{"id":3030,"date":"2011-07-11T21:55:56","date_gmt":"2011-07-11T20:55:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3030"},"modified":"2011-07-13T21:58:45","modified_gmt":"2011-07-13T20:58:45","slug":"eine-strasse-lucile-urauffuhrungdantons-tod-karlsruhe-badisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3030","title":{"rendered":"EINE STRASSE, LUCILE (Urauff\u00fchrung)\/DANTONS TOD &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Szene f\u00fcr Sopran und Orchester (2010\/2011) von Wolfgang Rihm (*1952), Text aus Dantons Tod von Georg B\u00fcchner\/Gottfried von Einem (1918-1996), Oper in zwei Teilen, Text: Boris Blacher und vom Komponisten, nach Georg B\u00fcchners Drama, UA 6. August 1947, Salzburger Festspiele<\/p>\n<p>Regie: Alexander Schulin, B\u00fchne: Bettina Meyer, Kost\u00fcme: Ursina Z\u00fcrcher, Dramaturgie: Annabelle K\u00f6hler, Licht: Stefan Woinke<\/p>\n<p>Dirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle und Staatsopernchor, Choreinstudierung: Ulrich Wagner,<\/p>\n<p>Solisten: Diana Tomsche (Lucile); Stefan Stoll (George Danton), Bernhard Berchtold (Camille Desmoulins), Andreas Heideker (H\u00e9rault de S\u00e9chelles), Klaus Schneider (Robespierre, Mitglied des Wohlfahrtausschusses), Ulrich Schneider (St. Just, Mitglied des Wohlfahrtsausschusses), Edward Gauntt (Herrmann, Pr\u00e4sident des Revolutionstribunals), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Juli 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Karlsruhe-Danton.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3031\" title=\"Karlsruhe-Danton\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Karlsruhe-Danton.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"207\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Karlsruhe-Danton.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Karlsruhe-Danton-300x177.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Eine Stra\u00dfe Lucile<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber den Verlust ihres Mannes durch die Schreckensherrschaft Robespierres dem Wahnsinn verfallen, sinniert Lucile \u00fcber das Recht auf Leben und die Ohnmacht gegen\u00fcber dem Schicksal. Mit den Worten <em>Es lebe der K\u00f6nig!<\/em> folgt sie ihrem Mann und den zahllosen Opfern der Revolutionsf\u00fchrung in den Tod.<\/p>\n<p><strong><em>Dantons Tod<\/em><\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Camille Desmoulins \u00fcberbringt Danton und H\u00e9rault de S\u00e9chelles die Nachricht, da\u00df auf Befehl Robespierres zahlreiche Unschuldige hingerichtet worden sind. Danton, der sich eigentlich vom politischen Geschehen zur\u00fcckgezogen hat, sucht dennoch Robespierre auf, um das Ende der Schreckenherrschaft zu erflehen. St. Just \u00fcberzeugt Robespierre aber von der drohenden Gefahr durch Danton, H\u00e9rault de S\u00e9chelles und Camille Desmoulins; Robespierre l\u00e4\u00dft daher alle drei verhaften. Die Gefangenen werden vor das Revolutionstribunal gef\u00fchrt und zum Tode verurteilt. Das Volk auf dem Revolutionsplatz singt die Carmagnole, w\u00e4hrend Danton und seine Freunde auf dem Schafott die Marseillaise anstimmen. Nach der Hinrichtung betritt \u2013 dem Wahnsinn verfallen \u2013 Lucile die Stufen der Guillotine und singt <em>Es ist ein Schnitter der hei\u00dft Tod&#8230;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu sehen ist eine halbrunde, h\u00f6lzerne, mit Ger\u00fcsten versehene Wand. Darauf ist die Aufschrift <em>Was ist das was in uns l\u00fcgt stiehlt und mordet<\/em> zu lesen. Lucile betritt die B\u00fchne und beginnt ihren Monolog. Das Ger\u00fcstgebilde wird dabei so verschoben, da\u00df es von vorne sichtbar wird: Ein Parlament wird gezeigt mit Menschen in Kleidern aus der Zeit der Franz\u00f6sischen Revolution. In der Mitte ist eine Leiche ohne Kopf aufgebahrt. Zu ihren letzten Worten wird Lucile von drei M\u00e4nnern von den Trib\u00fcnen gepackt und symbolisch hingerichtet.<\/p>\n<p>Nahtlos kn\u00fcpft hier die Oper <em>Datons Tod <\/em>an. Die verschiedenen Podeste des parlamentarischen Sitzungssaales k\u00f6nnen mittels Drehb\u00fchne unabh\u00e4ngig voneinander bewegt werden, so da\u00df verschiedene R\u00e4ume entstehen. Abstrakt lassen sich dadurch die verschiedenen Schaupl\u00e4tze (z.B. Szene im Gef\u00e4ngnis und im Hause Camilles) darstellen. Am Ende ist das Parlament wieder wie zu Beginn der Oper zu sehen, inklusive des Gek\u00f6pften.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein starkes Ensemble stand gestern auf der B\u00fchne. Allen voran ist <strong>Stefan Stoll<\/strong> als George Danton zu nennen. Mit seinem sonoren Bariton und seiner tiefgr\u00fcndigen Rolleninterpretation \u00fcberzeugte er auf ganzer Linie. Besonders die flammende Rede vor der Tribunal, zugleich auch die eindrucksvollste Szene der ganzen Oper, bot er mit enormer Intensit\u00e4t dar. An seine Seite waren ihm mit <strong>Bernhard Berchtold<\/strong> (Camille Desmoulins) und <strong>Andreas Heideker<\/strong> (H\u00e9rault de S\u00e9chelles) zwei ebenb\u00fcrtige Mitstreiter seiner Sache gestellt. Berchtold gl\u00e4nzte mit gro\u00dfartiger Ausdruckst\u00e4rke und Emotionalit\u00e4t, Heideker mit Nachdr\u00fccklichkeit und Klangf\u00fclle. <strong>Klaus Schneider<\/strong>, in der Rolle des Robespierres, fehlte es mitunter an der n\u00f6tigen Durchschlagskraft. Dennoch gefiel sein angenehmes Timbre und f\u00fcgte sich sehr gut ins Gesamtkonzept. Ebenso hervorragend war auch <strong>Ulrich Schneider<\/strong> (St. Just), der mit seinem kr\u00e4ftigen Ba\u00df die Rolle des intriganten Gegenspielers authentisch beleuchtete. Als Lucile war <strong>Diana Tomsche<\/strong> gleich zweimal zu erleben. Bemerkenswert war ihre Darstellung einer dem Wahnsinn verfallenen Frau; besonders in der monologischen Szene Wolfgang Rihms, konnte sie ihr K\u00f6nnen unter Bewei\u00df stellen. Scheinbar m\u00fchelos absolvierte sie die Anforderungen der Partitur und gl\u00e4nzte mit klarem Sopran. Hervorragend einstudiert war der <strong>Badische Staatsopernchor<\/strong>, der die imposanten und gewaltigen Chorszenen fabelhaft meisterte. Ebenso beeindruckend pr\u00e4sentierte sich die <strong>Badische Staatskapelle <\/strong>unter der Leitung <strong>Jochem Hochstenbachs<\/strong>. Mit viel Sensibilit\u00e4t und Weitsicht demonstrierte er sein sicheres Gesp\u00fcr f\u00fcr Neue Musik.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der st\u00fcrmische Beifall, Bravo-Rufe f\u00fcr das ganze Ensemble und Orchester zeigten, da\u00df eine gelungene Urauff\u00fchrung und Premiere zu erleben war.<\/p>\n<p>Isabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Jochen Klenk<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Diana Tomsche (Lucile), im Hintergrund: Bernhard Berchtold (Camille Desmoulins), Stefan Stoll (George Danton), Klaus Schneider (Robespierre), Andreas Heideker (H\u00e9rault de S\u00e9chelles), Badischer Staatsopernchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Szene f\u00fcr Sopran und Orchester (2010\/2011) von Wolfgang Rihm (*1952), Text aus Dantons Tod von Georg B\u00fcchner\/Gottfried von Einem (1918-1996), Oper in zwei Teilen, Text: Boris Blacher und vom Komponisten, nach Georg B\u00fcchners Drama, UA 6. 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