{"id":3142,"date":"2011-08-15T21:21:28","date_gmt":"2011-08-15T20:21:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3142"},"modified":"2011-08-31T21:24:28","modified_gmt":"2011-08-31T20:24:28","slug":"bad-hersfeld-oper-in-der-stiftsruine-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3142","title":{"rendered":"Bad Hersfeld, Oper in der Stiftsruine"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Der Barbier von Sevilla<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Gioachino Rossini (1792-1868). Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 <em>Le Barbier de S\u00e9ville, <\/em>deutsche UA 20. Februar 1816 in Rom, Teatro Torre Argentina<\/p>\n<p>Regie: Hugo Wieg, Kost\u00fcme: Ute Krajewski,<\/p>\n<p>Dirigent: Georg Christoph Sandmann, Orchester: Virtuosi Brunensis, Chor: Hersfelder Festspielchor<\/p>\n<p>Solisten: Johannes Wollrab (Barbier), Teresa Smolnik (Rosina), Riccardo di Francesco (Dr. Bartolo) Florian Kresser (Don Basilio),<\/p>\n<p>Stephan Scherpe (Graf Almaviva), Iris Stefanie Maier (Berta) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. August 2011 (Premiere, deutscher Textrevision: Gertrud Scheumann)<\/p>\n<p>Der <strong>Inhalt <\/strong>d\u00fcrfte bekannt sein. Man kann ihn au\u00dferdem in zahlreichen Rezensionen des OPERAPOINT finden<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bad-Hersfeld-Barbier.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3143\" title=\"Bad-Hersfeld-Barbier\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bad-Hersfeld-Barbier.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bad-Hersfeld-Barbier.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bad-Hersfeld-Barbier-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei dieser Inszenierung gibt es nur wenige Kulissen \u2013 ein ger\u00fcst\u00e4hnlicher Aufbau an einer S\u00e4ule dient als Wohnung, \u00a0einschlie\u00dflich eines Balkons von Dr. Bartolos Haus. Ein fahrbarer Wagen wird zum sp\u00e4ter feststehenden Laden des Figaro an der anderen S\u00e4ule der B\u00fchne. Figaros allgegenw\u00e4rtige Bereitschaft, \u00fcberall Strippen zu ziehen wird unterstrichen durch das Fahrrad, mit dem er bei seinem ersten Auftritt auf die B\u00fchne radelt. Es kommt im Lauf der Handlung noch mehrmals zum Einsatz. Die Begleiter des Grafen Almaviva, die ihn bei seinem ersten St\u00e4ndchen in den fr\u00fchen Morgenstunden unterst\u00fctzen, treten mit einer LED-Taschenlampe auf. Berta tr\u00e4gt bei ihrer Arbeit knallgelbe Gummihandschuhe, dies ist aber wohl mehr als Gag denn als zeitgen\u00f6ssische Inszenierung zu verstehen, denn Kost\u00fcme, Uniformen und Frisuren sind eher zeitlos zu nennen, es wird nichts in die Geschichte hineingedeutelt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die <strong>Virtuosi Brunensis,<\/strong> die am Tag zuvor noch Smetanas <em>Verkaufte Braut <\/em>kongenial begleiteten, waren im italienischen Fach ebenso sicher. Das Ensemble besteht aus Mitgliedern des Orchesters der Jan\u00e1cek-Oper und der Philharmonie Br\u00fcnn sowie anderer Orchesterr der Tschechischen Republik.<\/p>\n<p>Alle S\u00e4ngerrollen waren hervorragend besetzt. Schauspielerisch und stimmlich ist <strong>Johannes Wollrab<\/strong> hervorzuheben, der einen liebenswert gerissenen Figaro darstellte. Seine Auftrittsarie forderte zu Recht den ersten Szenenapplaus. Ebenso herausragend war <strong>Riccardo di Francesco<\/strong> als Dr. Bartolo, dessen Arie <em>Einen Doktor meinesgleichen<\/em> ein wahres Glanzst\u00fcck war. <strong>Florian Kressers<\/strong> dunkler Ba\u00df kam besonders in der Verleumdungsarie des Don Basilio wunderbar zur Geltung. <strong>Stephan Scherpe<\/strong> ist ein junger S\u00e4nger, der die anspruchsvolle Partie des Grafen Almaviva gl\u00e4nzend meisterte. Besonders gefiel er als vermeintlicher Musiklehrer mit verstellter n\u00e4selnder Stimme. Die schwierigen Koloraturen der Rosina kamen bei <strong>Teresa Smolnik<\/strong> nicht ganz makellos, manches wirkte statt perlend eher abgehackt. Obwohl nur in einer kleinen Nebenrolle als Haush\u00e4lterin Berta war <strong>Iris-Stefanie Maier<\/strong> in dieser Partie gro\u00dfartig. In ihrer Arie, bei der sie am Garderobenst\u00e4nder Bartolos Kleidung vom kleinsten St\u00e4ubchen befreit, gab sie eine hinrei\u00dfende versteckte Liebeserkl\u00e4rung an diesen Kauz ab und verwandelte sich von der pusseligen Haush\u00e4lterin mit zusammengebundenen Haaren und Sch\u00fcrze in eine attraktive Frau, indem sie die Sch\u00fcrze ablegte und die Haare l\u00f6ste. Eine gelungene Szene!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Rossinis <em>Barbier<\/em> mit deutschem Text singen zu lassen mu\u00df man schon fast als mutig bezeichnen, wird er doch auch an kleineren Opernh\u00e4usern fast nur italienisch gesungen. Die Auff\u00fchrung war rundum gelungen, die Texte weitgehend verst\u00e4ndlich und die S\u00e4nger agierten mit gro\u00dfer Spielfreude. Ein besonderer Augenschmaus war die Gewitterszene vor der Entf\u00fchrung in dieser herrlichen Kulisse. Echter kann ein Gewitter nicht aussehen.<\/p>\n<p>Auch nach dieser Oper gab es w\u00e4hrend des herzlichen und begeisterten Schlu\u00dfbeifalls, Rosen f\u00fcr alle Mitwirkenden.<\/p>\n<p>Dorothee \u00a0Riesenk\u00f6nig<\/p>\n<p>Bild: Elisabeth M\u00fchleder<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Florian Kresser (Don Basilio), Johannes Wollrab (Barbier), Teresa Smolnik (Rosina)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini (1792-1868). Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 Le Barbier de S\u00e9ville, deutsche UA 20. Februar 1816 in Rom, Teatro Torre Argentina Regie: Hugo Wieg, Kost\u00fcme: Ute Krajewski, Dirigent: Georg<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3142\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[178,116],"tags":[],"class_list":["post-3142","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bad-hersfeld-oper-in-der-stiftsruine","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3142"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3145,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3142\/revisions\/3145"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}