{"id":304,"date":"2008-05-28T13:54:26","date_gmt":"2008-05-28T11:54:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=304"},"modified":"2008-05-28T13:54:26","modified_gmt":"2008-05-28T11:54:26","slug":"london-covent-garden-royal-opera-house-simone-boccanegra","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=304","title":{"rendered":"London Covent Garden &#8211; Royal Opera House &#8211; SIMONE BOCCANEGRA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Melodramma in einem Prolog und drei Akten, Text: Arrigo Boito nach einem Theaterst\u00fcck von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez; UA: 24. M\u00e4rz 1881, Teatro alla Scala, Mailand<br \/>\nRegie: Ian Judge, B\u00fchnenbild: John Gunter, Kost\u00fcme: Deirdre Clancy, Licht: Nigel Levings<br \/>\nDirigent: John Eliot Gardiner, Orchester und Chor des Royal Opera House, Choreinstudierung: Renato Belsadonna<br \/>\nSolisten: Lucio Gallo (Simon Boccanegra), Anja Harteros (Amelia Grimaldi), Marcus Haddock (Gabriele Adorno), Marco Vratogna (Paolo Albiani), Roberto Scanduzzi (Fiesco), \u2028Krzysztof Szumanski (Pietro), u.a<br \/>\n(Premiere beim Verdi Festival 1997, Wiederaufnahme 4.5.2008)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Mai 2008<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"london-simon-bocanegra.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/london-simon-bocanegra.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"london-simon-bocanegra.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/london-simon-bocanegra.jpg\" \/><\/a>Genua, Mitte des 14. Jahrhunderts. Simone Boccanegra, ein Plebejer, liebt Maria, die Tochter eines Aristokraten. Ihr Vater, Fiesco will die Verbindung verhindern und h\u00e4lt sie verborgen. Simone, der mit Hilfe seines Freundes Paolo unverhofft zum neuen Dogen von Genua gew\u00e4hlt wird, hofft durch dieses Amt, Fiesco gegen\u00fcbertreten zu k\u00f6nnen, um Maria zu heiraten. Dieser ist jedoch nur zur Vers\u00f6hnung bereit, wenn Simone ihm im Gegenzug die uneheliche Tochter der beiden zur Erziehung \u00fcberl\u00e4\u00dft. Eine Einigung ist unm\u00f6glich da die Tochter auf mysteri\u00f6se Weise verschwunden ist. Aber Simone findet seine Geliebte tot in Fiescos Palast.<br \/>\nGenua, 25 Jahre sp\u00e4ter. Die Adligen Gabriele Adorno und Andrea Fiesco bereiten einen Aufstand gegen den Dogen vor. Adorno liebt Amelia Grimaldi, eine Adoptivtochter Fiescos. Trotz ihrer unklaren Herkunft will Gabriele Amalie zur Frau und erh\u00e4lt auch den v\u00e4terlichen Segen Fiescos. Simone kommt zu Fiescos Palast, um f\u00fcr seinen Freund Paolo um Amelias Hand zu bitten. Im Gespr\u00e4ch mit Amelia erkennt Simone in ihr seine eigene verloren geglaubte Tochter. Simone unterbreitet Paolo ihre Absage; voller Ha\u00df gegen seinen ehemaligen Freund bereitet dieser jedoch Amelias Entf\u00fchrung vor.<br \/>\nEine Ratsitzung, w\u00e4hrend derer Simone zum Frieden mit dem rivalisierenden Venedig aufruft wird vom Tumult des Aufstandes gegen den Dogen unterbrochen. Simone gelingt es, das Volk umzustimmen. Adorno, der den Entf\u00fchrer Amelias umgebracht hat, wird vor den Dogen gebracht, beschuldigt jedoch Simone selbst als Auftraggeber. Simone vermutet, da\u00df Paolo die Entf\u00fchrung organisiert habe und zwingt ihn den unbekannten Auftraggeber zu verfluchen. Damit verflucht Paolo sich selbst. Nun nimmt er Rache: Er vergiftet das Wasser im Krug, den Simone trinkt. Zus\u00e4tzlich stiftet er den im Dogenpalast gefangenen Adorno zum Mord an, indem er ihm erz\u00e4hlt, Simone w\u00fcrde Amelia verf\u00fchren. Amelia verhindert den Mordanschlag Adornos. Die Erkl\u00e4rung Simones, da\u00df Amelia seine Tochter sei, veranla\u00dft Adorno dazu, Simone um Verzeihung zu bitten. Der Aufstand wird niedergeschlagen, und Paolo, jetzt auf der Seite der Aristokraten wird zum Tode verurteilt. Auf dem Sterbebett bittet Simone Fiesco um Verzeihung und er\u00f6ffnet ihm, da\u00df Amelia seine Tochter und Fiescos Enkelin sei. Simone stirbt und Adorno wird zum neuen Dogen gew\u00e4hlt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung von Ian Judge von 1997 ist klassisch; manches wirkt jedoch altbacken. Ein Thema von Treppen, schiefem Portal und ebenfalls schiefer S\u00e4ule wird geringf\u00fcgig durchvariiert und dient gleicherma\u00dfen als Palast, Stadtplatz oder Ratssaal. Ein die B\u00fchne umrankender gebrochene Bilderrahmen erschien als sch\u00f6ne und passende Idee, Liebe zum Detail fehlte jedoch oft: die drei eingesetzten Renaissancegem\u00e4lde verfehlten Ort und Zeit. Sichtbar waren ein Gem\u00e4lde von Uccello (1454), eine Hafenansicht Neapels von Rosselli (1465) und eine Stadtansicht Genuas (1597) von Cristoforo de Grassi.<br \/>\nInsgesamt wirkten die Kost\u00fcme aus dem 19. Jahrhundert passend, wenngleich die Plebejer oft an karibische Piraten erinnerten, insbesondere der dem Schauspieler Johnny Depp zum Verwechseln \u00e4hnelnde Simone Boccanegra.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nDer Abend gewann insbesondere aufgrund einer musikalisch brillanten Auff\u00fchrung mit beeindruckender S\u00e4ngerschar. <strong>Lucio Gallo<\/strong> sang die Rolle des Simone mit einer selten geh\u00f6rten Souver\u00e4nit\u00e4t und Klarheit und \u00fcberzeugte als korsischer Pirat. <strong>Roberto Scanduzzi<\/strong> vertrat den erkrankten Orlin Anastassov als Simones Gegenspieler Fiesco mit seinem tragendem Ba\u00df und grandioser B\u00fchnenpr\u00e4senz so gut, da\u00df man Orlin gerne noch ein wenig mehr Erholung g\u00f6nnt. Die in K\u00f6ln ausgebildete <strong>Anja Harteros<\/strong> (Amalia) brachte ihren wundersch\u00f6nen vollen Sopran (zuweilen jedoch etwas spitz) zur Geltung. <strong>Marcus Haddock<\/strong> sang einen an sich Adorno angemessenen Tenor, der jedoch im Vergleich mit den anderen etwas bla\u00df wirkte. <strong>Marco Vratogna<\/strong> \u00fcberzeugte schauspielerisch als glatzk\u00f6pfiger B\u00f6sewicht Paolo, seine gesangliche Leistung fiel jedoch im Vergleich deutlich ab.<br \/>\nDer Dirigent<strong> John Eliot Gardiner<\/strong> bestach durch Sensibilit\u00e4t, Pr\u00e4zision und stellenweise \u00fcberraschende Innovationen, die vom <strong>Orchester und Chor des Royal Opera Houses<\/strong> routiniert, jedoch durchaus enthusiastisch, umgesetzt wurden.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAlles in allem ein zumindest musikalisch erstaunlicher Abend! Als solcher auch deutlich vom verw\u00f6hnten Londoner Publikum gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner\t\t\t\t\t\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bild: Catherine Ashmore<br \/>\nDas Bild zeigt Boccanegra sterbend mit Amelia  und Adorno.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Melodramma in einem Prolog und drei Akten, Text: Arrigo Boito nach einem Theaterst\u00fcck von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez; UA: 24. 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