{"id":3146,"date":"2011-09-05T08:00:56","date_gmt":"2011-09-05T07:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3146"},"modified":"2011-09-15T14:04:35","modified_gmt":"2011-09-15T13:04:35","slug":"luzern-festival-im-sommer-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3146","title":{"rendered":"Luzern Festival im Sommer 2011"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p class=\"MsoNormal\">Das sich seit 1938 am malerischen Vierwaldst\u00e4ttersee in der Zentralschweiz ereignende Luzerne Festival findet dreimal im Jahr statt und geh\u00f6rt zu den renommierten Klassikfestivals. W\u00e4hrend zu Ostern haupts\u00e4chlich sakrale Musik erklingt und im Winter nur Klavierwerke, bietet das Festival im Sommer mit rund 100 Veranstaltungen eine gr\u00f6\u00dfere Vielfalt. Im Zentrum stehen dabei \u00fcber 30 Sinfoniekonzerte, in denen die international bekanntesten Klangk\u00f6rper zu h\u00f6ren sind. Neben den Wiener Philharmonikern, gleichzeitig Residenzorchester, sind das u.a. die Berliner Philharmoniker, das Chicago Symphony Orchestra, Royal Concertgebouw Orchestra oder London Philharmonic Orchestra. Eine Besonderheit bildet dabei seit 2003 das von Claudio Abbado geleitete Luzern Festival Orchestra, in dem international bekannte Solisten, Kammermusiker, Professoren sowie die Mitglieder des Mahler Chamber Orchestra versammelt sind. Der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses widmet sich die von Pierre Boulez gegr\u00fcndete und geleitete Luzern Festival Academy mit dem Schwerpunkt auf Neuer Musik. In den Fokus r\u00fcckt hierbei ebenfalls der Composer in Residence \u2013 2011 ist das Georg Friedrich Haas \u2013 dessen Werke zur Urauff\u00fchrung gebracht werden. Die meisten Auff\u00fchrungen finden im 1998 er\u00f6ffneten Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) statt, dessen Konzertsaal sich aufgrund seiner ausgezeichneten Akustik ideal f\u00fcr klassische Musik eignet, egal ob es sich um solistische Darbietungen, Kammermusik oder Sinfonien handelt. Die diesj\u00e4hrige Ausgabe des Luzern Festivals im Sommer, das vom 10. August bis zum 18. September dauert, steht unter dem Motto \u201eNacht\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"MsoBodyText\">\n<p class=\"MsoBodyText\"><strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Luzern, Kultur- und Kongresszentrum Luzern<\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Gustav Mahler (1860-1911). <span style=\"mso-ansi-language: IT;\" lang=\"IT\">Sinfonie Nr. 7 e-Moll<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/RATTLE_Luzern250.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3147\" title=\"RATTLE_Luzern250\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/RATTLE_Luzern250.jpg\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"436\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/RATTLE_Luzern250.jpg 253w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/RATTLE_Luzern250-174x300.jpg 174w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\"><span style=\"font-size: 8.0pt; mso-ansi-language: IT;\" lang=\"IT\">Dirigent: Simon Rattle. <\/span><span style=\"font-size: 8.0pt;\">Berliner Philharmoniker.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\"><span style=\"font-size: 8.0pt;\">Besuchte Auff\u00fchrung: 31. August 2011 <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Mit ihren zwei Nachtmusiken pa\u00dft Gustav Mahlers 1904\/1905 entstandene Siebte Sinfonie zum diesj\u00e4hrigen Festivalmotto. Da\u00df die Berliner Philharmoniker einige Tage zuvor mit diesem umfangreichen, hochkomplexen f\u00fcnfs\u00e4tzigen Werk ihre eigene Saison er\u00f6ffnet hatten, also bereits einstudiert war, machte sich bemerkbar. Zum einen wirkte die Interpretation der e-Moll Sinfonie noch professioneller und im Ablauf noch reibungsloser, als es von einem Orchester von Weltrang wie den Berliner Philharmonikern ohnehin erwartet werden durfte. Zum anderen stellte sich aufgrund dessen jedoch gelegentlich der Eindruck zu deutlicher Routiniertheit ein, die \u00fcber manche Bizarrerien und Details der schillernden Instrumentation hinwegsah. So wurde z.B. der \u201eVorhang-Auf-Effekt\u201c mitsamt Vorspiel der Bl\u00e4ser in seiner Eigenartigkeit kaum herausgestellt. Insgesamt jedoch kam der Mahler-Fan durchaus auf seine Kosten. Dies, zumal Rattles individueller Ansatz auf dynamische Extreme setzte sowie der musikalischen Ironie und Br\u00fcchigkeit von Mahlers Personalstil gerecht wurde. Den l\u00e4rmenden Tumulten des Rondo-Finale etwa feierte das Orchester-Tutti in seiner ganzen brachialen Fr\u00f6hlichkeit, nur um gleich darauf in die ruhigen folkloristische Gesten der Holzbl\u00e4ser umzuschwingen. Grunds\u00e4tzlich inszenierten Rattle und die Berliner Philharmoniker die Unvorhersehbarkeit der Mahlerschen Formverl\u00e4ufe sehr wach, so da\u00df sich h\u00e4ufig jene musikalischen \u00dcberraschungseffekte einstellten, wie sie die Partitur vorsieht. Im Kopfsatz strukturierte Rattle das nur scheinbar ungeordnete, gleichwohl schwer durchschaubare Auf und Ab der Musik mittels intelligenter Tempowechsel und sorgsam ausgestalteten \u00dcberg\u00e4ngen. Das den H\u00f6hepunkt der Durchf\u00fchrung markierende Crescendo mit seinen glei\u00dfend hellen Klangfarben geriet durch seine Gespanntheit beinahe schmerzlich intensiv, so wie \u00fcberhaupt das j\u00e4he Wechselspiel von Spannung und Entspannung, wie es sich auch in Rattles bewegtem Dirigieren spiegelte, ein ums andere Mal den Atem verschlug.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Selbstverst\u00e4ndlich hei\u00dft die Berliner Philharmoniker loben, Eulen nach Athen zu tragen. Und doch konnte die Nuanciertheit der huschenden Streicherfiguren im schattenhaften Scherzo nur verbl\u00fcffen, die Soli der Blechbl\u00e4ser in der ersten Nachtmusik nur begeistern, allen voran das plastische Tenorhorn. Dank der herausragenden Akustik des Konzertsaals des KKL kamen ebenfalls Mandoline und Gitarre in der zweiten Nachtmusik zu ihrer Geltung.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">\n<p class=\"MsoBodyText\"><strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Fazit <\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Das Publikum im ausverkauften Konzertsaal zeigte sich zurecht begeistert. Alles in allem lohnt ein Besuch des Luzern Festivals im Sommer trotz der f\u00fcr ausl\u00e4ndische Touristen mittlerweile hohen Preise in der Schweiz nach wie vor. Dies zumal die erhabene alpine Berglandschaft sowie der Vierwaldst\u00e4ttersee tags\u00fcber zu Wanderungen und Bootsausfl\u00fcgen einladen.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Aron Sayed<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\">Bild: \u00a0Priska Ketterer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sich seit 1938 am malerischen Vierwaldst\u00e4ttersee in der Zentralschweiz ereignende Luzerne Festival findet dreimal im Jahr statt und geh\u00f6rt zu den renommierten Klassikfestivals. 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