{"id":308,"date":"2008-05-30T11:39:24","date_gmt":"2008-05-30T09:39:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=308"},"modified":"2008-05-30T11:39:24","modified_gmt":"2008-05-30T09:39:24","slug":"nurnberg-staatstheater-lohengrin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=308","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg, Staatstheater &#8211; LOHENGRIN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883); Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; Dichtung vom Komponisten; Urauff\u00fchrung: 28. August 1850 in Weimar.<br \/>\nRegie: Michael Simon, B\u00fchnenbild: Michael Simon, Kost\u00fcme: Eva Spott<br \/>\nDirigent: Christof Prick, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor und Extrachor<br \/>\nSolisten: Guido Jentjens (K\u00f6nig Heinrich), Scott MacAllister (Lohengrin), Anna Gabler (Elsa), J\u00fcrgen Linn (Telramund), Ruth-Maria Nicolay (Ortrud), Jochen Kupfer (Heerrufer), Sibrand Basa, Richard Kindley, Sebastian Kitzinger, Michael Lion (Brabantische Edle)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 3. Mai 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"nuernberg-lohengrin.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/nuernberg-lohengrin.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"nuernberg-lohengrin.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/nuernberg-lohengrin.jpg\" \/><\/a>K\u00f6nig Heinrichs ruft die Brabanter auf zu einem Feldzug. Graf Telramund von seiner Gattin Ortrud angestachelt, beschuldigt Elsa von Brabant, des Mordes an ihrem Bruder Gottfried.  Ein Gottesgericht in Form eines Zweikampfs soll \u00fcber Elsas Schuld oder Schuldlosigkeit entscheiden: Keiner aber will gegen Telramund antreten. Da erscheint in Fremder einem Boot, von einem Schwan gezogen, und stellt sich dem Kampf. Er besiegt Telramund. Dieser Fremder will Elsa heiraten unter der Bedingung, da\u00df sie nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen w\u00fcrde. Elsa willigt ein.<br \/>\nDoch Ortrud gibt nicht auf. Freundschaft und Mitgef\u00fchl heuchelnd, verunsichert sie Elsas Vertrauen zu ihrem Geliebten. Am Hochzeitstag bezichtigen Ortrud und Telramund vor dem M\u00fcnster den Fremden der Zauberei und des Betruges. Doch Elsa vertraut ihrem Br\u00e4utigam weiter. Doch sp\u00e4ter, als sie allein sind, bricht Elsa ihr Versprechen und fragt ihren Br\u00e4utigam nach seiner Herkunft. Im gleichen Moment dringt Telramund mit seinen Verschw\u00f6rern in das Brautgemach ein, um Lohengrin zu t\u00f6ten. Im Zweikampf stirbt Telramund. Danach offenbart Lohengrin vor dem K\u00f6nig und den Landesvertretern seinen Namen und seine Herkunft. Ortrud triumphiert. Doch durch sein Gebet bewirkt Lohengrin die R\u00fcckkehr des totgeglaubten Knaben Gottfried, des rechtm\u00e4\u00dfigen Thronnachfolgers.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Abend beginnt mit einer Einblendung, einer von vielen. Ein Wagner-Zitat, da\u00df die Oper nicht erheitern und nicht unterhalten soll. Und in der Tat, es wurde kein heiterer Opernabend. Dazu geh\u00f6ren Pressemeldungen, da\u00df <strong>GMD Christof Prick<\/strong>, ein anerkannter Wagner-Dirigent unserer Tage, sich weigerte zu dirigieren, wenn der Chor aus dem Off singen w\u00fcrde. Er setzte sich durch, verweigerte sich dem Schlu\u00dfapplaus und setzte so ein deutliches Zeichen. Ein Zeichen gegen den Versuch, die Handlung mit Zinnfiguren, Handpuppen und zahlreichen Filmeinspielungen nur zu bebildern, die Handlung selbst aber mit Hinweisen der Regie einzublenden, um das Publikum zu Assoziationen zu bewegen. Als Ergebnis war: eine konzertante Auff\u00fchrung! So sah man einen Chor in Abendgarderobe, um den herum die Protagonisten mehr zuf\u00e4llig als geplant agierten.  Nur zwei sch\u00f6ne Momente sind erw\u00e4hnenswert: zum einen Lohengrins Auftritt als Spielfigur mit Spielzeugschwan, die aus dem dunklen Wald auftauchen. Die zweite Szene ist das Brautgemach als Kubus mit Fenster, aus dem das Brautpaar herausschaut.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nDa\u00df der Abend kein Desaster wurde ist der musikalischen Leistung geschuldet.<strong> Christoph Prick<\/strong> demonstriere, wozu die <strong>N\u00fcrnberger Philharmoniker<\/strong> in der Lage sind. Eine zeitgem\u00e4\u00dfe, nicht zu schnelle Interpretation, fehlerfrei im Zusammenspiel mit Chor, Orchester und Solisten. Vielleicht manchmal ein wenig laut, aber Wagners Lohengrin vertr\u00e4gt das mit den vielen Blecheins\u00e4tzen durchaus.<br \/>\nGro\u00dfes Lob dem gut vorbereiteten <strong>Chor<\/strong> unter <strong>Edgar Hykel<\/strong>. Der Chor konnte auch im Wechselspiel mit den Solisten gl\u00e4nzen. Das gewi\u00df, gewi\u00df war selten so witzig wie an diesem Abend. Schwierig einen Solisten besonders zu loben, denn alle waren \u00fcberaus erfolgreich darin, die fehlende Handlung mit ihren Stimmen darzustellen. Sie bem\u00fchten sich nicht nur sch\u00f6n und wortverst\u00e4ndlich zu singen, nein sie konnten auch stimmlich ausdr\u00fccken, was sie f\u00fchlten oder was sie bewegten. So ist <strong>Ruth-Maria Nicolay<\/strong>  wirklich die Hexe Ortrud (zu Recht tosender Applaus!), <strong>Guido Jentjens<\/strong> ein \u00fcberzeugender K\u00f6nig Heinrich genauso wie <strong>Jochen Kupfer<\/strong> ein Heerrufer. <strong>J\u00fcrgen Linn<\/strong> ist ein wortverst\u00e4ndlicher Telramund, wobei die Grenze zum Sprechgesang doch manchmal \u00fcberschritten wird. <strong>Anna Gabler<\/strong> ist nicht unbedingt eine Idealbesetzung der Elsa, da sie \u00fcber keine jugendliche, glockenklare Stimme verf\u00fcgt.<br \/>\n<strong>Scott MacAllister<\/strong>, der Einspringer in letzter Minute, der den kranken Stefan Vinke wenige Stunden vor Beginn ersetzen mu\u00dfte, gilt schon l\u00e4nger als Geheimtipp als rundum \u00fcberzeugender lyrischer Wagner-Tenor. Sein internationaler Durchbruch wird in der n\u00e4chsten Spielzeit an der Deutschen Oper Berlin als Tannh\u00e4user sicherlich folgen. Als Anekdote am Rande seien seine Textverwechslungen im dritten Akt angemerkt, die zu einer Reihe von Erheiterungen im Publikum f\u00fchrten.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch ein \u00fcberaus gelungener Abend, w\u00fcrdig einer CD-Einspielung. Das Regieteam traute sich am Schlu\u00df nur einmal vor den Vorhang, so heftig war die Abstrafung durch das Publikum. Man sollte versuchen die Gage des Regisseurs wegen Arbeitsverweigerung einzubehalten.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt\u00a0 Lohengrin (Scott MacAllister ) mit dem Spielzeugschwan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883); Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; Dichtung vom Komponisten; Urauff\u00fchrung: 28. August 1850 in Weimar. 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