{"id":3045,"date":"2011-07-13T21:50:54","date_gmt":"2011-07-13T20:50:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3045"},"modified":"2011-07-15T21:53:22","modified_gmt":"2011-07-15T20:53:22","slug":"der-schauspieldirektor-griebenow-bei-greifswald-opernale-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3045","title":{"rendered":"DER SCHAUSPIELDIREKTOR &#8211; Griebenow bei Greifswald, Opernale 2011"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amad\u00e9 Mozart (1756 \u2013 1791), Kom\u00f6die mit Musik in einem Akt, Libretto: Johann Gottlieb Stephanie der J\u00fcngere, UA: Wien 1786<\/p>\n<p>Regie:: Henriette Sehmsdorf, B\u00fchne: Tom Hornig, Kost\u00fcme: Angelika Bretzke, Maske: Sophia Mey, Projektleitung: Hans-Henning B\u00e4r, Henriette Sehmsdorf<\/p>\n<p>Dirigent: Kiril Stankow, Projektorchester der Opernale, musikalische Einrichtung: Lea Fink, Einstudierung: Clemens Flick, Kerstin Simon, David Grant<\/p>\n<p>Solisten: Matthias Nagatis (Frank), Thomas Lettow (Buff), Dirk Dreissen (Eiler), Susanne R\u00f6gner (Madame Pfeil), Christiane Schulz (Madame Krone), Christoph Kayser (Monsieur Vogelsang), Anke Retzlaff (Madame Vogelsang), Sijia Lu (Madame Herz), Minyoung Catharina Lee (Mademoiselle Silberklang)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Juli 2011<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Griebenow-Schauspieldir.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3046\" title=\"Griebenow-Schauspieldir\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Griebenow-Schauspieldir.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Griebenow-Schauspieldir.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Griebenow-Schauspieldir-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Schauspieldirektor Frank und sein Gehilfe Buff haben Erlaubnis erhalten, eine neue Theatertruppe zusammenzustellen. Die Nachricht spricht sich wie ein Lauffeuer unter Schauspielern und S\u00e4ngern herum. Nach und nach treffen sie ein, sprechen und singen vor und bitten Frank um ein Engagement. Er verspricht alle zu engagieren, wobei die zugesagte Gage h\u00f6her und h\u00f6her wird. Zuletzt kommt es zum Eklat, weil die beiden S\u00e4ngerinnen sich um die Stellung der Primadonna streiten. Frank resigniert und gesteht, ohnehin nichts zahlen zu k\u00f6nnen. Als sich gerade alle Bewerber einig geworden sind ohne Bezahlung nur um der Ehre Willen trotzdem zu spielen, erreicht sie die Nachricht, da\u00df Franks Konkurrent ebenfalls eine Truppe zusammenstellt, und sie eilen davon.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung findet im freien vor dem Schlo\u00df in Griebenow statt. Die Freitreppe und die Fassade des Schlosses bilden das B\u00fchnenbild. Auch der Platz vor der Freitreppe wird genutzt. Direkt vor den Sitzreihen f\u00fcr das Publikum stehen St\u00fchle, von denen aus Frank und Buff das Geschehen verfolgen. Das reduzierte Orchester ist unterhalb der Freitreppe untergebracht. Die Kost\u00fcme sind im Theaterstil des 18. Jahrhunderts gehalten mit allen f\u00fcr Kom\u00f6dienauff\u00fchrungen dieser Zeit typischen \u00fcberspitzten und phantastischen Elementen. Dazu gesellt sich immer wieder auch moderne Technik, wie ein Mobiltelefon oder ein Auto. Die sprechenden Namen der Figuren spiegeln sich in ihren farbenfrohen Kost\u00fcmen \u2013 so ist z. B. das Kleid von Madame Herz ganz und gar rot und Herzf\u00f6rmig. F\u00fcr Auf- und Abtritte der Figuren werden teilweise die Anfahrtswege zum Schlo\u00df genutzt, mit verschiedenen Fahrzeugen: Eiler und Madame Pfeil fahren in einem Oldtimer vor, Madame Vogelsang im Anh\u00e4nger eines Traktors und Mademoiselle Silberklang in einer Pferdekutsche. Mit Hilfe einer Umfrage zur Vergabe eines Publikumspreises wird eine Parallele zu heutigen Castingshows hergestellt. Eingebunden ist die gesamte Auff\u00fchrung in ein umfassendes Rahmenprogramm mit barockem Picknick im Schlo\u00dfpark, F\u00fchrungen, Kutschfahrten, einer Einf\u00fchrung f\u00fcr Kinder und weiterem Unterhaltungsprogramm.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die musikalischen Einlagen in der Kom\u00f6die sind nicht besonders zahlreich. In dieser Inszenierung werden zwei weitere Arien Mozarts eingef\u00fcgt, die im St\u00fcck urspr\u00fcnglich nicht vorgesehen sind: Eine Tenorarie aus <em>Cos\u00ec fan tutte<\/em> und die Arie der K\u00f6nigin der Nacht aus der <em>Zauberfl\u00f6te <\/em>(instrumental vorgetragen). Gesungen wird nur von denen, die S\u00e4ngerrollen spielen, wenn sie sich bewerben. <strong>Christoph Keyser<\/strong> (Monsieur Vogelsang) stellt einen hypochonderen Tenor dar und unterbricht seine Arie deshalb mehrfach durch Husten und R\u00e4uspern. Dazwischen erklingt seine angenehme, weich lyrische Tenorstimme. Mit klarem beweglichem Sopran tr\u00e4gt<strong> Sijia Lu<\/strong> (Madame Herz) ihren Part vor; man h\u00e4tte sich f\u00fcr ihre Rolle eventuell etwas mehr Tiefe und W\u00e4rme in der Stimme gew\u00fcnscht. Unter den S\u00e4ngern besonders herausragen kann <strong>Minyoung Catharina Lee <\/strong>(Mademoiselle Silberklang) mit gekonnten klangvollen Koloraturen, die sie wunderbar \u00fcbertrieben ausgestaltet, so wie es ihre Rolle erfordert. <strong>Thomas Lettow<\/strong> (Buff) hat ausschlie\u00dflich im Schlu\u00dfensemble etwas zu singen, nachdem er das ganze St\u00fcck hindurch eine umfangreiche Sprechrolle zu bew\u00e4ltigen hatte; seine s\u00e4ngerische Leistung kann demnach kaum angemessen bewertet werden. Schauspielerisch ist er ebenso \u00fcberzeugend wie das ganze Ensemble.<\/p>\n<p>Das reduzierte Orchester, von dem nach Lea Finks Bearbeitung nur noch ein kleines Kammerensemble von neun Musikern bleibt, wird den musikalischen Anspr\u00fcchen des St\u00fcckes vollauf gerecht. Dank einer sehr gut austarierten Verst\u00e4rkeranlage ist die Balance ausgezeichnet. Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit besteht f\u00fcr die Musiker in der \u00dcberbr\u00fcckung der Wartezeiten, wenn w\u00e4hrend langer Dialoge keine Musik erklingt \u2013 gerade im Freien ist die Intonation in solchen F\u00e4llen \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrdet. Dieses Problem wurde jedoch bew\u00e4ltigt, ohne gr\u00f6\u00dferen Ansto\u00df zu erwecken.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine g\u00e4nzlich gelungene Auff\u00fchrung mit viel Spa\u00df f\u00fcr Jung und Alt \u2013 die <em>Opernale <\/em>zeigt zwar keine eigentliche Oper, bietet aber ein abend- bzw. nachmittagsf\u00fcllendes Programm f\u00fcr die ganze Familie.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Vincent Leifer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Schauspieldirektor Frank (Matthias Nagatis) umrankt von den S\u00e4ngerinnen und Aktricen,\u00a0 links im Bild: Monsieur Vogelsang (Christoph Kayser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amad\u00e9 Mozart (1756 \u2013 1791), Kom\u00f6die mit Musik in einem Akt, Libretto: Johann Gottlieb Stephanie der J\u00fcngere, UA: Wien 1786 Regie:: Henriette Sehmsdorf, B\u00fchne: Tom Hornig, Kost\u00fcme: Angelika Bretzke, Maske: Sophia Mey, Projektleitung: Hans-Henning B\u00e4r, Henriette Sehmsdorf Dirigent:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3045\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,172,116],"tags":[],"class_list":["post-3045","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-featured","category-griebenow-bei-greifswald-opernale-2011","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3045"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3048,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3045\/revisions\/3048"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}