{"id":3018,"date":"2011-06-09T10:04:11","date_gmt":"2011-06-09T09:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3018"},"modified":"2011-07-05T10:06:31","modified_gmt":"2011-07-05T09:06:31","slug":"cosi-fan-tutte-opernfestival-drottningholm-schlostheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3018","title":{"rendered":"COS\u00cc FAN TUTTE &#8211; Opernfestival Drottningholm, Schlo\u00dftheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 26. Januar 1790 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Sigrid T\u2019Hooft, Ausstattung: Stephan Dietrich<\/p>\n<p>Dirigent: Mark Tatlow, Orchester des Drottningholmtheaters<\/p>\n<p>Solisten: Sara Wid\u00e9n (Fiordiligi), Katja Zhylevich (Dorabella), Luthando Qave (Guglielmo), Joel Annmo (Ferrando), Frida Jansson (Despina), Staffan Liljas (Don Alfonso)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Juni 2011<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Drottningholm-Cosi.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3019\" title=\"Drottningholm-Cosi\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Drottningholm-Cosi.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Drottningholm-Cosi.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Drottningholm-Cosi-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Offiziere Ferrando und Guglielmo schlie\u00dfen mit Don Alfonso eine Wette ab. Es geht um die Treue ihrer beiden Br\u00e4ute Fiordiligi und Dorabella. Um deren Treue auf die Probe zu stellen, geben Ferrando und Guglielmo vor, in den Krieg ziehen zu m\u00fcssen. Verkleidet als zwei \u201eAlbaner\u201c kehren sie zur\u00fcck, um der Geliebten ihres Freundes den Hof zu machen. Nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern gelingt es ihnen, Dorabella und Fiordiligi f\u00fcr sich zu gewinnen und sogar, sie zur Heirat zu \u00fcberreden. Doch mitten in die Heiratsvorbereitungen ereilt die beiden M\u00e4dchen die Nachricht von der Heimkehr ihrer Geliebten. Ferrando und Guglielmo legen ihre Verkleidung ab und geben das Spiel, das sie mit den M\u00e4dchen gespielt haben, zu erkennen. Besch\u00e4mt geloben sie den M\u00e4nnern ihre ewige Treue.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung l\u00e4\u00dft sich mit einem Schlagwort knapp beschreiben: Authentizit\u00e4t. Zun\u00e4chst ist es die Spielst\u00e4tte, das Schlo\u00dftheater Drottningholm ist samt seiner Umgebung \u2013 Rokokoschlo\u00df und Schlo\u00dfgarten \u2013 seit seiner Errichtung im 18. Jahrhundert unver\u00e4ndert geblieben. Das gilt nicht nur f\u00fcr den Zuschauerraum, sondern auch f\u00fcr die B\u00fchnentechnik. Man bekommt ein f\u00fcr das 18. Jahrhundert typisches B\u00fchnenbild mit bemalten Kulissen zu sehen. Diese werden von der Seite hineingeschoben bzw. von oben herabgelassen, das Ganze in ged\u00e4mpfter Beleuchtung. Dar\u00fcber hinaus sind auch die Kost\u00fcme nach historischen Vorbildern gearbeitet worden. Am au\u00dfergew\u00f6hnlichsten an dieser Produktion d\u00fcrfte jedoch sein, da\u00df sich die Regisseurin auch f\u00fcr die B\u00fchnenaktionen, also die Mimik und Gestik der S\u00e4nger, von der Auff\u00fchrungspraxis der Mozartzeit hat inspirieren lassen. Das bedeutet: Man bekommt nicht nur die originale Handlung der Oper geboten, sondern die Darsteller bewegen sich so, wie man es auf zeitgen\u00f6ssischen Zeichnungen, Gem\u00e4lden und Kupferstichen sehen kann. Un\u00fcbersehbar stark ist die \u00c4hnlichkeit der Bein- und Fu\u00dfstellungen zu denen des heutigen Balletts. Vor allem aber die in der Oper des 18. Jahrhunderts sehr ausgefeilten Stellungen der H\u00e4nde und Arme sind von den Darstellern gr\u00fcndlich einstudiert worden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Um der musikalischen Qualit\u00e4t der Auff\u00fchrung gerecht zu werden mu\u00df vorab erw\u00e4hnt werden, da\u00df es sich bei den S\u00e4ngern und Instrumentalisten dieser Produktion nicht um professionelle Musiker, sondern um Studenten der Opernhochschule in Stockholm handelt. Dies war bei den Instrumentalisten, die auf historischen Instrumententen und in historischer Aufstellung spielten, zuweilen recht deutlich zu merken. Neben Schwierigkeiten in den H\u00f6rnern wirkte der Klang des Orchesters in dem kleinen Haus relativ wuchtig und in Teilen etwas gewaltsam, auch wenn differenziert artikuliert und rhythmisch akkurat gespielt wurde. Doch fehlte es an einem rundgeschliffenen, die verschiedenen Instrumentengruppen verschmelzenden Gesamtklang. Die Stimmen der S\u00e4nger unterschieden sich ebenfalls relativ deutlich voneinander. <strong>Sara Wid\u00e9n<\/strong> (Fiordiligi) sang ihre Partie vergleichsweise kr\u00e4ftig und vibratoreich und scheint sich k\u00fcnstlerisch eher in die Richtung der Oper des 19. Jahrhunderts hin zu entwickeln. <strong>Katja Zhylevich<\/strong> (Dorabella) kam hingegen mit ihrer Partie stimmlich und darstellerisch gut zurecht. Ihre Stimme setzte sie dynamisch differenziert ein. Die beste musikalische Leistung von den m\u00e4nnlichen Partien bot <strong>Luthando Qave<\/strong> (Guglielmo). Sein Bariton klang in allen Lagen ausgesprochen sonor, aber eben auch sprechend nuanciert in den rezitativischen wie auch in den breiter auszusingenden Passagen. Zudem war seine Spielfreude wirklich ansteckend. <strong>Joel Annmo<\/strong> gab \u2013 ebenfalls der Stilistik der Mozartzeit entsprechend \u2013 einen aristokratisch distinguierten Ferrando. Annmos Stimme, ein lyrischer Tenor, hat eine feine Spitze, und wurde von ihm in allen Lagen sicher gef\u00fchrt. <strong>Frida Jansson<\/strong> (Despina) zeigte vor allem in ihren karikierenden Partien, verkleidet als Arzt und Notar, ihren besten Auftritt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte kaum m\u00f6glich sein, eine Mozartoper hinsichtlich Musik, B\u00fchne und Ambiente noch n\u00e4her an die originale Entstehungszeit heranzur\u00fccken, als es in dieser Produktion geschehen ist. Und dennoch \u2013 dies ist das Erstaunliche dabei \u2013 stellt sich zu keinem Zeitpunkt der Eindruck eines Museumsbesuches ein. Im Gegenteil: Die altert\u00fcmlichen Geb\u00e4rden der Darsteller wirken schon nach wenigen Augenblicken so nat\u00fcrlich und verst\u00e4ndlich, als w\u00e4re man damit vertraut, und es scheint, als ob auch der s\u00e4ngerische Vortrag dadurch gewinnen w\u00fcrde. Ja, etliche Details dieser allbekannten Oper erscheinen auf diese Weise pl\u00f6tzlich in einem anderen Licht. Die musikalischen Leistungen sind f\u00fcr ein Studentenensemble sehr achtbar. Ansonsten war es lehrreich, sch\u00f6n anzuschauen und enorm kurzweilig!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Mats B\u00e4cker<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Staffan Liljas (Don Alfonso), Luthando Qave (Guglielmo), Katja Zhylevich (Dorabella),<\/p>\n<p>Frida Jansson (Despina), Sara Wid\u00e9n (Fiordiligi), Joel Annmo (Ferrando) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 26. 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