{"id":3008,"date":"2011-07-04T12:57:01","date_gmt":"2011-07-04T11:57:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3008"},"modified":"2011-07-04T12:57:01","modified_gmt":"2011-07-04T11:57:01","slug":"lelisir-damore-der-liebestrank-essen-aalto-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3008","title":{"rendered":"L&#8217;ELISIR D&#8217;AMORE &#8211; DER LIEBESTRANK &#8211; Essen, Aalto Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in zwei Akten, Text von Felice Romani, UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana<\/p>\n<p>Regie: Andreas Baesler, B\u00fchne: Harald Thor, Kost\u00fcme: Gabriele Heimann<\/p>\n<p>Dirigent: Guillermo Garc\u00eda Calvo, Essener Philharmoniker, Chor des Aalto Theaters, Einstudierung: Alexander Eberle<\/p>\n<p>Solisten: Andreas Hermann (Nemorino), Liana Aleksanyan (Adina), Tommi Hakala (Belcore), Derrick Ballard\/ Roman Astakhov (Dulcamara), Christina Clark (Giannetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 02. Juli 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Essen-Liebestrank.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3009\" title=\"Essen-Liebestrank\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Essen-Liebestrank.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Essen-Liebestrank.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Essen-Liebestrank-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Bauer Nemorino ist in seine Grundherrin Adina verliebt, aber zu sch\u00fcchtern, um sich ihr zu erkl\u00e4ren. Helfen soll der angebliche Liebestrank des Quacksalbers Dulcamara. Dabei handelt es sich allerdings nur um Bordeaux-Wein, und der beschwipste Nemorino benimmt sich gr\u00fcndlich daneben. Ver\u00e4rgert willigt Adina in die Heirat mit dem smarten Offizier Belcore ein. Daraufhin verpflichtet sich Nemorino als Soldat, um von dem Sold eine zweite Flasche Bordeaux zu kaufen. Als pl\u00f6tzlich alle M\u00e4dchen nur noch Augen f\u00fcr Nemorino haben, glaubt Dulcamara selbst an den Trank. Aber der Zuschauer wei\u00df l\u00e4ngst Bescheid: Nemorino hat seinen reichen Onkel beerbt. Derweil erf\u00e4hrt Adina, da\u00df sich Nemorino ihres wegen an die Armee verkauft hat. Sie gesteht ihm ihre Liebe. W\u00e4hrend sich das Paar in die Arme f\u00e4llt,\u00a0 zieht Dulcamara, seine Wundermittel anpreisend, weiter.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung ist in ein nobles Sanatorium des beginnenden 20. Jahrhunderts verlegt, wie es z.B. Thomas Mann in <em>Der Zauberberg<\/em> verewigt hat \u2013 und tats\u00e4chlich sieht der nebenbei Wundertr\u00e4nke verscherbelnde Anstaltsleiter Dulcamara Hans-Christian Blech in Hans W. Gei\u00dfend\u00f6rfers Verfilmung des Romans bemerkenswert \u00e4hnlich. Im edlen Ambiente werden die Dorfbewohner zu dekadenten Reichen, die ihre Wehwehchen mit Kneipp-Kuren, Gymnastik und auch schon mal mit einer Elektroschock-Therapie behandeln lassen. Das Regiment f\u00fchrt neben Dulcamara die Krankenschwester Giannetta: ein Drachen mit roter Unterw\u00e4sche unter der strengen Tracht. Durch dieses Panoptikum stolpert Nemorino als ungeschickter Page, sammelt Urinproben ein, leert Nachtt\u00f6pfe aus und macht zwischendurch Adina den Hof, einer der wohlhabenden Patientinnen. Zum Happy-End erscheint der T\u00f6lpel als eleganter Dandy, der sich \u2013 so sieht es aus \u2013 in dieser Gesellschaft bestens zurechtfinden wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Die Theaterg\u00f6tter meinen es nicht gut mit dieser letzten Premiere der Saison: Alle drei Herren im Ensemble sind erkrankt. Noch auftreten kann gl\u00fccklicherweise <strong>Andreas Hermann<\/strong> (Nemorino). Bei ihm macht sich die Indisposition durch leichte Intonationstr\u00fcbungen bemerkbar, und mitunter wirkt er m\u00fcde, weshalb der Hit <em>Una furtiva lagrima \u2013 Eine fl\u00fcchtige Tr\u00e4ne<\/em> nicht ganz begeistert. Trotzdem: Hermann ist eine Idealbesetzung &#8211; sein flexibler, beeindruckend h\u00f6hensicherer Tenor hat sowohl italienischen Schmelz als auch den notwendigen Atem f\u00fcr endlose Legatob\u00f6gen. Am\u00fcsanter Gegensatz zu Hermann ist der erst nach der Generalprobe f\u00fcr Heiko Trinsinger eingesprungene Bariton <strong>Tommi Hakala <\/strong>(Belcore): ein Draufg\u00e4nger, der sich leidenschaftlich und mit zwar nicht immer eleganter, aber in bester Belcanto-Tradition gef\u00fchrter Stimme in die \u00fcppig verzierte Partie wirft \u2013 und am Schlu\u00df charmant dem Souffleur dankt.<\/p>\n<p>Noch kurzfristiger als Hakala hat es <strong>Derrick Ballard<\/strong> (Dulcamara) in die Produktion verschlagen: Der Amerikaner singt vom linken B\u00fchnenrand aus, w\u00e4hrend der urspr\u00fcnglich vorgesehene Roman Astakhov stumm agiert. Mit ansprechend timbriertem, makellos artikulierendem Ba\u00df, der im Parlando ebenso zu Hause ist wie bei den rasanten Zungenbrechern der Arie <em>Uditi, o rustici \u2013 H\u00f6rt, Ihr Bauern<\/em> erweist sich auch Ballard als hochkar\u00e4tiger Ersatz.<\/p>\n<p>Von Krankheit verschont bleiben die Damen. <strong>Liana Aleksanyans<\/strong> (Adina) sinnlicher, dunkel gef\u00e4rbter, aber f\u00fcr die Partie fast zu schwerer Sopran beeindruckt vor allem durch die wuchtigen Spitzent\u00f6ne im finalen Duett mit Hermann. In Sachen Witz und Charme l\u00e4uft ihr dagegen <strong>Christina Clark<\/strong> (Giannetta) fast den Rang ab, vor allem wenn sie aus der Szene <em>Saria possible \u2013 Ist\u2019s m\u00f6glich<\/em> ein unerwartetes vokales Bravourst\u00fcck macht.<\/p>\n<p>Dank der unter <strong>Guillermo Garc\u00eda Calvo<\/strong> federnd-spritzig und mit einigen ausgezeichneten Solisten (Oboe und Klarinette) aufspielenden <strong>Essener Philharmoniker<em> <\/em><\/strong>bleibt die instrumentale Seite nicht nur schm\u00fcckendes Beiwerk. Da\u00df Garc\u00eda Calvo die Lautst\u00e4rke mitunter etwas drosseln k\u00f6nnte, schm\u00e4lert das Vergn\u00fcgen nicht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Aus unerwarteten Situationen das Beste zu machen, ist ein Grundsatz des Theaters. So l\u00e4\u00dft sich das Essener Ensemble durch die Krankheitswelle nicht entmutigen und stellt einen musikalisch nahezu restlos \u00fcberzeugenden Abend auf die Beine, der zu Recht bejubelt wird. Respekt! <strong>Andreas Baeslers<\/strong> Inszenierung hat zwar mit dem Libretto von Felice Romani nur noch wenig zu tun, aber sein Konzept ist stimmig und unterh\u00e4lt mit geschickt plazierten Pointen hervorragend \u2013 und die Kost\u00fcme von <strong>Gabriele Heimann <\/strong>sind eine Augenweide.<\/p>\n<p>Dr. Eva-Maria Ernst<\/p>\n<p>Bild: Kathrin Holighaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Andreas Hermann (Nemorino) und Liana Aleksanyan (Adina)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in zwei Akten, Text von Felice Romani, UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana Regie: Andreas Baesler, B\u00fchne: Harald Thor, Kost\u00fcme: Gabriele Heimann Dirigent: Guillermo Garc\u00eda Calvo, Essener Philharmoniker, Chor des Aalto Theaters, Einstudierung:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3008\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[67,1],"tags":[],"class_list":["post-3008","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essen-aalto-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3008"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3011,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3008\/revisions\/3011"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}