{"id":3106,"date":"2011-07-16T11:30:47","date_gmt":"2011-07-16T10:30:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3106"},"modified":"2011-08-09T13:56:48","modified_gmt":"2011-08-09T12:56:48","slug":"pharao-tubaetes-ekhof-festival-schlos-friedenstein-gotha","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3106","title":{"rendered":"PHARAO TUBAETES &#8211; Ekhof Festival, Schlo\u00df Friedenstein, Gotha"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl-Heinrich Graun (1704-1757), Opera seria in 5 Akten, nach Apostolo Zeno mit deutschen Rezitativen von Johann Samuel M\u00fcller, Libretto: Steffen Voss, UA: 1735, Braunschweig<\/p>\n<p>Regie: Igor Folwill, B\u00fchne: Manfred Kaderk, Kost\u00fcme: Kerstin Beyer<\/p>\n<p>Dirigent: Sebastian Breuing, <em>Concert Royal K\u00f6ln<\/em>, Vokalensemble <em>I Ripieni<\/em><\/p>\n<p>Solisten: Raimonds Spogis (Pharao Tubaetes), Stephanie Elliott (Zama), Harald Maiers (Ramesses), Sibylla M\u00fcller (Asaf), Tanya Aspelmeier (Nitocris), Henning Kaiser (Hermes), Monika Reinhard (Jasingus).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Juli 2011 (Premiere 24. Juni 2011)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Ekhof-Pharao.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3107\" title=\"Ekhof-Pharao\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Ekhof-Pharao.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Ekhof-Pharao.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Ekhof-Pharao-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Das Ekhof-Festival (gegr\u00fcndet 1996) findet im barocken Schlo\u00dftheater von Schlo\u00df Friedenstein (1687) statt. Veranstaltet wird das Festival von der Stiftung Schlo\u00df Friedenstein Gotha, die auch das Schlo\u00df verwaltet. Beteiligt sind auch die ehemaligen Hausherren, die Herz\u00f6ge von Sachsen-Coburg und Gotha. Der Name geht auf Conrad Ekhof zur\u00fcck, der zwischen 1774 und 1778 an diesem ersten deutschen Hoftheater beteiligt war. Das Theater mit 165 Sitzpl\u00e4tzen verf\u00fcgt noch \u00fcber die originale barocke B\u00fchnenmaschinerie, wie Wellbaum, Bodenversenkung, Wind und Donner., die auch heute noch von Kulissenschieber bewegt werden. Das Programm sieht eine Oper, ein Schauspielst\u00fcck und ein Konzert vor. F\u00fcr jede dieser Neu-Produktionen (Wiederaufnahmen gibt es normalerweise nicht) wird ein eigenes Ensemble aus Barockspezialisten zusammengestellt. Das Thema des Festivals spiegelt sich auch in den kostbaren Ausstellungen des Schlo\u00dfmuseums wieder. In diesem Jahr war es der Elefant, der einen Auftritt in der Oper hatte, aber auch als vielfaches Sammelobjekt im Museum wiederkehrt, wie z.B. das historische Skelett eines Ur-Elefanten. Der Pausenimbi\u00df \u2013 respektive das intellektuelle Pausengespr\u00e4ch \u2013 im beeindruckenden Schlo\u00dfhof kann man in eine Reihe mit dem Picknick in Glyndebourne oder dem Picknick aus dem Kofferraum auf dem Festspielparkplatz in Bayreuth stellen.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Oper handelt es sich um eine deutsche Bearbeitung einer Wiener Oper \u00fcber den Mogulkaiser Jahangir. Die Handlung im antiken \u00c4gypten stellt den Vater-Sohn-Konflikt in den Mittelpunkt, in dem der rebellische Sohn Ramesses behauptet, sein Gro\u00dfvater h\u00e4tte ihn als Thronfolger \u00fcber seinen Vater Tubaetes hinweg bestimmt. Im Hintergrund steht eine komplizierte Liebesgeschichte: Ramesses soll aus dynastischen Gr\u00fcnden die Tochter seiner Stiefmutter Zama heiraten. Er ist jedoch in Nitocris verliebt, die in Verkleidung am Hof lebt, um den Pharao zu ermorden. Asaf \u2013 Minister des Pharaos und Bruder der K\u00f6nigin \u2013 begehrt ebenfalls Nitocris. Am Ende kommt es zur Vers\u00f6hnung zwischen Vater und Sohn, Dank des selbstlosen Einsatzes der weisen Zama.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt dieser Produktion ist die barocke B\u00fchnentechnik. Auf Klingelzeichen verwandelt sich die B\u00fchne von einem Park in eine Meereslandschaft, in einen Palast oder in einen \u00e4gyptischen Repr\u00e4sentationsraum. Ein besonderer szenischer Effekt, bei dem der Herrscher in einer Triumphzugszene in einem Wagen mit zwei vorgespannten Elefanten auf die B\u00fchne gezogen wird, wird durch ein bemaltes Tuch dargestellt, das an einem Seil \u00fcber die B\u00fchne gezogen wird, typischer barocker B\u00fchneneffekt. Die Kost\u00fcme entsprechen den barocken Vorstellungen an das historische \u00c4gypten. Unterst\u00fctzt wird dies durch die pointierte Personenregie von Igor Folwill, der sich einen Ruf als Spezialist f\u00fcr H\u00e4ndel-Opern erarbeitet hat.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Stagione-Ensemble des Ekhof-Festivals kann bei dem geringen Etat nicht unbedingt aus der ersten Garde der Barock-Solisten bestehen, jedoch gelingt es gute Nachwuchskr\u00e4fte zu engagieren. Diese Produktion wurde vom Ensemble <strong><em>Concert Royal K\u00f6ln<\/em><\/strong> mit historischen Instrumenten gestaltet. <strong>Sebastian Breuing<\/strong> ist der kongeniale musikalische Leiter dieser Produktion, er schl\u00e4gt ein relativ flottes Tempo an, erzeugt mitrei\u00dfende barocke Klangkaskaden und zeigt so, da\u00df Carl-Heinrich Graun zu Unrecht auf seine Eigenschaft als Fl\u00f6tenlehrer Friedrichs des Gro\u00dfen reduziert wird.<\/p>\n<p>Das Vokalensemble <strong><em>I Ripieni<\/em><\/strong> ist fest mit dem Haus verbunden. Obwohl keine Berufss\u00e4nger, haben sie sich im Laufe der Zeit beeindruckende Kenntnisse mit dem historisch orientierten Chorgesangs erarbeitet. Zu Loben ist auch das ausgewogen hohes Niveau der Solisten. Besonders hervorzuheben der lyrische Ba\u00df <strong>Raimonds Spogis<\/strong> als Pharao, der vom Liedgesang kommt und technisch brillant auf die Gesangslinie achtet. Der Tenor <strong>Henning Kaiser<\/strong> kann in der sehr anspruchsvollen Nebenrolle des Hermes mit teuflisch schwierigen Koloraturen gl\u00e4nzen. <strong>Harald Maiers<\/strong> (Ramesses) ist ein Altist, der wegen seiner sehr sicheren H\u00f6he bestimmt noch von sich reden machen wird.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Ekhof-Festival erweist sich als weithin unbekannter, aber dennoch sehr bedeutender Beitrag zur Auseinandersetzung mit der historischen Auff\u00fchrungspraxis und der barocken B\u00fchnentechnik. Das Ergebnis ist spannendes, lebendiges Theater, das meilenweit von einem verstaubten Museumsbetrieb entfernt ist. Das von weither angereistem Publikum, das sich auch zu einer Art Stammpublikum entwickelt hat, w\u00fcrdigte die Produktion mit lang anhaltendem, sehr freundlichem Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Adrian Reeder<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Raimonds Spogis (Pharao Tubaetes), Stephanie Elliott (Zama)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carl-Heinrich Graun (1704-1757), Opera seria in 5 Akten, nach Apostolo Zeno mit deutschen Rezitativen von Johann Samuel M\u00fcller, Libretto: Steffen Voss, UA: 1735, Braunschweig Regie: Igor Folwill, B\u00fchne: Manfred Kaderk, Kost\u00fcme: Kerstin Beyer Dirigent: Sebastian Breuing, Concert Royal K\u00f6ln,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3106\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[174,134,116],"tags":[],"class_list":["post-3106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ekhof-festival-gotha","category-featured","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3106"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3110,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3106\/revisions\/3110"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}