{"id":3025,"date":"2011-06-20T21:51:02","date_gmt":"2011-06-20T20:51:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3025"},"modified":"2011-07-13T21:53:24","modified_gmt":"2011-07-13T20:53:24","slug":"street-scene-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3025","title":{"rendered":"STREET SCENE &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Kurt Weill (1900-1950), American Opera in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1947 New York<\/p>\n<p>Regie: Bettina Bruinier, B\u00fchne: Volker Thiele<\/p>\n<p>Dirigent: Jonathan Darlington, Staatskapelle Dresden, Kinderchor Staatsoperette Dresden und der S\u00e4chsischen Staatsoper Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Sabine Brohm (Anna Maurrant), Markus Marquardt (Frank Maurrant), Carolina Ullrich (Tochter Rose Maurrant), Simeon Esper (Sam Kaplan) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Juni 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Dresden-street.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3026\" title=\"Dresden-street\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Dresden-street.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Dresden-street.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Dresden-street-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das St\u00fcck spielt in der Stra\u00dfe eines Armenviertels von New York zur Zeit der Urauff\u00fchrung, also Mitte der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Bewohner eines Mietshauses, Einwanderer aller Religionen und Hautfarben, treibt die Hitze auf die Stra\u00dfe, wo sie in vielen kleinen Szenen Einblick geben in ihre W\u00fcnsche, die Sehns\u00fcchte aber auch die Hoffnungslosigkeit des amerikanischen Traums und die sozialen Konflikte des Schmelztiegels New York. Man erlebt wie daran eine Liebesbeziehung scheitert, eine Ehe durch Mord aus Eifersucht endet und eine Familie zwangsger\u00e4umt wird, deren Tochter gerade ein Begabtenstipendium erhalten hat.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Einheitsb\u00fchnenbild zeigt den Platz vor einem gr\u00f6\u00dferen Mietshaus in einer gepflegten Wohngegend unserer Tage. Acht Balkone erm\u00f6glichen den Einblick in acht Wohnungen bzw. den Blick auf das Leben von acht Mietparteien. H\u00e4ngelamellen-Jalousien k\u00f6nnen auf und zugezogen werden, im geschlossenen Zustand dienen sie als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr alle Arten von Geb\u00e4udefl\u00e4chen oder das Zu-Verkaufen-Schild nach der Zwangsr\u00e4umung der Wohnung. Im Parterre befindet sich rechts und links ein Reiseb\u00fcro im R\u00e4umungsverkauf. Das Eingangsportal zum Treppenhaus kann seitlich verschoben werden, um zus\u00e4tzliche Spielfl\u00e4chen f\u00fcr surreale Tr\u00e4ume der einzelnen Mietparteien zu schaffen. Das Geschehen findet allerdings in der Hauptsache auf der schmalen Fl\u00e4che zwischen Haus und B\u00fchnenrampe statt \u2013 in der imagin\u00e4ren Hitze der Nacht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bei der v\u00f6llig un\u00fcbersichtlichen Vielzahl der Rollen bleibt zun\u00e4chst festzuhalten, da\u00df das Ensemble der Staatsoper Dresden in der Lage ist, sowohl quantitativ als auch qualitativ eine solche Produktion zu stemmen. Die Hauptdarsteller sind <strong>Carolina Ullrich<\/strong> als Rose und <strong>Simeon Esper<\/strong> als ihr Freund Sam, die das Liebespaar wohlt\u00f6nend und romantisch zeigen. <strong>Markus Marquart<\/strong>, auch stimmlich ihr b\u00f6sartiger Vater Frank, erschie\u00dft seine Frau Anna (<strong>Sabine Brohm<\/strong> mit immer noch solider Mittellage) samt ihrem Geliebten (<strong>Hagen von der Lieth<\/strong> gibt Steve Sankey einen devoten Unterton) beim Ehebruch. <strong>Gerald Hupach<\/strong> als Sams Vater Abraham kann mit seinem unterhaltsamen Parlando-Stil gl\u00e4nzen. <strong>Roxana Incontrera<\/strong> und <strong>Aaron Pegram<\/strong> als italienische Familie Fiorentino und die beiden Superheldendarsteller <strong>Gala El Hadidi<\/strong> und <strong>Orlando Niz<\/strong> passen sich stimmlich nichtssagend der szenischen Interpretation ihrer Rollen an. Viele hochkar\u00e4tige Ensemble-Mitglieder, wie <strong>Hans-Joachim Ketelsen<\/strong> (Henry Davis) oder <strong>Susanne Plassmann<\/strong> (Shirley Kaplan), haben \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur einen kurzen unauff\u00e4lligen Gesangsauftritt. Am meisten aus einer solchen Nebenrolle macht <strong>Valda Vilson<\/strong> (Jenny Hildebrand), die sowohl k\u00f6rperlich als auch s\u00e4ngerisch eine gro\u00dfe Beweglichkeit an den Tag legt.<\/p>\n<p><strong>Jonathan Darlington<\/strong> reiht sich mit der <strong>Staatskapelle Dresden<\/strong> nahtlos ein in diesen Kreis der unauff\u00e4lligen Mitwirkenden. Die \u00fcberbordende Handlung des St\u00fcckes \u00fcberdeckt die musikalische Begleitung deutlich. Auffallend ist hingegen der kleine Auftritt des <strong>Kinderchors,<\/strong> der aber eher als niedlich, denn als musikalisch bedeutend zu werten ist.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Verlagerung des Spielortes in ein Mietshaus in einer besseren Gegend in Deutschland mit ausschlie\u00dflich wei\u00dfen Mietern f\u00fchrt zwangsweise dazu, da\u00df alle ethnischen Probleme und sozialen Brennpunkte ausgeblendet oder verniedlicht werden. So wirkt die Zwangsr\u00e4umung einer Familie eher wie eine Satire von Loriot, das Problem der Beziehung von Rose zu dem Juden Sam Kaplan wird nicht thematisiert und Probleme mit Menschen anderer Hautfarbe oder Nationalit\u00e4t (au\u00dfer der Familie Fiorentino, die deutsches Pizzeria-Italienisch als Running Gag spricht) kommen nicht vor. Die Frage, ob diese Produktion die sozialkritischen Fragen von Kurt Weill aufgegriffen hat, wurde vom Publikum wertneutral mit freundlichem Applaus bewertet. Der peppigen Produktion gelang es, mehr als 50 Darsteller in einer Choreographie auf die B\u00fchne zu bringen, die die Produktion weniger an die Oper als vielmehr in die N\u00e4he eines charakterlosen Musical r\u00fcckt, was das Werk Kurt Weills ad absurdum f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Bild: Roxana Incontrera (Greta Fiorentino), Aaron Pegram (Lippo Fiorentino)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt Weill (1900-1950), American Opera in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1947 New York Regie: Bettina Bruinier, B\u00fchne: Volker Thiele Dirigent: Jonathan Darlington, Staatskapelle Dresden, Kinderchor Staatsoperette Dresden und der S\u00e4chsischen Staatsoper Dresden Solisten:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3025\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-3025","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3025"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3029,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3025\/revisions\/3029"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}