{"id":3090,"date":"2011-08-02T15:56:05","date_gmt":"2011-08-02T14:56:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3090"},"modified":"2011-08-02T15:56:05","modified_gmt":"2011-08-02T14:56:05","slug":"die-meistersinger-von-nurnberg-bayreuther-festspiele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3090","title":{"rendered":"DIE MEISTERSINGER VON N\u00dcRNBERG &#8211; Bayreuther Festspiele"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text von Richard Wagner, UA: 31. Juni 1868, M\u00fcnchen, Hofoper<\/p>\n<p>Regie: Katharina Wagner, B\u00fchne: Tilo Steffens, Kost\u00fcme: Michaela Barth, Tilo Steffens, Licht: Andreas Gr\u00fcter<\/p>\n<p>Dirigent: Sebastian Weigle, Festspielorchester, Festspielchor und Sonderchor (Einstudierung: Eberhard Friedrich)<\/p>\n<p>Solisten: James Rutherford (Hans Sachs), Georg Zeppenfeld (Veit Pogner), Charles Reid (Kunz Vogelgesang), Rainer Zaun (Konrad Nachtigal), Adrian Er\u00f6d (Sixtus Beckmesser), Markus Eiche (Fritz Kothner), Edward Randall (Balthasar Zorn), Florian Hoffmann (Ulrich Eisslinger), Stefan Heibach (Augustin Moser), Martin Snell (Hermann Ortel), Mario Klein (Hans Schwarz), Di\u00f3genes Randes (Hans Foltz), Burkhard Fritz (Walther von Stolzing), Norbert Ernst (David), Michaela Kaune (Eva), Carola Guber (Magdalene), Friedemann R\u00f6hlig (Ein Nachtw\u00e4chter)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Juli 2011<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Meistersinger.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3091\" title=\"Bayreuth-Meistersinger\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Meistersinger.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Meistersinger.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Bayreuth-Meistersinger-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Jedes Jahr am Johannistag treffen sich die Meister auf der Festwiese in N\u00fcrnberg, um ihre Sangeskunst miteinander zu messen. Dieses Jahr ist der Gewinn hoch: Der Sieger erh\u00e4lt Eva, die Tochter von Veit Pogner. Auch der Neub\u00fcrger Walther von Stolzing m\u00f6chte an diesem Wettstreit teilnehmen, weil er sich in Eva verliebt hat. Da er kein Meister ist, versuchen der Schuster Sachs und sein Lehrbub David ihn in der Liedkunst zu unterweisen. Doch aufgrund seiner freien Interpretation st\u00f6\u00dft Stolzing auf Ablehnung, vor allem bei seinem Konkurrent Sixtus Beckmesser. Durch eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung gelingt es jedoch Sachs zuletzt, Stolzing zu einem \u00fcberzeugenden Lied zu verhelfen, so da\u00df dieser Evas Hand erh\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild zeigt einen Raum, dessen rechte und linke Wand eine Galerie, die hintere eine Art Ger\u00fcst mit unterschiedlichen Zimmern darstellen. Dieser kann mit verschiedenen Decken und Leinw\u00e4nden variiert werden. Die Meister tragen schlichte Anz\u00fcge, Stolzing tritt mit in einem lila Lederanzug als Maler auf. Beckmesser verwandelt sich am Ende des zweiten Aufzugs in einen Punk, w\u00e4hrend Sachs und Stolzing ihre Kleidung mit eleganten, schwarz-wei\u00dfen Anz\u00fcgen tauschen und ihr bis dahin rebellisches Verhalten ablegen. Somit kommt es im dritten Aufzug zu einer Verkehrung der Charaktere: Beckmesser als provozierender Rebell, Stolzing nun braver Regelbefolger. Markant ist auch die <em>Pr\u00fcgelfuge<\/em> im zweiten Aufzug inszeniert: Statisten auf den Galerien begie\u00dfen das gesamte Ensemble aus gro\u00dfen Farbeimern. In der Festwiesenszene im dritten Aufzug wir der Chor auf einer gro\u00dfen Trib\u00fcne sitzend aus der Unterb\u00fchne heraufgefahren. Stolzings Preislied findet unter barocken Sofitten (aufgeh\u00e4ngte Deckenkulissen)statt und wird von zwei Statisten in barocken Kost\u00fcmen visualisiert. Der Kranz ist hier ein goldener Hirsch, von dessen Licht erleuchtet Sachs am Ende allein auf dunkler B\u00fchne zur\u00fcckbleibt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine der besten Leistungen liefert <strong>James Rutherford<\/strong> (Hans Sachs), der mit gro\u00dfem Durchhalteverm\u00f6gen diese so fordernde Partie ausgezeichnet meistert. Der Ba\u00df-Bariton verf\u00fcgt \u00fcber einen guten Registerausgleich, seine Tiefe ist satt und klangvoll, gleichzeitig beherrscht er das hohe Register m\u00fchelos. Besonders eindringlich gelingt ihm <em>Wahn! Wahn! \u00dcberall Wahn<\/em> (3. Aufzug). Auch <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong> (Veit Pogner) besticht durch einen dunkel timbrierten Ba\u00df und zeichnet sich durch seine vorbildliche Artikulation aus. Ganz besonders zu erw\u00e4hnen ist auch <strong>Adrian Er\u00f6d<\/strong> (Sixtus Beckmesser), der sowohl schauspielerisch als auch gesanglich gro\u00dfes Engagement zeigte. Die Kapriolen von <em>Den Tag seh\u2018 ich erscheinen<\/em> (2. Aufzug) gestaltet er vorz\u00fcglich. Ein Ohrenschmaus ist dabei auch die Begleitung durch eine spezielle \u201eBeckmesser-Harfe\u201c. Auch <strong>Norbert Ernst<\/strong> (David) gl\u00e4nzt durch sein gro\u00dfes schauspielerisches Talent, das er gekonnt mit sicherer H\u00f6he, beispielhafter Artikulation und Phrasierung sowie gro\u00dfer lyrischer Gestaltungskraft vereint. Weniger erfreulich ist die Interpretation des Walther von Stolzing durch <strong>Burkhard Fritz. <\/strong>Ihm fehlt die n\u00f6tige Strahlkraft und Intensit\u00e4t, um z.B. <em>Morgenlich leuchtend<\/em> (3. Aufzug) eindrucksvoll interpretieren zu k\u00f6nnen. In den oberen Registern kommt seine Stimme nicht wirklich zum Tragen. <strong>Michaela Kaune<\/strong> (Eva) und <strong>Carola Guber<\/strong> (Magdalene) sind ein eingespieltes Team und bew\u00e4ltigen solide ihre Partien, auch wenn sie dadurch keine Begeisterungsst\u00fcrme hervorrufen.<\/p>\n<p>Das Orchester unter Sebastian Weigle liefert eine zuverl\u00e4ssige Begleitung f\u00fcr die S\u00e4nger. Der ausgewogene harmonische Klang f\u00e4llt vor allem in den kammermusikalischen Passagen angenehm auf. Die dynamischen Abstufungen h\u00e4tten jedoch durchaus noch etwas differenzierter ausfallen k\u00f6nnen. Der <strong>Chor<\/strong> liefert das gewohnte Niveau ab und pr\u00e4sentiert sich mit einem differenzierten und stimmfreudigen Vortrag.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>An diesem Opernabend scheiden sich wieder einmal die Geister \u2013 nach dem dritten Aufzug halten sich Buh- und Bravo-Rufe die Waage. Der Chor ist der gro\u00dfe Liebling des Publikums und auch die S\u00e4nger werden wohlwollend mit Applaus bedacht. Auf Katharina Wagner aber hagelt es wahre Buh-St\u00fcrme hinab.<\/p>\n<p>Laura Knoll<\/p>\n<p>Bild: Enrico Nawrath<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: James Rutherford (Hans Sachs), Charles Reid (Kunz Vogelgesang), Florian Hoffmann (Ulrich Eisslinger), Di\u00f3genes Randes (Hans Foltz), Mario Klein (Hans Schwarz), Markus Eiche (Fritz Kothner), Burkhard Fritz (Walther von Stolzing), Georg Zeppenfeld (Veit Pogner), Martin Snell (Hermann Ortel), Rainer Zaun (Konrad Nachtigall), Stefan Heibach (Augustin Moser), Edward Randall (Balthasar Zorn), Adrian Er\u00f6d (Sixtus Beckmesser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text von Richard Wagner, UA: 31. 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