{"id":3049,"date":"2011-07-05T16:00:57","date_gmt":"2011-07-05T15:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3049"},"modified":"2011-07-17T16:04:25","modified_gmt":"2011-07-17T15:04:25","slug":"gotterdammerung-hannover-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3049","title":{"rendered":"G\u00d6TTERD\u00c4MMERUNG &#8211; Hannover, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Richard Wagner (1813 -1883), Dritter Tag in drei Akten des RING DES NIBELUNGEN, Text vom Komponisten<\/p>\n<p>UA: Urauff\u00fchrung: 17. August 1876 in Bayreuth<\/p>\n<p>Regie: Barrie Kosky, B\u00fchne und Trickfilm: Klaus Gr\u00fcnberg, Kost\u00fcme: Klaus Bruns, Chor und Extrachor: Dan Ratiu, Licht: Klaus Gr\u00fcnberg, Susanne Reinhardt<\/p>\n<p>Dirigent: Wolfgang Bozic, Nieders\u00e4chsisches Staatsorchester Hannover<\/p>\n<p>Solisten: Siegfried (Robert K\u00fcnzli), Br\u00fcnnhilde (Brigitte Hahn), Gunther (Brian Davis), Alberich (Frank Schneiders), Hagen (Albert Pesendorfer), Gutrune (Kelly God), Waltraute (Monika Walerowicz), Erda (Evelyn Gundlach) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Juli 2011(Premiere 12. Juni 2011)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Hannover-G\u00f6tterd.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3050\" title=\"Hannover-G\u00f6tterd\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Hannover-G\u00f6tterd.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Hannover-G\u00f6tterd.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Hannover-G\u00f6tterd-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Nornen spinnen den Schicksalsfaden, der dann rei\u00dft. Siegfried, dem es nach den Flitterwochen mit Br\u00fcnnhilde wieder nach gro\u00dfen Taten d\u00fcrstet, l\u00e4\u00dft den Ring als Pfand seiner Liebe bei Br\u00fcnnhilde zur\u00fcck, bevor er in die weite Welt aufbricht. Waltraute besucht ihre Schwester Br\u00fcnnhilde und bittet sie inst\u00e4ndig, den Ring den Rheint\u00f6chtern zur\u00fcckzugeben \u2013 ein Ansinnen, das diese entr\u00fcstet von sich weist. Siegfried erscheint in der Gibichungenhalle und bekommt erstmal einen Trank verabreicht, der ihn Br\u00fcnnhilde vergessen l\u00e4\u00dft und gleichzeitig Sympathien f\u00fcr Gutrune, Gunthers Schwester, erweckt. Siegfried benutzt den Tarnhelm, um in Gunthers Gestalt Br\u00fcnnhilde zu erobern, denn nur Siegfried kann das Feuer um den Walk\u00fcrenfelsen durchdringen. So wird die get\u00e4uschte Br\u00fcnnhilde zur Doppelhochzeit Siegfried \u2013 Gutrune und Gunther \u2013 Br\u00fcnnhilde nach Worms gebracht. Dort erblickt die entsetzte Br\u00fcnnhilde Siegfried, der leugnet, sie zu kennen, an der Seite Gutrunes. Br\u00fcnnhilde engagiert Hagen \u2013 mit Gunthers Unterst\u00fctzung, obwohl Letzterer mit Siegfried Blutsbr\u00fcderschaft geschworen hatte \u2013 Siegfried anl\u00e4\u00dflich eines Jagdausflugs zu ermorden. Siegfried bekommt noch eine letzte Chance: Die Rheint\u00f6chter bitten ihn, den Ring an sie zur\u00fcckzugeben, andernfalls w\u00fcrde er heutigentags sterben m\u00fcssen. Beim Picknick gibt Hagen Siegfried einen Trank, der das Vergessen aufhebt und Siegfried erz\u00e4hlt von seiner fr\u00fcheren Begegnung mit Br\u00fcnnhilde und steht nun als Meineidiger da. Da Hagen von Br\u00fcnnhilde \u00fcber Siegfrieds Schwachstelle am R\u00fccken informiert wurde, kann er Siegfried erstechen. Im Kampf um den Ring t\u00f6tet Hagen Gunther. Da erscheint Br\u00fcnnhilde und gebietet allen Einhalt. Sie nimmt den Ring von Siegfrieds Leiche, gibt ihn dem Rhein zur\u00fcck und l\u00f6st die Geschichte auf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die wohlbekannte Nacktdarstellerin Erda schiebt einen gro\u00dfen Umzugskarton umher. Die Nornen spinnen einen Zelluloidstreifen, wohl den Weltfilm. Dazu sieht man einen Comic-Film, der zeigt, da\u00df die Weltesche eigentlich ein Broccoli war. Br\u00fcnnhilde und Siegfried in Unterw\u00e4sche genie\u00dfen ihre Flitterwochen unter einem Bettlaken in einem 70er Jahre Wohnzimmer, das mit Waschbecken und Fernseher gem\u00fctlich eingerichtet ist. Die Gibichungenhalle erinnert an ein Bordell. Nach dem Vergessens-\/Liebestrank f\u00e4llt Siegfried gleich \u00fcber Gutrune her. Zur Blutsbr\u00fcderschaft haut Siegfried sich und Gunther das Schwert Nothung ins Gesicht. Die Tarnkappe zeigt ganze Wirkung: Es <span style=\"text-decoration: underline;\">ist<\/span> Gunther, der Br\u00fcnnhilde in Erdas Kiste versenkt und sie nach Worms transportiert. Beim Empfang in Worms werden die Reisenden von einer Schar w\u00fcstester Hooligans unter Hagens Kommando begr\u00fc\u00dft. Hagen tr\u00e4gt zur Abwechslung statt eines Schwertes hier mal ein Seitengewehr. Auf seinem Jagdausflug ger\u00e4t Siegfried an die Rheint\u00f6chter, die die bekannte Kiste zwischen einer Kinobestuhlung (das Welttheater?) \u00a0umher schieben. Zu Siegfrieds Tod l\u00e4uft dessen Leben noch mal als B\u00fchnendarstellung ab. Klein-Siegfried als Klein-Superman trifft einen alten Weggef\u00e4hrten, den B\u00e4ren, der sich auf offener Szene zum Oralsex mit einem gefallenen Helden einl\u00e4\u00dft. Alberich gar macht sich \u00fcber das ihm entgegen gestreckte Hinterteil des Hund spielenden Wotans her. Siegfried landet in der Kiste und wird zur ihn \u00e4ngstlich erwartenden Gutrune gebracht. Auf dem Souffleurkasten sitzt v\u00f6llig vereinsamt im grellen Scheinwerferlicht \u2013 immer noch splitterpudelfasernackt \u2013 Erda und h\u00e4lt den RING zu den letzten Takten der G\u00f6tterd\u00e4mmerung in die H\u00f6he. Jemand knipst das Licht aus.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wolfgang Bozic<\/strong> ist nun endg\u00fcltig im Olymp der Wagner-Dirigenten angekommen \u2013 allerdings mal wieder ohne seine Bl\u00e4ser. An erster Stelle der insgesamt hervorragenden S\u00e4ngerriege mu\u00df heute Albert Pesendorfer als Hagen genannt werden. Eine Weltklasseleistung mit imponierender Erscheinung, finsterstem Charakter und donnerndem Ba\u00df: ein Augen- und Ohrenschmaus! Ganz gro\u00dfartig auch unser Held<strong> Robert K\u00fcnzli <\/strong>(Siegfried). Dieser hat sich in einer Art und Weise als Wagnerianischer Heldentenor profiliert, die auch ihm einen Platz im Olymp der Wagner-S\u00e4nger sichert. Womit wir bei <strong>Kelly God<\/strong> (Gutrune), die mit ebensolcher Stimmgewalt wirkte, angelangt w\u00e4ren. Fabelhaft <strong>Brigitte Hahn<\/strong> (Br\u00fcnnhilde), auch wenn sie am Ende des dritten Akts ein bi\u00dfchen zu schreien anfing, eine Versuchung, der wohl die meisten Br\u00fcnnhilden gegen Ende der Vorstellung, wenn vielleicht auch die Kondition etwas nachl\u00e4\u00dft, erliegen. <strong>Frank Schneider<\/strong> (Alberich) und besonders auch <strong>Brian Davis<\/strong> (Gunther) blieben ein wenig farblos, sowohl darstellerisch wie auch stimmlich, wobei Gunther nat\u00fcrlich die vielleicht undankbarste Partie hat. Nicht so eine strahlend aufsingende <strong>Monika Walerowicz<\/strong> (Waltraute). Staatsopernm\u00e4\u00dfig ad\u00e4quate Leistungen des restlichen S\u00e4ngerteams in den kleineren Rollen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Im November 2009 begonnen, schlie\u00dft sich nun der RING DES NIBELUNGEN in Hannover mit der G\u00f6tterd\u00e4mmerung. Richard Wagner und Barrie Kosky passen nicht zusammen, was die H\u00e4lfte des Publikums mit einem Buh-Orkan best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Dr. R\u00fcdiger Ehlert<\/p>\n<p>Bild: Thomas M. Jauk<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Monika Walerowicz (Waltraute), Brigitte Hahn (Br\u00fcnnhilde)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richard Wagner (1813 -1883), Dritter Tag in drei Akten des RING DES NIBELUNGEN, Text vom Komponisten UA: Urauff\u00fchrung: 17. 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