u00f6gelchens Rosina im K\u00e4fig spricht f\u00fcr sich selbst. Die hervorragende musikalische Besetzung komplettiert einen musikalisch hochanspruchsvollen, aber auch lustigen und somit gelungenen Theaterabend.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der Graf Almaviva gibt \u2013 unterst\u00fctzt von Figaro an der Gitarre \u2013 Rosina ein St\u00e4ndchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini, komische Oper in 2 Akten, Dichtung von Cesare Sterbini nach der Kom\u00f6die von P. A. Caron de Beaumarchais, UA: 1816, Rom Regie: Carlos Wagner, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Christof Cremer Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester und Herrenchor des Landestheaters<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3150\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,1],"tags":[],"class_list":["post-3150","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-coburg-landestheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3150"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3154,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3150\/revisions\/3154"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}