{"id":302,"date":"2008-05-28T13:39:52","date_gmt":"2008-05-28T11:39:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=302"},"modified":"2008-05-28T14:17:11","modified_gmt":"2008-05-28T12:17:11","slug":"genf-grand-theatre-lohengrin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=302","title":{"rendered":"Genf, Grand Th\u00e9\u00e2tre  &#8211; LOHENGRIN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Richard Wagner, Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; UA: 28. August 1850, Weimar, Hoftheater<br \/>\nRegie: Daniel Slater, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Robert Innes Hopkins<br \/>\nDirigent: Leif Segerstam, Orchestre de la Suisse Romande, Choeur du Grand Theatre, Choeur Orpheus de Sofia<br \/>\nSolisten: Georg Zeppenfeld (K\u00f6nig Heinrich), Christopher Ventris (Lohengrin), Soile Isokoski (Elsa), Jukka Rasilainen (Telramund), Petra Lang (Ortrud), Detlef Roth (Heerrufer), Bisser Terziyski, Wolfgang Barta, Phillip Casperd, Nicolas Carre (Brabantische Adlige)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 2. Mai 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/genf-lohengrin.jpg\" TITLE=\"genf-lohengrin.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/genf-lohengrin.jpg\" ALT=\"genf-lohengrin.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>K\u00f6nig Heinrichs ruft die Brabanter auf zu einem Feldzug. Graf Telramund, von seiner Gattin Ortrud angestachelt, beschuldigt Elsa von Brabant, des Mordes an ihrem Bruder Gottfried.  Ein Gottesgericht in Form eines Zweikampfs soll \u00fcber Elsas Schuld oder Schuldlosigkeit entscheiden: Keiner aber will gegen Telramund antreten. Da erscheint ein Fremder in einem von einem Schwan gezogenen Boot und stellt sich dem Kampf. Er besiegt Telramund. Dieser Fremder will Elsa heiraten unter der Bedingung, da\u00df sie nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen w\u00fcrde. Elsa willigt ein.<br \/>\nDoch Ortrud gibt nicht auf. Freundschaft und Mitgef\u00fchl heuchelnd verunsichert sie Elsas Vertrauen zu ihrem Geliebten. Am Hochzeitstag bezichtigen Ortrud und Telramund vor dem M\u00fcnster den Fremden der Zauberei und des Betrugs. Doch Elsa vertraut ihrem Br\u00e4utigam weiter. Als sie sp\u00e4ter aber allein sind, bricht Elsa ihr Versprechen und fragt ihren Br\u00e4utigam nach seiner Herkunft. Im gleichen Moment dringt Telramund mit seinen Verschw\u00f6rern in das Brautgemach ein, um Lohengrin zu t\u00f6ten. Im Zweikampf stirbt Telramund. Danach offenbart Lohengrin vor dem K\u00f6nig und den Landesvertretern seinen Namen und seine Herkunft. Ortrud triumphiert. Doch durch sein Gebet bewirkt Lohengrin die R\u00fcckkehr des totgeglaubten Knaben Gottfried, des rechtm\u00e4\u00dfigen Thronnachfolgers.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin wenig seltsam ist die Ausganglage schon. Man befindet sich im Ostblock zur Zeit des Ungarnaufstandes. Die Brabanter bzw. die Mannen K\u00f6nig Heinrichs tragen russische oder Nationale Volksarmee-Uniformen, K\u00f6nig Heinrich ist irgendwie ein roter Zar oder hoher Offizier. Lohengrin ist irgendein Mann aus dem Volk, zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt. Wie er in dieses fragw\u00fcrdige Spiel pa\u00dft, bleibt unklar, mal scheint er wie alle Zivilisten ein Partisan, dann ein b\u00fcrgerlicher Intellektueller zu sein. Ein wenig allein gelassen von der Personenregie sind auch die \u00fcbrigen Protagonisten. Die Beziehung zwischen Ortrud und Telramund sowie Elsa und Lohengrin bleiben undurchsichtig. Lediglich der Heerrufer hat einen klaren Auftrag, als er die Verpflichtungserkl\u00e4rungen der Kriegs-Freiwilligen einsammelt. Hilfreich w\u00e4re es auch gewesen, wenn man klar erkennen w\u00fcrde, ob das Einheitsb\u00fchnenbild \u2013 eine fast v\u00f6llig verw\u00fcstete Bibliothek \u2013 nur eine Metapher ist oder ob ein geschichtlicher Bezug daf\u00fcr hergestellt werden k\u00f6nnte. Insgesamt kommt so eine Art Standard-Inszenierung mit Rampentheater mit unpassendem B\u00fchnenbild dabei heraus \u2013 ohne irgendetwas verst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger<\/strong><br \/>\n<strong>Das Orchestre de la Suisse Romande<\/strong> stellt an diesem Abend ihr Weltniveau unter Beweis. Unter dem \u00fcberragenden Dirigat von <strong>Leif Segerstam<\/strong> gelingt einer der Abende, die man gemeinhin als Sternstunde bezeichnet: da d\u00e4mmern Klangwelten der Romantik herauf, die man f\u00fcr vergessen hielt. Die Zeit schien stillzustehen, die Tempi streckenweise sehr gedehnt, die tats\u00e4chlichen Aktzeiten bewegten sich jedoch im v\u00f6llig normalen Rahmen.<br \/>\nDas Traumpaar des Abends ist <strong>Jukka Rasilainen<\/strong> als Telramund (er singt die Rolle zum ersten Mal auf der B\u00fchne!) und <strong>Petra Lang<\/strong> als Ortrud. Beide verf\u00fcgen \u00fcber reichlich stimmliche Mittel, die sie auch f\u00fcr die \u00fcberzeugende Gestaltung der inneren Gef\u00fchle einsetzen. Ebenso eine Bayreuth-w\u00fcrdige-Leistung mu\u00df man <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong> als K\u00f6nig Heinrich und <strong>Detlef Roth<\/strong>  als Heerrufer bescheinigen. Dagegen konnten <strong>Soile Isokoski<\/strong> als Elsa (sehr leise und wenig strahlend) und<strong> Christopher Ventris<\/strong> als Lohengrin nicht \u00fcberzeugen. Von dem zuk\u00fcnftigen Parsifal in Bayreuth hat man eigentlich mehr erwartet: mehr Strahlkraft in den H\u00f6hen, mehr Durchschlagsverm\u00f6gen, mehr  technische Brillanz in dieser sehr anspruchsvollen Partie. Es ist eben doch ein Unterschied zwischen einem Parsifal-Tenor und einem Lohengrin-Tenor!<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch betrachtet ein erfolgreicher Abend, w\u00e4hrend die Szenerie r\u00e4tselhaft bleibt. Vorhang zu und viele Fragen bleiben offen: Starker Applaus f\u00fcr die S\u00e4nger, Buh-Rufe f\u00fcr die Regie.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach\t\t\t\t\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bild: Mario del Curto.<br \/>\nDas Bild zeigt Christopher Ventris als Lohengrin mit dem Chor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Richard Wagner, Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; UA: 28. 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