{"id":3102,"date":"2011-08-05T17:05:44","date_gmt":"2011-08-05T16:05:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3102"},"modified":"2011-08-06T17:08:44","modified_gmt":"2011-08-06T16:08:44","slug":"tristan-und-isolde-bayreuther-festspiele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3102","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE &#8211; Bayreuther Festspiele"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865, Nationaltheater, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Christoph Marthaler, B\u00fchne: Anna Viebrock<\/p>\n<p>Dirigent: \u00a0Peter Schneider, Festspielorchester und Festspielchor<\/p>\n<p>Solisten: Robert Dean Smith (Tristan), Ir\u00e9ne Theorin (Isolde), Robert Holl (Marke), Michelle Breedt (Brang\u00e4ne), Jukka Rasilainen (Kurwenal)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. August 2011 (Premiere: 25. Juli 2005)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Tristan2.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3103\" title=\"Bayreuth-Tristan2\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Tristan2.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Tristan2.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Tristan2-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<em> <\/em><\/strong><br \/>\nMorold, Verlobter der irischen Prinzessin Isolde, wurde im Zweikampf mit Tristan get\u00f6tet. Isolde soll nun Tristans Onkel K\u00f6nig Marke von Kornwall als Braut zugef\u00fchrt werden. Kurz vor ihrer Ankunft an der englischen K\u00fcste bittet Isolde Tristan zu sich, damit er mit ihr S\u00fchne auf Morolds Tod trinke. Doch der t\u00f6dliche Trank wird von Isoldes Magd Brang\u00e4ne mit einem Liebeselexier vertauscht, der zwischen Tristan und Isolde leidenschaftliche Zuneigung entfacht. Nach der Ankunft ehelicht Isolde \u2013 wie geplant \u2013 K\u00f6nig Marke, Tristan jedoch wird ihr heimlicher Liebhaber, bis Markes Getreuer Melot das Geheimnis l\u00fcftet, das Paar verr\u00e4t und Tristan im Kampf schwer verwundet. Von seinem getreuen Diener Kurwenal in Sicherheit gebracht versinkt der t\u00f6dlich Verwundete in Fieberfantasien und stirbt im Moment von Isoldes Ankunft worauf sie ihm verzweifelt in den Tod folgt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne sieht man einen holzvert\u00e4felten ovalen Raum in gedeckten Farben mit einem rundumlaufenden Balkon, der jedoch w\u00e4hrend der gesamten Auff\u00fchrung als Spielort nicht eingebunden wird. Im ersten Akt dekorieren zwei Sitzecken und Polsterst\u00fchle den Raum, im zweiten Akt ein gelber Teppich und zwei gelbe, quadratische Hocker und im letzten Akt das zentral gestellte Krankenbett Tristans. Auf Momente wie einer Darstellung der Begr\u00fc\u00dfung in Kornwall oder einer Hochzeitsszene wird g\u00e4nzlich verzichtet. Die Darsteller erscheinen in einfach geschnittene Kleider und Anz\u00fcge in dunklen Farben. Und auch die Bewegung der Darsteller auf der B\u00fchne pa\u00dft sich dem Gesamtbild an: So verbringt beispielsweise Tristan den gesamten dritten Akt fast ausschlie\u00dflich liegend, im Krankenbett w\u00e4hrend das Liebespaar in der Liebesnacht des zweiten Aktes die l\u00e4ngste Zeit wie zwei sch\u00fcchtern nebeneinandersitzende Schulkinder zubringt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Robert Dean Smith <\/strong>bestritt seine Rolle als Tristan mit deutlicher Artikulation des Textes und einem sehr organische verschmelzenden Zusammenklang mit dem Orchester im ersten und zweiten Akt, z.B. in der S\u00fchnetrankszene des ersten Aktes oder den lyrischen Momenten des Liebesduettes mit Isolde <em>O sink hernieder Nacht der Liebe<\/em>. Dennoch mangelte es in den Fieberfantasien des dritten Aktes an Durchsetzungskraft gegen\u00fcber dem Orchester, \u00fcber das er sich hier nicht mehr problemlos hinwegzusetzen vermochte. <strong>Ir\u00e9ne Theorin<\/strong> gelang die musikalisch wie mimisch-gestische Umsetzung verschiedenster emotionaler Befindlichkeiten \u2013 egal ob es sich um die Wut und Aufregung am Beginn des ersten Akts oder die z\u00e4rtliche Liebesbekundung in <em>O sink hernieder Nacht der Liebe<\/em> handelte, doch litt bei ihr die Textverst\u00e4ndlichkeit unter einem \u00fcberm\u00e4\u00dfig starken Vibrato. <strong>Michelle Breedt <\/strong>verk\u00f6rperte Brang\u00e4ne besonders im ersten Akt mit schauspielerischer Hingabe und sicherer Intonation sowie guter Textverst\u00e4ndlichkeit, wobei sie M\u00fche hatte, sich mit ihrer schlanken Stimme gegen den Orchesterklang zu behaupten. Auch <strong>Jukka Rasilainen<\/strong> als Kurwenal gelang eine lebendige und musikalisch facettenreiche Darstellung, wobei er sich insbesondere im dritten Akt als Beistand des fiebernden Tristan, gut vom Orchester tragen lie\u00df. <strong>Robert Holl<\/strong> pr\u00e4sentierte die Figur des K\u00f6nig Marke durchgehend mit vollem und volumin\u00f6s klingendem Ba\u00df, der vor allem in seinem gro\u00dfangelegten Monolog im zweiten Akt <em>Tatest du\u00b4s wirklich<\/em> gut zum Ausdruck kam. Das <strong>Festspielorchester <\/strong>unter der Leitung von <strong>Peter Schneider<\/strong> gestaltete den Tristan sehr ausdrucksstark und nuancenreich in Dynamik und Klangfarbe \u2013 insbesondere bei der stetigen Neugestaltung des Tristan-Akkordes.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein durchwachsender Opernabend mit reichlich Applaus f\u00fcr S\u00e4nger und Orchester und gemischten Publikumsreaktionen f\u00fcr die Inszenierung.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Enrico Nawrath<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Robert Dean Smith (Tristan), Ir\u00e9ne Theorin (Isolde)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. 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