{"id":3120,"date":"2011-08-22T20:55:25","date_gmt":"2011-08-22T19:55:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3120"},"modified":"2011-08-23T09:17:49","modified_gmt":"2011-08-23T08:17:49","slug":"berlin-see-festspiele-wannsee","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3120","title":{"rendered":"Berlin,  See Festspiele (Wannsee)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><em>Die Zauberfl\u00f6te<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Deutsche Oper in 2 Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder; UA: 30. September 1791, Wien. Regie. Katharina Thalbach, B\u00fchne: Momme R\u00f6hrbein, Kost\u00fcme: Angelika Rieck<\/p>\n<p>Dirigent: Judith Kubitz, Kammerakademie Potsdam. Solisten: Musa Nkuna (Tamino), Sophie Klu\u00dfmann (Pamina), Chelsey Schill (K\u00f6nigin der Nacht), Andreas H\u00f6rl (Sarastro), Guntbert Warns (Papageno), Franziska Kr\u00f6tenheerdt (Papagena), Mirka Wagner (Erste Dame), Christiane Hiemsch (Zweite Dame), Viola Zimmermann (Dritte Dame), Marco Alves dos Santos (Monostatos), Michael Vier (Alter Priester) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. August 2011 (11. August 2011, Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Berlin-Seefest-Zauberflo.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3121\" title=\"Berlin-Seefest-Zauberflo\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Berlin-Seefest-Zauberflo.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Berlin-Seefest-Zauberflo.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Berlin-Seefest-Zauberflo-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Sommer feiert neben den Bregenzer Festspielen (Opern) und den Seefestspielen M\u00f6rbisch (Operette) ein weiteres, von Wasser gepr\u00e4gtes Opern-Freiluftereignis im deutschsprachigen Raum seine Premiere: die Seefestspiele Berlin. Auf einer rund 700 Quadratmeter gro\u00dfen B\u00fchne am Berliner Wannsee wird Mozarts <em>Zauberfl\u00f6te<\/em> in 12 Vorstellungen (11.-28. August) aufgef\u00fchrt. Im Vorfeld der Berliner Seefestspiele waren zahlreiche b\u00fcrokratische H\u00fcrden (Umweltschutz- und Sicherheitsaspekte etc.) zu nehmen, und die Resonanz darauf im Zeitungsbl\u00e4tterwald war entsprechend gro\u00df. So w\u00e4re das ganze Vorhaben fast in den Fluten des Wannsees versunken, mu\u00dfte man doch auf Grund der genannten H\u00fcrden vom ehemals geplanten Austragungsort bei Potsdam an den Wannsee umziehen. Doch damit nicht genug: die als schwimmende B\u00fchne geplante Plattform mu\u00dfte zudem ans Ufer des Wannsee-Strandbades verlegt werden. Mit enormer Kraftanstrengung aller Beteiligten und viel Improvisationstalent konnten die Seefestspiele Berlin dann doch noch p\u00fcnktlich an den Start gehen, wobei die B\u00fchne nun in einer Naturkulisse aus der Strandpromenade mit viel Gr\u00fcn und dem Blick zum See im Hintergrund eingebettet ist.<\/p>\n<p>Der <strong>Inhalt <\/strong>d\u00fcrfte bekannt sein. Man kann ihn au\u00dferdem in zahlreichen Rezensionen des OPERAPOINT finden.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die eigens f\u00fcr die ersten <em>See Festspiele Berlin<\/em> entworfene Neuproduktion wird von einer \u00fcber 16 m hohen, im Zentrum kreisrund durchbrochenen Pyramidenkonstruktion dominiert, die seitliche Aufg\u00e4nge und Zwischenstege zur Begehung im Durchbruch aufweist. Die Pyramide ist, wie die Kulissenstaffelung im Vordergrund aus Felsen, Pflanzen und angedeuteter Wasserfl\u00e4che, in ihrer Ausf\u00fchrung an das klassische Papiertheater angelegt, um einen m\u00e4rchenhaften Kontrast zur Naturkulisse zu schaffen. Zwischen den Kulissen tauchen im Zuge der Auff\u00fchrung gro\u00dfe Fabelwesen auf. Die Pyramide wird mit Licht- und Pyrotechnik aufgewertet, wie z. B. bei den Schlu\u00dfpr\u00fcfungen, wenn Feuer aus ihrer Spitze emporsteigt und animierte Lava herabflie\u00dft. Die fantasievollen Kost\u00fcme der Darsteller sind dem reizvollen B\u00fchnenbild angepa\u00dft.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Herausragende Dominanten des Abends sind auf der gesanglichen Seite Musa Nkuna und im darstellerischen Teil Guntbert Warns.<strong> Musa Nkuna<\/strong> (Tamino) besticht durch seinen lyrischen Tenor, der mit geschmeidiger, warm timbrierter Ausformung <em>Dies Bildnis ist bezaubernd sch\u00f6n<\/em> zu einer mitrei\u00dfenden Offenbarung des verliebten Tamino erbl\u00fchen l\u00e4\u00dft. Der bekannte Schauspieler <strong>Guntbert Warns <\/strong>(Papageno) gibt einen trefflichen Gegenpol zum in sich ruhenden Tamino. Mit spr\u00fchend lebensfroher Agilit\u00e4t und manch Seitenhieb auf die Querelen im Vorfeld der Auff\u00fchrung verspr\u00fcht er wahre darstellerische Heiterkeit zwischen den ernsten Szenen. Sopranistin <strong>Chelsey Schill<\/strong> (K\u00f6nigin der Nacht) kann hingegen nicht ganz \u00fcberzeugen. Zu angespannt und gehaucht ihr Forte, zu gepre\u00dft und extrem dissonierend die H\u00f6hen in den beiden Auftrittsarien. <strong>Sophie Klu\u00dfmann <\/strong>(Pamina) jedoch wei\u00df ihren jugendlichen Sopran, insbesondere in den Duetten, erstrahlen zu lassen. <strong>Andreas H\u00f6rl<\/strong> (Sarastro) f\u00fcllt seine Rolle mit seinem rauchig-erdigen Ba\u00df in der Arie <em>In diesen heil\u2019gen Hallen<\/em> gesanglich ad\u00e4quat aus und auch <strong>Franziska Kr\u00f6tenheerdt<\/strong> (Papagena) und <strong>Marco Alves dos Santos<\/strong> (Monostatos) sind gesanglich ohne Tadel. Hervorzuheben sind auch die gesanglich guten Leistungen in den Nebenrollen. Hier sei insbesondere auf den bestechenden Zusammenklang von Tenor <strong>Hyo Jong Kim<\/strong> und Ba\u00df <strong>Nuno Dias <\/strong>hingewiesen, die den Gesang der Geharnischten in \u00e4therische Dimensionen heben.<\/p>\n<p>Die <strong>Kammerakademie Potsdam<\/strong> unter <strong>Judith Kubitz<\/strong> versteht es, Mozarts Musik in frischen Farben erstrahlen zu lassen und auch der <strong>Neue Kammerchor Potsdam <\/strong>zeigt solide Leistung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung versteht es, die umgebende Naturkulisse der B\u00fchne im Sonnenuntergangslicht des Sees auf vorz\u00fcgliche Art zu nutzen, wobei durch das B\u00fchnenbild und die ihm innewohnenden \u00dcberraschungen Mozarts Werk zu dessen Wurzeln zur\u00fcckgef\u00fchrt wird: als M\u00e4rchen- und Zauberoper. Zusammen mit den guten Leistungen der S\u00e4nger und des Orchesters k\u00f6nnte sich hier wirklich ein neuer Fixpunkt im Kulturkalender abzeichnen. Man darf auf das n\u00e4chste Jahr durchaus mit hohen Erwartungen gespannt sein!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Lutz Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: B\u00fchnenbild mit den Darstellern vor der romantischen Kulisse des Wannsees<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zauberfl\u00f6te von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Deutsche Oper in 2 Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder; UA: 30. September 1791, Wien. Regie. Katharina Thalbach, B\u00fchne: Momme R\u00f6hrbein, Kost\u00fcme: Angelika Rieck Dirigent: Judith Kubitz, Kammerakademie Potsdam. 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