{"id":3014,"date":"2011-07-04T18:24:55","date_gmt":"2011-07-04T17:24:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3014"},"modified":"2011-07-04T18:24:55","modified_gmt":"2011-07-04T17:24:55","slug":"la-sonnambula-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3014","title":{"rendered":"LA SONNAMBULA &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenzo Bellini (1801-1835), Melodram, \u00a0Libretto: Felice Romani nach einer Ballettpantomime <em>La sonnambule ou l\u00b4arriv\u00e9e d\u00b4un nouveau seigneur<\/em> von Eug\u00e8ne Scribe und Jean-Pierre Aumer, UA: 6. M\u00e4rz 1831, Teatro Carcano, Mailand.<\/p>\n<p>Regie: Roland Schwab, B\u00fchne: Frank Fellmann, Kost\u00fcme: Ren\u00e9e Listerdal<\/p>\n<p>Dirigent: Robin Engelen, Chor des Theaters Bonn (Einstudierung: Sibylle Wagner)<\/p>\n<p>Solisten: Martin Tzonev (Graf Rodolfo), Susanne Blattert (Teresa), Julia Novikova (Amina), Marc Laho (Elvino), Emiliya Ivanova (Lisa), Sven Bakin (Alessio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Juli 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bonn-Sonnambula.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3015\" title=\"Bonn-Sonnambula\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bonn-Sonnambula.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bonn-Sonnambula.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bonn-Sonnambula-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt in einem Schweizer Bergdorf: Amina, die Adoptivtochter der M\u00fcllerin Teresa, ist im Begriff den wohlhabenden Bauern Elvino zu heiraten. Alle freuen sich mit ihr, nur Lisa, die Wirtin der Dorfschenke, \u00a0ist eifers\u00fcchtig. Sie selbst hat ein Auge auf den Br\u00e4utigam geworfen. Der neue Feudalherr Rodolfo\u00a0 macht bei seiner Ankunft der h\u00fcbschen Amina den Hof und erregt die Eifersucht ihres Verlobten. Als Schlafwandlerin kommt Amina ins Zimmer des Grafen. Elvino glaubt an ein amour\u00f6ses Abenteuer, macht Amina vor allen Augen eine Szene und will die Hochzeit platzen lassen. Als Amina, gebrochen und versto\u00dfen, \u00a0erneut im Schlaf wandelt und Elvino ihre Liebe und Treue gesteht, ist er endlich vers\u00f6hnt, zumal ein im Zimmer des Grafen gefundenes Tuch sie entlastet: Das n\u00e4mlich geh\u00f6rt der Wirtin. Am Ende gibt es die Hochzeit von Amina und Elvino.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Schweizer Gebirgsdorf steht als kleines Holzmodell auf der B\u00fchne. Im Hintergrund ist eine Gletscherlandschaft (Aletschgletscher?) zu sehen. Eine gro\u00dfe ovale \u00d6ffnung spendet der B\u00fchne diffuses Mondlicht. Davon erfa\u00dft wird sp\u00e4ter auch das Bett des Grafen, in dem Amina von Elvino und den Dorfbewohnern aufgefunden wird und ihre Schm\u00e4hungen anh\u00f6ren mu\u00df, dann \u00e4ngstlich zusammengekauert liegen bleibt. Die Mitwirkenden sind im Stil der Entstehungszeit der Oper in grau-blauen T\u00f6nen\u00a0 gekleidet, Accessoires wie Schirme, Gewehre und St\u00e4be lockern die Szene optisch \u00a0auf. Zwei kleine Bauernbuben in kurzen Hosen und Amoretten-Fl\u00fcgelchen begleiten den Notar. Der Graf im feinen Anzug ragt aus der rustikalen Gesellschaft schon optisch heraus. Ihn begleitet ein Lakai mit altert\u00fcmlichen Filmger\u00e4tschaften. Ein kleiner Steg zu den vorderen Zuschauerreihen bringt die S\u00e4nger, etwa in der Verlobungsszene im ersten Akt, ganz nah zum Publikum. Phantasievoll umgesetzt ist die Szene im zweiten Akt, als Amina schlafwandelnd\u00a0 Elvino ihre Liebe gesteht, w\u00e4hrend sie in Trance auf einem M\u00fchlrad balanciert.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Allen \u00a0voran ist die gro\u00dfartige <strong>Julia Novikova<\/strong> zu erw\u00e4hnen, die die Bravourrolle der Amina von Beginn an im Griff hatte. Mit ihrem substanzreichen, dennoch leicht gef\u00fchrten Sopran mit angenehmem Timbre erklomm sie ihre waghalsigen Koloraturen in h\u00f6chste H\u00f6hen. Nie wirkte ihr Gesang spitz, sondern locker, selbst in den Pianostellen. Nicht zu vergessen ist ihre glaubhafte schauspielerische Darstellung der unter den Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen Leidenden. \u00a0<strong>Marc Laho<\/strong> verlieh mit geschmeidigem, vollem Tenor seiner Belcanto-Partie des gekr\u00e4nkten Verlobten Elvino ein hohes Ma\u00df an Ausdruck. Seine Arien, wie die von Julia Novikova bekamen zu Recht jedes Mal Zwischenapplaus. Die Partie des Grafen, fremd in der \u00fcberschaubaren Dorfwelt, verk\u00f6rperte <strong>Martin Tzonev<\/strong> mit wohlt\u00f6nendem Ba\u00df und w\u00fcrdiger Ausstrahlung. <strong>Emiliya Ivanova<\/strong> als gedem\u00fctigte, dann listenreiche Lisa meistert ihre Partie mit Bravour. Sie verf\u00fcgt \u00fcber vergleichbare, leichte Stimmf\u00fchrung wie Julia Novikova. <strong>Susanne Blattert<\/strong> war als \u00a0Teresa eine ebenso solide Besetzung, wie <strong>Sven Bakin<\/strong> als Alessio. Nicht zu vergessen der gut einstudierte <strong>Chor<\/strong> von <strong>Sibylle Wagner<\/strong>. Das <strong>Beethoven Orchester<\/strong> unter Bonns erstem Kapellmeister <strong>Robin Engelen<\/strong> hatte das romantische Genre mit angenehm leichter Hand im Griff.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Durch die hoch kar\u00e4tige Besetzung der Protagonistin und des Elvino, beides G\u00e4ste in Bonn, aber auch der glanzvollen Leistung des Ensembles, sowie Orchester und Chor, war eine durch und durch h\u00f6renswerte Auff\u00fchrung zu erleben, die, was das s\u00e4ngerische Niveau anbelangt, keine Vergleiche scheuen mu\u00df. Eine kluge Entsprechung zum bravour\u00f6sen Gesang war die nicht aufdringliche, auf wirkungsvolle Bilder setzende Regiearbeit von Roland Schwab.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Julia Novikova (Amina) \u00a0im Bett des Grafen Rodolfo<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vincenzo Bellini (1801-1835), Melodram, \u00a0Libretto: Felice Romani nach einer Ballettpantomime La sonnambule ou l\u00b4arriv\u00e9e d\u00b4un nouveau seigneur von Eug\u00e8ne Scribe und Jean-Pierre Aumer, UA: 6. M\u00e4rz 1831, Teatro Carcano, Mailand. 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