{"id":3038,"date":"2011-07-14T09:16:13","date_gmt":"2011-07-14T08:16:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3038"},"modified":"2011-07-15T09:19:06","modified_gmt":"2011-07-15T08:19:06","slug":"die-zauberflote-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3038","title":{"rendered":"DIE ZAUBERFL\u00d6TE &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Eine deutsche Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791 in Wien<\/p>\n<p>Regie: Joachim Schl\u00f6mer, B\u00fchne: Jens Kilian, Kost\u00fcme: Dagmar Morell, Licht: Markus B\u00f6nzli<\/p>\n<p>Dirigent: Dan Ettinger, Orchester, Chor und Statisterie des Nationaltheater Mannheim Choreinstudierung: Anke-Christine Kober<\/p>\n<p>Solisten: Pavel Shmulevich (Sarastro), Juhan Tralla (Tamino), Thomas Berau (Sprecher \/ Erster Priester), David Lee (Zweiter Priester), Antje Bitterlich (K\u00f6nigin der Nacht), Marina Ivanova (Pamina), Iris Kupke (Erste Dame), Anna-Theresa M\u00f8ller (Zweite Dame), Heike Wessels (Dritte Dame), Julius Lehmann (Erste Knabe), Tristan Busbach (Zweiter Knabe), Dritter Knabe (Maximilian Mader), Papageno (Lars M\u00f8ller), Camille Butcher (Papagena), Uwe Eik\u00f6tter (Monostatos), Istv\u00e1n Kov\u00e1csh\u00e1zi (Erster geharnischter Mann), Mihail Mihaylov (Zweiter geharnischter Mann)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Juli 2011 (B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Mannheim-Zauberfl\u00f6te.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3039\" title=\"Mannheim-Zauberfl\u00f6te\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Mannheim-Zauberfl\u00f6te.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Mannheim-Zauberfl\u00f6te.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Mannheim-Zauberfl\u00f6te-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prinz Tamino f\u00e4llt aus Angst vor einer Schlange in Ohnmacht. Drei Damen erretten ihn und t\u00f6ten das Ungeheuer. Die K\u00f6nigin der Nacht h\u00f6rt von dem J\u00fcngling und bittet diesen, ihre Tochter Pamina aus den F\u00e4ngen des Sonnenk\u00f6nigs Sarastro zu befreien. Zum Begleiter wird ihm der Vogelf\u00e4nger Papageno bestimmt, ein Naturbursche par excellence. Die beiden haben viele Pr\u00fcfungen und Gefahren zu bestehen. So mu\u00df unter anderem der b\u00f6se Mohr Monostatos, ein schwarzer Fleck in Sarastros Sonnensystem, aus dem Weg geschafft werden. Aus Liebe zu Pamina schl\u00e4gt sich der Prinz \u00fcberraschend tapfer, w\u00e4hrend Papageno sich mit leckeren Speisen und Wein zufrieden gibt. Doch auch Papageno wird belohnt und erh\u00e4lt sein langersehntes Weibchen. Nachdem Pamina und Tamino eine letzte Pr\u00fcfung gemeinsam bestanden haben, siegt nicht nur die Liebe: Sarastro vernichtet die K\u00f6nigin samt ihren drei Damen; es siegt das Licht \u00fcber das Dunkel, Gut \u00fcber B\u00f6se und \u2013 der Mann \u00fcber die Frau.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Fluchtartig und steil streben vier Rahmenseiten nach innen, zwei dicke Baumst\u00e4mme st\u00fctzen die Szenerie. Die drei Damen buhlen abwechselnd um den bewu\u00dftlosen Prinzen. Wo diese anfangs als undifferenzierte Heldinnen erscheinen, wird jede einzelne kurz darauf zur individuellen Verliebten. Papageno ist ein Vogelf\u00e4nger aus dem Bilderbuch, in Federn geh\u00fcllt und leeren K\u00e4figen auf dem R\u00fccken. Von allen Protagonisten macht er die gr\u00f6\u00dfte emotionalen Wandlungen durch: Es handelt sich nicht nur um einen ledigen Spa\u00dfvogel, sondern um einen vom Regisseur ernstgenommenen Menschen mit tiefen Gef\u00fchlen. Er verschwindet zwar zum Spaghetti-\u201eFressen\u201c in einem \u00fcberdimensionalen Kochtopf, als Pamina in ihrer Arie zu den Worten <em>So wird Ruh\u2019 im Tode sein <\/em> kommt, bleibt ihm tiefbetroffen jeder Bissen im Halse stecken. Einf\u00fchlsamer kann Regie kaum sein! Die K\u00f6nigin der Nacht scheint bei ihrem ersten Auftritt in ein schwarz-blaues Gewand geh\u00fcllt. Wenn sie sich in ihrer Arie als Racheg\u00f6ttin entpuppt, weitet sich ihr blaues Kleid eindrucksvoll zu einem die B\u00fchne verh\u00fcllenden, wogenden Meer aus Stoff.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dan Ettinger<\/strong> hat seit <em>La Clemenza di Tito<\/em> im letzten Sommer seinen Mozart-Stil grundlegend \u00fcberdacht. Die Tempi sind stabiler, die Dynamik hat dabei nichts von ihrer Ausdifferenzierung eingeb\u00fc\u00dft. Leider scheint zwischen Orchester und Ensemble noch ein tiefer Graben zu sein. Das Zusammenspiel holpert, findet aber immer wieder zueinander. <strong>Juhan Tralla<\/strong> ist kein guter Tamino. Er zieht alle Belcanto-Register, besonders in der <em>Bildnis<\/em>-Arie mit allerlei schluchzenden Phrasierungen. Auch seine Aussprache zeigt noch Schw\u00e4chen, ebenso die Textsicherheit. <strong>Iris Kupke, Anne- Theresa M\u00f8ller, Heike Wessels<\/strong> (Die drei Damen) dagegen bilden dank einem abgerundeten Gesamtklang eine geschlossene Einheit. Zwar haben <strong>Julius Lehmann, Tristan Bosbach, Maximilian Mader<\/strong> (Die drei Knaben) mit kleinen Intonationsproblemen zu k\u00e4mpfen, singen sich im Ganzen jedoch gro\u00dfartig durch ihre Auftritte. Wahrlich sternflammend war die Darbietung <strong>Antje Bitterlichs <\/strong>als K\u00f6nigin der Nacht. Anfangs merkt man ihr die gro\u00dfe Nervosit\u00e4t an, allerdings v\u00f6llig unbegr\u00fcndet. Der Klang ihrer glasklaren Stimme kennt kein raumf\u00fcllendes Fortissimo, sie rauscht aber ohne gro\u00dfe Zwischenf\u00e4lle durch alle H\u00f6hen ihrer Partie. <strong>Marina Ivanova<\/strong> ist das Bindeglied dieses Abends. Als Pamina wechselt sie am h\u00e4ufigsten ihre Gesangspartner. Mit bewundernswerter Anpassungsf\u00e4higkeit gestaltet sie im Duett mit <strong>Lars M\u00f8ller<\/strong> (Papageno) liebevolle Melodielinien, in Taminos N\u00e4he reagiert sie schnell und nutzt ihr volles Stimmvolumen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Schade, da\u00df die Besetzung, wohl aus Gr\u00fcnden einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Fokussierung auf die A-Premiere, noch nicht zueinander gefunden hat. Joachim Schl\u00f6mer ist es gelungen, K\u00f6rperlichkeit und Musikalit\u00e4t eng mit einander zu verbinden. Die Regie hinterfragt auch die Schwachstellen des Werkes. Vor dem ersten Finale l\u00e4\u00dft Papageno verlauten: <em>Drei Knaben h\u00e4tten uns leiten sollen, aber wir haben keine gesehen. <\/em>Ein Anachronismus, der zum Nachdenken anregt. Ein philosophisches B\u00fchnenbild rundet den Abend ab und der Applaus lie\u00df nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Iris Kupke (Erste Dame), Anna-Theresa M\u00f8ller (Zweite Dame), Heike Wessels (Dritte Dame) und Juhan Tralla (Tamino)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Eine deutsche Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791 in Wien Regie: Joachim Schl\u00f6mer, B\u00fchne: Jens Kilian, Kost\u00fcme: Dagmar Morell, Licht: Markus B\u00f6nzli Dirigent: Dan Ettinger, Orchester, Chor und Statisterie des<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3038\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29,1],"tags":[],"class_list":["post-3038","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mannheim-nationaltheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3038"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3044,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3038\/revisions\/3044"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}